Julian Assange wird erst Mitte November befragt

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wigor666

Re: Undurchsichtig: (Kein) Haftbefehl gegen Julian Assange

Beitrag von wigor666 » 22 Dez 2010, 15:29

Wettera*r*s*c*h = Kachelmann

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The Grinch
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Re: Undurchsichtig: (Kein) Haftbefehl gegen Julian Assange

Beitrag von The Grinch » 22 Dez 2010, 15:54

Tja, so ist das nun mal wenn man eine gewisse "Berühmtheit" hat!
Da sollte man tunlichst aufpassen was/wie man(n) es so "Treibt".

In Schweden reichts ja schon wenn die Frau mitten drin schon "habe fertig" schreit :sunglasses:
Da sollte dann man(n) kalt Duschen gehen.

wigor666

Re: Undurchsichtig: (Kein) Haftbefehl gegen Julian Assange

Beitrag von wigor666 » 23 Dez 2010, 15:30

Hallou,

pfft, hab 2 gesunde Hände, wenn sich Madame zu fein is, mach ich eben selber fertich. Soll sie doch duschen gehn :lol:

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doelf
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Anhörung über die Auslieferung von Julian Assange hat begonn

Beitrag von doelf » 07 Feb 2011, 20:55

In London begann heute die gerichtlichen Anhörung über die Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange an Schweden. Assanges Verteidiger Geoffrey Robertson zweifelte dabei die Rechtmäßigkeit des internationalen Haftbefehls an und bekräftige seine Befürchtung, Schweden werde seinen Mandanten möglicherweise an die USA weiterreichen.

Nach Ansicht Robertsons hatte die schwedische Staatsanwältin Marianne Ny gar nicht das Recht, einen Haftbefehl europaweit auszugeben. Einerseits sei sie nach schwedischem Recht nicht zuständig gewesen, andererseits hätte sie noch keine Anklage erhoben und wolle Assange nach eigenen Angaben lediglich zu den Vorwürfen der Vergewaltigung und sexuellen Belästigung befragen. Ohne Anklage sieht Robertson jedoch weder eine Grundlage für den Haftbefehl noch für eine Auslieferung Assanges an Schweden.

Zweifelsohne hat die schwedische Staatsanwaltschaft im Fall Assange sehr unprofessionell agiert, Marianne Ny ist bereits die dritte Staatsanwältin, welche den Fall bearbeitet. Nachdem die erste Staatsanwältin einen Haftbefehl ausstellte und Assanges Namen zusammen mit den Vorwürfen an die Presse weitergab, kassierte die zweite den Haftbefehl wenig später wieder ein. Als Assange Schweden dann wieder verlassen hatte, wurde die auf Sexualdelikte spezialisierte Ny mit dem Fall betraut und erneuerte den Haftbefehl.

Geoffrey Robertson rief hierzu die pensionierte schwedische Richterin Brita Sundberg-Weitman als Expertin auf, die Ny vorwarf, aufgrund ihrer Berufserfahrungen eine "voreingenommene Sicht von Männern zu haben". Sundberg-Weitman erklärte weiterhin, dass der internationale Haftbefehl gegen Assange in Anbetracht der erhobenen Vorwürfe nicht angemessen sei. Sie bestätigte jedoch, dass zwei schwedische Gerichte dies anders bewertet hatten.

Die britische Anwältin Clare Montgomery, welche Schweden vertritt, vertrat die Ansicht, dass eine Auslieferung auch dann möglich ist, wenn Schweden zunächst keine Anklage erheben würde. Die gegen Assange vorgebrachten Anschuldigungen würden auch in Großbritannien schwer genug wiegen, um Anklage zu erheben. Zudem habe die schwedische Staatsanwaltschaft deutlich gemacht, dass sie die Absicht habe, Anklage zu erheben. Die Gefahr, dass in Schweden kein faires Verfahren gegen Assange möglich sei, sieht Montgomery nicht. Auch die befürchtete Auslieferung des Australiers an die USA bewertet Montgomery als unbegründete Spekulation.

Die Anhörung wird morgen früh um zehn Uhr britischer Zeit fortgesetzt. Ob bereits morgen eine Entscheidung fallen wird, ist derzeit noch unklar. Beide Parteien haben nach der Entscheidung allerdings noch die Möglichkeit, diese anzufechten. Somit dürfte sich das Auslieferungsverfahren zumindest noch für einige Wochen - wenn nicht sogar gar Monate - hinziehen.

