Oracle VM VirtualBox 5.0 bringt USB 3.0

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doelf
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Oracle VM VirtualBox 5.0 bringt USB 3.0

Beitrag von doelf »

Oracle hat seine Virtualisierungssoftware VirtualBox auf die Version 5.0 aktualisiert, welche erstmals Unterstützung für USB 3.0, Mac OS X Yosemite und Windows 10 bietet. Paravirtualisierung verspricht eine höhere Leistung Gastsysteme, es gibt eine breite Unterstützung für Befehlssatzerweiterungen, Verschlüsselung für virtuelle Laufwerke sowie Drag & Drop zwischen Host und Gast.

Die Paravirtualisierung nutzt die eingebauten Virtualisierungsmöglichkeiten des Betriebssystems, um Gastsysteme zu beschleunigen. Unterstützt wird dies für Gastsysteme ab Windows 7 sowie für aktuelle Linux-Distrubutionen, nicht aber für Mac OS X. Um die Möglichkeiten moderner Prozessoren besser ausschöpfen zu können, stellt Oracle den Gastsystemen zusätzliche Befehlssatzerweiterungen zur Verfügung. Die Gastsysteme können jetzt auch USB 3.0 nutzen, sofern sie native Treiber für diese Schnittstelle bereithalten - für Windows bedeutet dies Version 8 oder höher. Man kann die USB-3.0-Anschlüsse aber auch als USB 2.0 oder 1.1 betreiben. Virtuelle Festplatten werden auf Wunsch verschlüsselt, VirtualBox 5.0 nutzt hierbei AES mit bis zu 256 Bit. Neu ist auch die Möglichkeit, Dateien per Drag & Drop zwischen Gast- und Hostsystem zu kopieren. Dies funktioniert mit Windows, Linux und Oracle Solaris.

Download: VirtualBox 5.0 (zusätzlich sollte man auch den VM VirtualBox Extension Pack herunterladen)

Tipp: Mit Hilfe eines virtuellen Windows XP lässt sich alte Soft- und Hardware wiederbeleben!

Quelle:
https://www.oracle.com/corporate/pressr ... 70915.html
. Tails . Linux . USB . CD . Secure Desktop . IRC . Truecrypt . Tor .

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Mausolos
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Re: Oracle VM VirtualBox 5.0 officially released

Beitrag von Mausolos »

doelf hat geschrieben:Jetzt auch mit USB 3.0
Das Gastsystem muss allerdings dazu über native USB3.0-Treiber verfügen. Bei Micro$oft ist dies jedoch erst ab Version win6.2 der Fall.
Linux :)

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doelf
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Re: Oracle VM VirtualBox 5.0 officially released

Beitrag von doelf »

Mausolos hat geschrieben:
doelf hat geschrieben:Jetzt auch mit USB 3.0
Das Gastsystem muss allerdings dazu über native USB3.0-Treiber verfügen. Bei Micro$oft ist dies jedoch erst ab Version win6.2 der Fall.
Man kann auch sagen ab Windows 8...
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doelf
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Re: Oracle VM VirtualBox 5.0 bringt USB 3.0

Beitrag von doelf »

So, habe jetzt eine komplette Meldung zum Thema geschrieben...
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Mausolos
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Re: Oracle VM VirtualBox 5.0 bringt USB 3.0

Beitrag von Mausolos »

Ich möchte noch etwas ergänzen, um USB3.0-Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.

1)
Selbst, wenn eine PCI(e)-USB3.0-Steckkarte im Rechner steckt, kann VirtualBox 5.0 diese sowie dessen Treiber nicht direkt benutzen.
Oracle hat mit VM VirtualBox 5.0 ein generisches (=nachgeahmtes) Software-xHCI (eXtensible Host Controller Interface) programmiert.
Ein Treiber von Renesas, Etron, ASMedia, etc. hilft da im Gastsystem nicht weiter, falls dieses keine hauseigenen USB3.0-Treiber besitzt.

Um eine PCI(e)-Erweiterungskarte direkt in einer Virtuellen Maschine ansprechen zu können und dann auch deren spezifische Treiber für das Gast-Betriebssystem installieren zu können, ist eine spezielle Technik nötig, welche die I/O-Adressen der Hardware so verbiegt, dass sie in der VM sichtbar sind.
Bei AMD heißt dieses Feature IOMMU (nicht zu verwechseln mit AMD-V) und ist bei jeder modernen APU verfügbar.
Intel nennt dies vt-d (nicht zu verwechseln mit vt-x) und schaltet diese Funktion erst ab Core-i5 frei.

Oracle VM VirtualBox 5.0 beherrscht leider noch kein IOMMU bzw. vt-d.
IOMMU (=Input Output Memory Management Unit), vt-d (=Intel Virtualization Technology for Directed I/O)

———

2)
Externe USB-Festplatten oder DVD-Brenner schließt man vorzugsweise immer an USB3.0-Buchsen an, auch wenn das Gerät selbst nur USB2.0 kann, oder wenn USB3.0 gar nicht funktioniert, weil für das Gastsystem (z.B. Win7) in der VM (VMware Player, VirtualBox 5.0) kein passender xHCI-Treiber verfügbar ist. USB2.0/1.x geht an der USB3.0-PCI(e)-Karte trotzdem, außer bei z.B. WinNT4.0, welches gar keine USB-Treiber hat.
Nur an USB3.0-Buchsen ist der höhere Strom von 900mA, den Festplatten oder DVD-Brenner zumeist auch benötigen, garantiert.

Ausnahmen davon sind bestimmte Notebooks/Netbooks an denen der Hersteller ausdrücklich die Verwendung eines USB2.0-Y-Kabels vorsieht:
Die Strompfade zweier benachbarter USB2.0-Buchsen sind dann bei solchen Geräten intern parallelgeschaltet und gemeinsam abgesichert.
Und noch eine besondere Ausnahme: USB3.0-ExpressCard34/54 können meist nur um die 230mA Strom liefern. Für eine Festplatte ist das viel zu wenig. Hier ist entweder ein externes 5V-Netzteil für die HDD nötig oder ein USB3.0-Hub mit Netzteil, den man einfach zwischenschaltet.

Ein Laie denkt leider allzu oft, USB3.0 habe etwas mit USB2.0 zu tun. Dies ist mitnichten der Fall.
USB3.0/3.1 ist sogar gänzlich inkompatibel zu USB2.0/1.1/1.0!
Abwärtskompatibel sind lediglich USB3.0-Buchse & Stecker, weil sie gleichzeitig USB3.x-Signale (vier Leitungen)
und USB2.0/1.x-Signale (zwei Leitungen) getrennt voneinander bereitstellen.

Ein USB3.0-Hub / USB3.0-Controller-Root-Hub ist ein „2in1“-Gerät: ein USB3.0-Hub plus ein autarker USB2.0-Hub. — Anders geht es gar nicht.
Linux :)

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