OpenOffice-Entwickler brechen mit Oracle

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doelf
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OpenOffice-Entwickler brechen mit Oracle

Beitrag von doelf » 29 Sep 2010, 13:47

Unter der Federführung des Server-Spezialisten Sun waren auch wichtige Softwareprojekte gediehen. Hierzu gehörten neben dem hauseigenen Betriebssystem Solaris und dessen quelloffenem Ableger OpenSolaris auch OpenOffice und Java. Im April 2009 wurde Sun von Oracle übernommen und seither gelten offensichtlich ganz andere Prioritäten.

So hatte Oracle Entwickler abgezogen und Entscheidungen über die Zukunft der einzelnen Projekte immer wieder verschoben. Im August 2010 hatte die Firma dann intern entschieden, die quelloffenen Projekte auf Eis zu legen. Das Entwicklungsteam von OpenSolaris trat daraufhin geschlossen zurück und rief Mitte September das unabhängige Nachfolgeprojekt openindiana ins Leben. Auch hinsichtlich der Programmiersprache Java schlug Oracles Gangart hohe Wellen, die der Konzern Mitte September zu glätten versuchte. Man werde bezüglich des Entwicklungspaketes OpenJDK auch weiterhin auf offenen Quellcode und die GLP-Lizenz setzen, erklärte der zuständige Produktmanager.

Anders sieht es hingegen bei OpenOffice aus, dessen Entwickler sich über die mangelhafte Kommunikation mit Oracle beklagen. Während die Ressourcen schwinden, fehlt auch weiterhin eine konkrete Aussage zur Zukunft des Projekts, so dass es nun ebenfalls zum Bruch gekommen ist. Unter Leitung der unabhängigen "The Document Foundation" soll das Projekt in Zukunft als LibreOffice weiterentwickelt werden. Zu seinen Unterstützern zählt das Projekt u.a. Google, Novell, Red Hat, Canonical (Ubuntu) und die GNOME Foundation. Oracle fehlt auf dieser Liste und da Oracle nach der Übernahme von Sun die Rechte am Namen "OpenOffice.org" hält, benötigte das Projekt einen neuen Namen. Die Initiatoren hoffen zwar auf eine zukünftige Unterstützung durch Oracle sowie die Freigabe der Namensrechte, doch die Fronten scheinen verhärtet, nachdem in den letzten Monaten etliche bedeutende Sun-Mitarbeiter das Unternehmen verlassen hatten.

Derzeit liegt LibreOffice in der Version 3.3.0 Beta 1 für Windows, Linux, Mac OS X sowie als Quellcode zum Download bereit, allerdings nur in englischer Sprache. Im Prinzip handelt es sich hierbei um das seit Anfang August verfügbare OpenOffice 3.3.0 Beta 1, lediglich die Logos wurden ausgetauscht und der Name der Office-Suite geändert.

Download: LibreOffice 3.3.0 Beta 1
http://www.documentfoundation.org/download/

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