Quelle:
http://www.guardian.co.uk/media/blog/20 ... on-hearing

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Assanges Anwälte schießen sich auf Marianne Ny ein

Beitrag von doelf » 08 Feb 2011, 20:50

Der zweite Tag der gerichtlichen Anhörung über die Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange an Schweden endete mit einer Herausforderung. Assanges Anwalt Mark Stephens forderte die schwedische Staatsanwältin Marianne Ny auf, am morgigen Freitag nach London zu kommen, um persönlich am Kreuzverhör teilzunehemen.

Diese Einladung wird Ny vermutlich nicht annehmen, denn Assanges Verteidigung hatte sich bereits gestern auf die Staatsanwältin eingeschossen. So erklärte die pensionierte schwedische Richterin Brita Sundberg-Weitman am ersten Anhörungstag, dass Ny aufgrund ihrer Berufserfahrungen eine "voreingenommene Sicht von Männern" habe. Sundberg-Weitman führte zudem aus, dass der internationale Haftbefehl gegen Assange in Anbetracht der erhobenen Vorwürfe nicht angemessen sei. Sie bestätigte jedoch, dass zwei schwedische Gerichte dies anders bewertet hatten.

In die gleiche Kerbe schlug heute der ebenfalls pensionierte schwedische Staatsanwalt Sven-Erik Alhem, der eine Befragung von Assange vor der Ausstellung des Haftbefehls sinnvoll gefunden hätte. Weiterhin kritisiert Alhem die schwedische Staatsanwaltschaft für die Bestätigung von Julian Assanges Namen gegenüber der Presse. Alhem räumte jedoch auch ein, dass die Ausstellung des Haftbefehls an sich rechtmäßig war.

Björn Hurtig, der schwedische Anwalt des Wikileaks-Gründers Julian Assange, kritisierte die schwedische Staatsanwaltschaft ebenfalls für die Herausgabe von Informationen an die Medien. Allerdings musste Hurtig eingestehen, dass ihn die Staatsanwältin Ny bereits drei Wochen nach den Vorfällen wegen einer Aussage seines Klienten kontaktiert habe und nicht fünf, wie Hurtig bisher behauptet hatte.

Die Anwältin Clare Montgomery, welche die schwedische Staatsanwaltschaft vertritt, sagte Assange haben wissen müssen, dass man ihn zu den Anschuldigungen vernehmen wolle. Hiermit legt sie nahe, dass sich der Australier einer Befragung absichtlich entzogen habe. Am Freitag wird um 10:30 Uhr vormittags die abschließende Runde der Anhörung stattfinden.

Quelle:
http://www.guardian.co.uk/media/blog/20 ... aring-live

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Re: Undurchsichtig: (Kein) Haftbefehl gegen Julian Assange

Beitrag von snop » 09 Feb 2011, 17:28

Oh man, klingt ja immer professioneller:
als ob man den Fall Kachelmann mit einer italienischen Justiz à la Berlusconi verhandeln würde :roll:

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Julian Assange: Noch keine Entscheidung

Beitrag von doelf » 11 Feb 2011, 19:53

Am heutigen Freitag wurde in London abermals über die Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange an Schweden verhandelt, doch auch am dritten Tag gab es noch keine Entscheidung - dafür aber die Schlussplädoyers beider Parteien. Und diese fanden - wie zu erwarten war - keinen gemeinsamen Nenner.

Richter Howard Riddle hat seine Entscheidung vertagt und will sie erst am 24. Februar verkünden. Fest steht bereits jetzt, dass die unterlegene Seite den Richterspruch anfechten wird. Assange erklärte im Anschluss an die gerichtlichen Anhörung, er hoffe, dass sein Fall zu einer Grundsatzentscheidung über europaweite Haftbefehle führen wird.

Bisher hat die Anhörung nur einige praktische Tipps hervorgebracht:
  • * Die Missionarsstellung kann missverstanden werden, wenn der Sexualpartner nicht missioniert werden will.
    * Man sollte keine eigenen Körperteile in schlafende Personen einführen.
    * Es kann hinderlich sein, wenn man ein zu großes Ego mit sich herumschleppen muss.


