Fast fertig: Firefox 68 Finalkandidat 3

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Fast fertig: Firefox 68 Finalkandidat 3

Beitrag von doelf » 08 Jul 2019, 12:26

Die Freigabe des fertigen Firefox 68 und des Firefox 60.8 ESR mit erweitertem Support ist für den morgigen Dienstag geplant, vorab gibt es einen dritten Finalkandidaten. Der Firefox 68 aktiviert WebRender unter Windows 10 nun auch für AMDs Desktop-GPUs und verbessert die Kompatibilität mit Virenscannern, die sich in HTTPS-Übertragungen einklinken.

WebRender nun auch für AMD
Ende 2017 wechselte der stabile Firefox auf die Multi-Prozess-Engine Quantum, verschlankte seine Optik und warf alte Schnittstellen für Erweiterungen über Bord. Der Compositor (Setzer), welcher Webseiten für die Anzeige aufbereitet, läuft seither in einem eigenen Prozess. Diese Multi-Prozess-Architektur wurde in den vergangenen Monaten immer weiter ausgebaut und optimiert, zugleich begann die Arbeit an einem neuen Compositor namens WebRender. WebRender wurde in Mozillas Programmiersprache Rust entwickelt und setzt viel stärker auf den Grafikprozessor. In den Beta-Versionen ist WebRender seit Firefox 64 unter Windows 10 für Desktop-GPUs von NVIDIA standardmäßig aktiviert und mit dem Firefox 67 wurde diese Freigabe erstmals für eine stabile Version übernommen. Der Firefox 68 erweitert diese Freigabe nun auf die Desktop-GPUs von AMD, während die Limitierung auf Windows 10 bestehen bleibt. Bei Problemen lässt sich WebRender in "about:config" über den Schlüssel gfx.webrender.enabled deaktivieren.

Eine Lösung für HTTPS-Fehler
Viele Virenscanner klinken sich in verschlüsselte TLS-Verbindungen ein, um Webseiten auf Gefahren zu prüfen, bevor diese zum Webbrowser gelangen. Dies funktioniert aber nur, wenn sich die Virenschutz-Software beim Firefox als rechtmäßiger Herausgeber von TLS-Zertifikaten registriert hat. Hat sich das Anti-Viren-Programm nur beim Betriebssystem angemeldet, vermutet der Firefox zurecht einen unzulässigen Mittelsmannangriff und die Verbindung scheitert. Einen Workaround bietet die "Enterprise Roots Preference", welche man bisher in "about:config" über den Schlüssel security.enterprise_roots.enabled manuell einschalten musste. Ist sie aktiviert, importiert der Firefox alle nachträglich beim Betriebssystem registrierten Zertifikataussteller (CAs), darunter auch der Virenschutz. Die Änderung beim Firefox 68 besteht nun darin, dass dieser diese Einstellung beim Auftreten von HTTPS-Fehlern automatisch vornimmt.

Wer diesen Automatismus nicht will, kann ihn über den Schlüssel security.certerrors.mitm.auto_enable_enterprise_roots lahmlegen. Tatsächlich könnte dies die Sicherheit erhöhen, denn das Aufbrechen der verschlüsselten Verbindung durch Sicherheitsprogramme ist zurecht umstritten - schließlich schiebt sich hier ein Dritter zwischen Sender und Empfänger. Und dieser Dritte kann mitlesen, auswerten und manipulieren. Die Frage lautet also einmal mehr: Wie viel Vertrauen bringen wir den Wächtern entgegen? Diese Frage sollte man sich insbesondere beim Einsatz kostenloser Schutzprogramme stellen und deren Nutzungsbedingungen ganz genau lesen.

Bild

about:compat und about:addons
Zwei neue Werkzeuge helfen bei der Problemsuche und -behebung: Über die Eingabe von "about:compat" in der Adresszeile gelangt man zur Konfiguration der Webseitenkompatibilität (siehe Bildschirmfoto). Dort sind alle aktiven temporären Workarounds vermerkt und können gezielt abgeschaltet werden. Zudem gibt es dort Links zum Bugtracker von Mozilla, über die man detaillierte Informationen zum jeweiligen Problem nachlesen kann. Unter "about:addons" wurde derweil eine Meldefunktion für Schwierigkeiten mit Erweiterungen und Themes integriert. Ebenfalls neu ist die Präsentation "empfohlener Erweiterungen" unter "about:addons".

Weitere Neuerungen
Der Zugriff auf das Firefox-Konto wurde ins Hamburgermenü integriert, bei Neuinstallationen fügt der Firefox der Taskleiste von Windows 10 seine Verknüpfung hinzu und die AwesomeBar wurde unter Verwendung von HTML, Javascript und CSS neu geschrieben. Zusätzlich zu einer Kontrastanalyse von einzelnen Seitenelementen bietet der Firefox nun auch ein Audit der kompletten Seite unter dem Gesichtspunkt ausreichend starker Kontraste an. Bei den Übersetzungen wurden die beiden Varianten der bengalischen Sprache (bn-BD, bn-IN) zusammengefasst (bn) und nicht mehr gepflegte Sprachen - Assamesisch (as), Englisch - Südafrika (en-ZA), Maithili (mai), Malayalam (ml), Odia (or) - wurden entfernt.

Download: Firefox 68 Finalkandidat 3
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