Daily Soap "Schatten der Wirtschaft"

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Daily Soap "Schatten der Wirtschaft"

Beitrag von doelf » 08 Sep 2010, 09:46

Folge 1: HP hat Dell geschlagen

Gezänk und Intrigen, Skandale und Verbrechen gibt es nicht nur in Daily Soaps wie "Schatten der Leidenschaft", sondern auch in der realen Wirtschaft. In unserer heutigen Folge von "Schatten der Wirtschaft" schnappt HP seinem Nebenbuhler Dell die blutjunge Firma 3PAR vor der Nase weg.

Am 16. August 2010 hatte Dell seine Verlobung mit der Firma 3PAR, einen Spezialisten im Bereich Utility Storage, bekannt gegeben. Der Verlobungsring hatte einen Wert von immerhin 1,15 Milliarden US-Dollar. Doch Dells Werben blieb nicht ungesehen und so warf auch der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard einen Blick auf 3PAR und fand Gefallen an der jungen Firma. HPs wedelte mit feschen 1,6 Milliarden US-Dollar, doch Dell legte nach. Kurze Zeit später erhöhte HP auf 1,80 Milliarden US-Dollar und abermals wollte sich Dell die neue Freundin nicht gleich wieder ausspannen lassen.

Als HP dann allerdings 2,00 Milliarden US-Dollar aus der Portokasse hervor kramte, war es um 3PAR geschehen und Dell fuhr zurück in seine leere Single-Bude. Da 3PAR die Verlobung mit Dell gelöst hat, stehen der Computerfirma nun zumindest 72 Millionen US-Dollar Trennungsgeld zu. Kopf hoch, Dell, es gibt noch so viele andere Firmen, die man viel günstiger übernehmen kann!

Quelle:
http://content.dell.com/us/en/corp/d/se ... lease.aspx

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Heute: Oracle mag HP nicht mehr

Beitrag von doelf » 08 Sep 2010, 09:56

Folge 2: Oracle mag HP nicht mehr

Gezänk und Intrigen, Skandale und Verbrechen gibt es nicht nur in Daily Soaps wie "Schatten der Leidenschaft", sondern auch in der realen Wirtschaft. In unserer heutigen Folge von "Schatten der Wirtschaft" verklagt die vergrämte Firma HP ihren Ex-Chef Mark Hurd, da dieser nun bei Oracle einziehen will.

Mark Hurd hatte den weltgrößten Computerhersteller Hewlett-Packard wieder auf Kurs gebracht, stolperte dann aber über eine Frau und falsche Spesenabrechnungen. Der zweifache Familienvater Hurd hatte die Ex-Schauspielerin und HP-Mitarbeiterin Jodie Fisher mehrmals zum Essen ausgeführt, was schließlich im Vorwurf der sexuellen Belästigung mündete. Obwohl sich dieser Vorwurf nicht bestätigte, trennte sich HP von Hurd, da er die Kosten dieser Verabredungen falsch abgerechnet hatte und das Unternehmen vermutlich auch einen Imageschaden fürchtete. Schließlich hatte der Fall in der amerikanischen Öffentlichkeit für viel Aufsehen gesorgt, da Fisher in Filmen wie "Intimate Obsession" (1992) eher mit ausgedehnten Softsex-Szenen als mit hochklassigem Schauspiel von sich Reden machte.

HP steckte dem Filmfan Mark Hurd also ein paar Millionen US-Dollar in die Tasche, ließ ihn eine umfassende Geheimhaltungserklärung unterschreiben und verwies ihn des Unternehmens. Hurd schaffte es jedoch nicht einmal bis zum Arbeitsamt, denn beim Verlassen des HP-Hauptquartiers standen bereits die Limousinen anderer Firmen Schlange (bildlich gesprochen). Eingestiegen ist Hurd bei Oracle, die nach der Übernahme von Sun vor einem guten Jahr ebenfalls im Hardware-Geschäft tätig sind und hierfür einen erfahrenen Experten suchten.

