spickmich.de - 4 : 0 - Lehrer

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doelf
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spickmich.de - 4 : 0 - Lehrer

Beitrag von doelf » 24 Jun 2009, 17:27

Im Streit um die Zulässigkeit der Bewertung der Leistungen einer Lehrerin inklusive der Namensnennung hat gestern auch der Bundesgerichtshof zugunsten des Portals spickmich.de entschieden und eine von der Klägerin eingelegte Revision gegen die Urteile der Vorinstanzen zurückgewiesen. Die Richter des VI. Zivilsenats haben hiermit aber keine Grundsatzentscheidung getroffen, sondern ausdrücklich nur einen Einzelfall bewertet.

Zur Vorgeschichte: spickmich.de ermöglicht es Schülern nach der Anmeldung im Portal, ihre Lehrer zu bewerten. Die Schüler vergeben Schulnoten von 1 bis 6 zu vorgegebenen Kriterien wie etwa "cool und witzig", "beliebt", "motiviert", "menschlich", "gelassen" und "guter Unterricht". Eigene Kriterien oder Textbeiträge können nicht erstellt werden. Die klagende Lehrerin erhielt für das Unterrichtsfach Deutsch eine Gesamtbewertung von 4,3 und verlange die Löschung ihres Namens und der Bewertung. Als spickmich.de dies verweigerte, zog sie vor Gericht.

Nachdem bereits im Juli 2007 die 28. Zivilkammer des Landgerichts Köln zu Gunsten von spickmich.de entschieden hatte und das Oberlandesgericht Köln dieser Rechtsauffassung im November 2007 gefolgt war, wies auch das Landgericht Köln die Unterlassungsklage der Lehrerin im Januar 2008 als "unzulässig" ab. Nun blieb der Klägerin nur noch die Möglichkeit, eine Revision des Urteils beim Bundesgerichtshof zu erwirken und damit ist sie gestern gescheitert.

Die Richter mussten das Recht auf freien Meinungsaustausch mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung abwägen und erachten im konkreten Fall die Meinungsfreiheit als wichtiger. Dies liegt daran, dass spickmich.de nur angemeldeten Benutzern eine Bewertung gestattet, die Kriterien nur die berufliche Tätigkeit der Lehrerin abdecken und diese weder schmähend noch der Form nach beleidigend sind. Dass die Bewertungen anonym abgegeben werden, störte die Richter nicht, "weil das Recht auf Meinungsfreiheit nicht an die Zuordnung der Äußerung an ein bestimmtes Individuum gebunden ist".

Mit ihrem Urteil geben die Richter zumindest eine Richtung für andere Bewertungsportale vor. So sollte die Privatsphäre geschützt bleiben und ausschließlich objektive Kriterien zur Auswahl gestellt werden.

Quelle:
http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-b ... =0&anz=137

Pippilotta Viktualia

Re: spickmich.de - 4 : 0 - Lehrer

Beitrag von Pippilotta Viktualia » 25 Jun 2009, 13:26

Ich finde, alle "Dienstleister", Beamte und Leute generell die auf irgendeine Art von mir bezahlt werden sollten bewerten werden können.
In der Zukunft, da bin ich mir sicher, wird das einiges an der Qualität und den Bemühungen der Bewerteten ändern.

Es gibt schon länger eine Ärzte-Bewertung Seite.
http://www.sanego.de
Dort gibt es die Möglichkeit, neben einem Text,
die Ärzte in verschiedenen Kategorien zu bewerten.

Behandlungserfolg
Kompetenz des Arztes
Beratung durch den Arzt
Wie lange mussten Sie auf einen Termin warten?
Wie war die Freundlichkeit der Praxisteams?
Wie ist die Praxis ausgestattet?
u.s.w.

Zunächst hatte ich Zweifel was die Fairness der Bewertungen angeht. Inzwischen stehe ich voll
hinter diesem System. Es gibt immer und überall und besonders in Foren Eierköpfe die Unsinn schreiben, die gehören schon fast dazu. Es sollte in den Bemühungen des Seitenbetreibers liegen, Beleidigungen und unsachliche Beschuldigungen rauszulöschen.

Und auf der anderen Seite...
Jemand der vor Zahnärzten Angst hat sucht über solche Portale einen Zahnarzt, der ihm mit besonderem Einfühlungsvermögen die Angst nimmt.

Es ist fast ein wenig so, als ob man sich in einer neuen Stadt umhört, wer denn die witzigste Friseurin, der eleganteste Milchmann oder der
schlaueste Wandmaler ist. Ich such mir dass was ich will.

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