openSUSE 42.1 Leap feiert Premiere

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openSUSE 42.1 Leap feiert Premiere

Beitrag von doelf » 06 Nov 2015, 13:00

Die erste stabile Version von openSUSE 42.1 Leap liegt zum Download bereit. Leap markiert für openSUSE einen Schnitt: Die Versionsnummer springt von 13.2 auf 42.1 und als Unterbau dienen nun Software-Komponenten des aktuellen SUSE Linux Enterprise. Diese Maßnahme soll die Stabilität deutlich verbessern und dennoch eine moderne Distribution ermöglichen.

Im Gegensatz zu SUSE Linux Enterprise nutzt Leap den Kernel 4.1, welcher als "Longterm Maintenance Kernel" noch bis September 2017 gepflegt wird. Die Enterprise-Variante setzt hingegen auf den gut gereiften Kernel 3.12, der von Desktop- und Notebook-Nutzern einige Kompromisse gefordert hätte. Dies hatte im Vorfeld zu massiver Kritik geführt, weshalb letztendlich der Kernel 4.1 als Kompromiss gewählt wurde. Der Linux-Kernel 4.1 ist seit Juni stabil, er erweitert das Dateisystem Ext4 um eine Verschlüsselung für einzelne Dateien sowie komplette Verzeichnisse (ohne die Meta-Daten). Auch am Dateisystem XFS wurde gearbeitet: Hier werden bei Anwendungen wie dem Videoschnitt dank des Kommandos FL_INSERT_RANGE weniger Daten bewegt. Die Änderungen bei Btrfs beschränken sich auf kleinere Optimierungen und einige Fehlerkorrekturen. Auf der Hardware-Seite können NV-DIMMs dank eines einfachen Treibers namens "PMEM" als Datenträger genutzt werden, dazu kommen frische Treiber für neue WLAN-Chips von Intel. Für Grafikkarten auf AMD-Basis wurde der "Multi-Stream Transport" (MST) integriert, dieser muss aber noch manuell aktiviert werden. Beim Anschluss über DisplayPort 1.2 lassen sich per MST mehrere Bildschirme ansteuern und auch einige 4k-Monitore, welche diese Technik verwenden, sollen jetzt ihre volle Auflösung erreichen. Für NVIDIAs GeForce GTX 750 ermöglicht der Nouveau-Treiber 3D-Beschleunigung und beim Controller der XBox One kann das Force-Feedback genutzt werden.

Die Desktop-Oberflächen und Anwendungen, welche bei openSUSE 42.1 Leap zum Einsatz kommen, stammen aus dem Rolling-Release Tumbleweed. Zur Auswahl stehen KDE Plasma 5.4.2, GNOME 3.16.2, MATE 1.10, XFCE 4.12.1 sowie Enlightenment 0.19.12. Für die Virtualisierung sind QEMU 2.3.1, VirtualBox 5.0.6 und Docker 1.8.2 mit an Bord. Die Installationswerkzeuge YaST (Yet another Setup Tool), AutoYaST und Linuxrc stammen wiederum aus SUSE Linux Enterprise 12-SP1. Seit openSUSE 13.2 wurden über 600 Fehler in YaST behoben sowie neue Funktionen ergänzt. Neu ist zudem das Kommandozeilenwerkzeug Machinery, mit dem sich Linux-Systeme beschreiben und verwalten lassen. So fasst Machinery den Status von Systemen zusammen und ermöglicht dessen Verfolgung sowie den Vergleich mit anderen Maschinen. Man kann auch neue Systeme anhand von bereits existierenden einrichten oder Beschreibungen für andere Werkzeuge exportieren. Auf diese Weise lassen sich Systeme migrieren und Abbilder erstellen. Auch das Arbeiten mit Containern sowie die Bereitstellung von Systemen in der Cloud wird durch Machinery vereinfacht. Zum Abschluss noch ein wichtiger Hinweis: Im Gegensatz zu openSUSE 13.2 gibt es keine 32-Bit-Version mehr. Wer den Sprung auf Leap mitmachen möchte, benötigt somit 64-Bit-Hardware!

Download: openSUSE 42.1

Quelle:
https://news.opensuse.org/2015/11/04/op ... tribution/
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