Als HP hiervon erfuhr, machte Hurds Ex-Firma sogleich eine große Szene und reichte eine Klage ein. Hewlett-Packard befürchtet nämlich, dass Hurd diverse Bett... pardon: Firmengeheimnisse ausplaudern könnte. Hurds Neue reagiert ebenso emotional und gab bekannt, dass Oracle "HP lange Zeit als wichtigen Partner gesehen habe", doch nun stelle HPs Klage eine "äußerste Missachtung dieser Partnerschaft" dar. HP habe Oracle hierdurch eine zukünftige Zusammenarbeit "praktisch unmöglich" gemacht. Keine Frage, dieser Handlungsstrang hat das Potential für viele, viele weitere Folgen!

Quelle:
http://www.oracle.com/us/corporate/press/170699

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Heute: Apotheker vor Gericht

Beitrag von doelf » 12 Okt 2010, 11:00

Gezänk und Intrigen, Skandale und Verbrechen gibt es nicht nur in Daily Soaps wie "Schatten der Leidenschaft", sondern auch in der realen Wirtschaft. In unserer heutigen Folge von "Schatten der Wirtschaft" geht es um die pikante Dreiecksbeziehung zwischen Oracle, SAP und HP sowie einen Apotheker vor Gericht.

Wir erinnern uns: Der weltgrößte PC-Hersteller Hewlett-Packard (HP) benötigte dringend einen neuen Chef, da sich der zweifache Familienvater Mark Hurd mit der falschen Frau eingelassen und seiner Firma dafür falsche Abrechnungen vorgelegt hatte. Hurd musste seinen Schreibtisch räumen, schaffte es mit Sack und Pack aber nicht einmal bis zur Gosse, denn dort stand bereits eine Limousine von Oracle. Hurd stieg in diese ein und wurde sogleich zum neuen Chef von Oracles Hardware-Geschäft ernannt. Bei HP hatte man dies aus den Fenstern der Chefetage beobachtet und sogleich die Rechtsabteilung alarmiert, da man den Verrat von Firmengeheimnissen witterte. HP reichte eine Klage ein, Oracle gab sich gekränkt, am Ende wurden ein paar Papiere unterzeichnet und es kehrte eine trügerische Ruhe ein.

Inzwischen ging HPs Interims-Chefin Cathie Lesjak auf Einkauftour und schnappte Dell die Firma 3PAR, einen Spezialisten im Bereich Utility Storage, vor der Nase weg. Mit einem Preis von 2,0 Milliarden US-Dollar war 3PAR allerdings ein Schnäppchen und so sah man sich bei HP genötigt, durch die Verpflichtung eines neuen Vorstandschefs weiteren unüberlegten Shopping-Trips vorzubeugen. Verpflichtet wurde der ehemalige SAP-Chef Leo Apotheker, dessen Ernennung zum 1. November 2010 in Kraft treten wird. Und diese Wahl missfällt nun wiederum Oracle.

Als Leo Apotheker noch bei SAP am Runder saß, hatte sich die SAP-Tochter TomorrowNow Zugriff auf interne Dokumente von Oracle verschafft. SAP räumte diese Vorfälle im Juli 2007 ein und erklärte, es hätte "einige unangemessene Downloads" gegeben. TomorrowNow hatte für seine Kunden Oracle-Anwendungen gewartet und mit deren Zugangsdaten mehr Material von Oracle heruntergeladen, als für diese Dienstleistung notwendig gewesen wäre. Im Jahr 2008 wurde TomorrowNow dann von Leo Apotheker höchst persönlich zu Grabe getragen, doch erst diesen November beginnt der Prozess um die angebliche Industriespionage seitens SAP. Und wenn es nach Oracle geht, wird HPs neuer Vorstandschef seinen Posten im Zeugenstand antreten müssen.