Quelle:
http://www.guardian.co.uk/media/blog/20 ... aring-live

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Julian Assange darf ausgeliefert werden

Beitrag von doelf » 24 Feb 2011, 17:30

Richter Howard Riddle hat seine Entscheidung getroffen: Julian Assange, Mitbegründer der Plattform WikiLeaks, darf an Schweden ausgeliefert werden. Assange und seine Anwälte haben nun zehn Tage Zeit, um in die Berufung zu gehen. Sollte diese abgelehnt werden, wird der Australier an die schwedischen Behörden übergeben.

In seiner Begründung widersprach Richter Riddle allen von Assanges Anwälten vorgebrachten Argumenten. Seiner Ansicht nach lag die Ausgabe eines europaweiten Haftbefehls durchaus in der Verantwortlichkeit der schwedischen Staatsanwältin Marianne Ny, weshalb der Haftbefehl auch gültig ist. Die Darstellung von Ny als Männerhasserin ignorierte Riddle und der Auffassung, dass Assange nach britischem Recht gar keine Straftat begangen habe, konnte sich der Richter auch nicht anschließen. Dass die Verhandlung in Schweden unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird, sei dem schwedischen Rechtssystem geschuldet und lasse keinesfalls darauf schließen, dass es unter solchen Voraussetzungen kein faires Verfahren geben würde.

Weiterhin beschuldigte Riddle den schwedischen Anwalt Björn Hurtig, während der Verhandlung versucht zu haben, das Gericht bewusst in die Irre zu führen. Hurtig hatte berichtet, dass Julian Assange zu keiner Zeit versucht hätte, sich der schwedischen Justiz zu entziehen. Dabei wurde ihm jedoch die Angabe falscher Daten nachgewiesen. Richter Howard Riddle erkannte zwar an, dass in Schweden sehr negativ über Assange berichtet wurde, findet jedoch, dass solche Missstände idealerweise im Rahmen eines schwedischen Gerichtsprozesses geklärt werden sollten.

Sofern Julian Assange an Schweden ausgeliefert wird, muss er sich dort in Untersuchungshaft begeben, da das schwedische Rechtssystem keine Kaution kennt. Assanges Verteidiger befürchten, dass die Vereinigten Staaten von Amerika diese Haftzeit nutzen könnten, um ihrerseits ein Auslieferungsersuch für Assange an die Schweden zu richten. In den USA haben zwar einige Politiker und Journalisten öffentlich und erschreckend unverblümt die Ermordung des Australiers gefordert, Anklage gegen Assange hat dort jedoch noch niemand erhoben.

Quelle:
http://www.guardian.co.uk/media/2011/fe ... en-verdict

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Julian Assange: Berufung wird im Juli verhandelt

Beitrag von doelf » 06 Apr 2011, 17:46

Der Londoner High Court hat die Berufung im Fall der Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange an Schweden angenommen. Die Verhandlung wurde für den 12. Juli 2011 angesetzt und soll zwei Tage dauern. Am 24. Februar 2011 hatte Richter Howard Riddle vom Belmarsh Magistrates Court die Auslieferung für rechtmäßig erklärt.

Die Stockholmer Staatsanwaltschaft hatte im August 2010 zunächst einen Haftbefehl aufgrund des Verdachts der Vergewaltigung gegen Assange erlassen, diesen nur wenig später größtenteils zurückgezogen, dann aber einen neuen Haftbefehl mit erweiterten Vorwürfen - Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Nötigung - erlassen. Da sich Assange zu diesem Zeitpunkt außerhalb von Schweden aufhielt, wurde er zur internationalen Fahndung ausgeschrieben und schließlich von Scotland Yard verhaftet. Seither wird in Großbritannien über eine Auslieferung des Australiers an Schweden verhandelt.

Quelle:
http://www.guardian.co.uk/media/2011/ap ... ppeal-date

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Re: Undurchsichtig: (Kein) Haftbefehl gegen Julian Assange

Beitrag von snop » 06 Apr 2011, 22:24

Schon krass. Dann wird er in Haft ja nun genug Zeit haben, Douglas Couplands Microsklaven zum x-ten Mal zu lesen, oder AD&D zu zocken :wink:

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