Quelle:
http://online.wsj.com/article/SB1000142 ... 55516.html

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Re: Daily Soap "Schatten der Wirtschaft"

Beitrag von snop » 13 Okt 2010, 15:52

Meine Güte. Die Chefs werden aber auch durchgereicht wie die Freier.
Peter Hartz hätte seine Freude gehabt :wink:

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Heute: SAP leert Portokasse

Beitrag von doelf » 04 Nov 2010, 15:57

Seit Jahren tobte der Streit zwischen SAP und Oracle, in den kürzlich auch Hewlett-Packard (HP) hineingezogen wurde. Oracle bezichtigte SAP der Wirtschaftsspionage, was SAP zunächst bestritt, um dann später kleinere Verfehlungen seiner Tochter TomorrowNow eingestehen zu müssen.

Zum Zeitpunkt der - nennen wir es eine "unberechtigte Datensammlung" - war Leo Apotheker der Vorstandssprecher von SAP. Leo Apotheker zeichnete sich auch für die Schließung von TomorrowNow verantwortlich, als das wahre Ausmaß der Verfehlungen ans Tageslicht kam. Und nun, als sich HP und Oracle wegen der Verpflichtung von HPs Ex-Chef Mark Hurd für Oracles Hardware-Sparte gerade so richtig in den Haaren lagen, trat ausgerechnet Leo Apotheker die Nachfolge von Mark Hurd bei HP an.

Oracle reagierte verstimmt und besorgte Leo Apotheker umgehend einen gemütlichen Stuhl im Zeugenstand seines Verfahrens gegen SAP. Die ganze Geschichte hätte sich noch ewig hinziehen können, schließlich stellte Oracle als Schadensersatz für den Diebstahl von geistigem Eigentum zunächst Milliardenbeträge in den Raum, doch nun scheint SAP die Unkosten aus seiner Portokasse begleichen zu können. Von 120 Millionen US-Dollar ist in gut unterrichteten Kreisen die Rede und das sollte zumindest reichen, um Oracles Anwaltskosten zu decken.

Bisher haben weder SAP noch Oracle zur angeblichen Einigung Stellung genommen, denn dieser muss auch die im aktuellen Prozess zuständige Richterin noch zustimmen.

Quelle:
http://www.n-tv.de/wirtschaft/SAP-zahlt ... 54786.html

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Re: Daily Soap "Schatten der Wirtschaft"

Beitrag von snop » 09 Nov 2010, 10:33


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Doppelfolge: "That Hurd!" und "Invisible Apotheker"

Beitrag von doelf » 09 Nov 2010, 16:18

Unsere Business-Soap "Schatten der Wirtschaft" kommt heute erstmals als Doppelfolge: Im ersten Teil "That Hurd!" geht es ums Schmuddelsurfen in der Chef-Etage von Hewlett-Packard. Gleich danach wenden wir uns dem "Invisible Apotheker" zu, der eigentlich durch HPs Chef-Etage spuken sollte, dort aber nicht mehr zu sehen ist.

That Hurd!
Wir erinnern uns: Der weltgrößte PC-Hersteller Hewlett-Packard (HP) benötigte kürzlich einen neuen Chef, da der zweifache Familienvater Mark Hurd angeblich der falschen Frau nachgestiegen war. Die Frau, Jodie Fisher, war für HP als externe Beraterin tätig und hatte sich zuvor keinen großen Namen als Schauspielerin gemacht. Filme wie "Intimate Obsession" (1992) oder "Passion and Romance: Ocean of Dreams" (1997) waren schließlich an erwachsene Zuschauer gerichtet und erforderten eher körperlichen Einsatz als Talent. Im Sommer warf Frau Fisher dem Herrn Hurd dann sexuelle Belästigung vor, was der Herr Hurd bestritt und was auch nie bewiesen werden konnte. Dass er dennoch seinen Schreibtisch bei HP räumen musste, lag offiziell an falschen Spesenabrechnungen.

Wie das Wall Street Journal nun berichtet, war die Sache dann doch etwas pikanter. Zum einen hatte Mark Hurd beteuert, nichts von Frau Fishers filmischen Ferkeleien gewusst zu haben. Interne Untersuchungen hatten jedoch ergeben, dass Hurd bereits am 27. April 2009 mit Google nach "Jodie Fisher video" gesucht hatte und sich auf "erotic4u.com" mehr als 30 Seiten zu diesen Thema angesehen hatte. Darunter fanden sich auch einige Szenen aus dem bereits erwähnten Film "Passion and Romance: Ocean of Dreams" (1997). Diese schienen dem Herrn Hurd in Erinnerung geblieben zu sein, denn zwei Wochen später hatte er sie ein weiteres Mal aufgerufen.

Weiterhin schwankte Herr Hurd in seinen Aussagen über Frau Fischer zwischen "die kenne ich kaum" und einer "sehr engen, persönlichen Beziehung". Dennoch soll Herr Hurd der kaum bekannten, persönlich aber eng bezogenen Frau Fisher bereits Ende März 2008 von HPs Kaufabsicht bezüglich EDS berichtet haben, obwohl das 13,9 Milliarden schwere Geschäft erst im Mai 2008 offiziell bekannt gegeben wurde. Das Wall Street Journal geht davon aus, dass HPs Aufsichtsrat aufgrund der Widersprüche das Vertrauen in Mark Hurd verloren und daher die Trennung so kurzfristig vollzogen hatte. Halten wir fest: Mark Hurd steht nun bei Oracle in Lohn und Brot und die Suche nach "Hurd Fisher video" bringt keine wirklich prickelnden Ergebnisse.

Invisible Apotheker
Nach dem spektakulären Abgang Mark Hurds sollte Leo Apotheker dessen Job bei Hewlett-Packard übernehmen, doch der Apotheker ist verschwunden. Zunächst eckte HP bei Oracle an, da der Computerhersteller befürchtete, Herr Hurd könnte in einer redseligen Laune Geschäftsgeheimnisse ausplaudern. Danach eckte Oracle bei HP an, da Leo Apotheker zuvor bei SAP am Ruder stand und Oracle seinen deutschen Mitbewerber milliardenschwere Industriespionage vorwirft. Erst gestern bezeugte Oracles CEO Larry Ellison vor Gericht, dass die Datenabgriffe der SAP-Tochter TomorrowNow seinem Unternehmen einen Schaden von vier Milliarden US-Dollar zugefügt hätten, weswegen man Oracles Schadensersatzforderungen in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar als geradezu bescheiden betrachten darf. SAP geht in seinen Schadensschätzungen hingegen von maximal 40 Millionen US-Dollar aus, so dass zwischen den Auffassungen der beiden Firmen der Faktor 100 liegt.

Orcale versucht nun schon seit Wochen, Leo Apotheker auf die Zeugenbank zu zwingen. Zum Zeitpunkt der "unberechtigten Datensammlung" durch TomorrowNow war Leo Apotheker nämlich der Vorstandssprecher von SAP und zeichnete sich später auch für die Schließung von TomorrowNow verantwortlich. Während Larry Ellison den Herrn Apotheker als wichtigen Zeugen deklariert, vermutet HP eine Rufmord-Kampagne an seinem neuen CEO. Bisher erschien Herr Apotheker nicht vor Gericht und seit einer Woche auch nicht mehr an seinem Arbeitsplatz. Bei HP will niemand wissen, wo sich der Herr Apotheker aufhält, was unserer Meinung nach ein klarer Kündigungsgrund wäre. Vermutlich hat er ja noch Probezeit oder gar nur einen Zeitvertrag für drei Monate, wie er heute in der Wirtschaft üblich ist. Oder ist Leo Apotheker vielleicht ein unbezahlter CEO-Praktikant?

Glaubt man der Nachrichtenagentur Reuters, hat Oracle nun sogar Privatdedektive auf Leo Apotheker angesetzt. Während Sam Spade alle Kneipen und Nachclubs durchsucht, soll Sherlock Holmes solange alle Verdächtigen ausschließen, bis Leo Apotheker übrig bleibt. Wie dem auch sei, HP hat derzeit einen CEO der aufgrund des Drucks seitens Oracle untergetaucht ist, während HPs ehemaliger CEO für Oracle Strategien erarbeitet, mit denen Oracle HP im Serversegment möglichst viele Kunden abnehmen kann. Und während sich für SAP noch vor wenigen Tagen eine preiswerte Beendigung des Rechtsstreits mit Oracle abgezeichnet hatte, stehen nur wieder Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe im Raum. Und was ist aus Jodie Fisher geworden? Sie spielte zuletzt eine Kellnerin in "Easy Rider: The Ride Back". Sicherlich auch kein leichter Ritt...

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Re: Daily Soap "Schatten der Wirtschaft"

Beitrag von doelf » 09 Nov 2010, 16:21

@ snop: Ich saß gerade am Hurd-Teil... Super Timing von dir ;-)

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Milliardenstrafe für SAP

Beitrag von doelf » 24 Nov 2010, 08:43

Aufgrund von Urheberrechtsverletzungen forderte Oracle von seinem Mitbewerber SAP einen Schadensersatz in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar. SAP gestand zwar "einige unangemessene Downloads" ein, stufte den entstandenen Schaden mit maximal 40 Millionen US-Dollar jedoch deutlich geringer ein. Ein US-Gericht legte den Schadensersatz nun auf 1,3 Milliarden US-Dollar fest.

Im Jahr 2005 hatte sich die SAP-Tochter TomorrowNow unerlaubter Weise Zugriff auf interne Dokumente von Oracle verschafft. TomorrowNow bot damals Service-Verträge für Oracles Kunden an und stand damit in direkter Konkurrenz zu Oracle. Die Mitarbeiter von TomorrowNow verwendeten für ihre Dienstleistung ein Programm namens "Titan", welches Updates und Patches von Oracles Servern lud, die dann beim Kunden eingespielt wurden. Diese Updates waren allerdings nur für Kunden bestimmt, die auch einen Service-Vertrag mit Oracle geschlossen hatten.

Nachdem SAP die Urheberrechtsverletzungen zunächst vehement bestritten hatte, musste das Unternehmen im Juli 2007 "einige unangemessene Downloads" eingestehen. Zum Zeitpunkt der unberechtigte Datensammlung war Leo Apotheker der Vorstandssprecher von SAP. Apotheker zeichnete sich auch für die Schließung von TomorrowNow verantwortlich, als das wahre Ausmaß der Verfehlungen ans Tageslicht kam. Seit November sitzt Leo Apotheker nun im Chefsessel von HP bzw. sollte dort sitzen, denn Oracle wollte HPs neuen CEO unbedingt im Zeugenstand sehen, woraufhin dieser untergetaucht war.

Das Gericht hatte für die nun festgelegte Schadensersatzsumme von 1,3 Milliarden US-Dollar (ca. 961 Millionen Euro) die Lizenzkosten zugrunde gelegt, welche Oracle durch die Tätigkeit von TomorrowNow entgangen waren. Es handelt sich um die höchste Strafe, die jemals für Softwarediebstahl verhängt wurde. Anfang November hatten "gut unterrichtete Quellen" noch über einen Schadensersatz in Höhe von 120 Millionen US-Dollar spekuliert, doch anscheinend waren diese Quellen nicht allzu gut unterrichtet. Oracle erklärt in einer Stellungnahme zudem, das Verfahren hätte deutlich gemacht, dass SAPs Firmenleitung von Anfang an über die Machenschaften von TomorrowNow informiert war.

Quelle:
http://www.oracle.com/us/corporate/press/189813

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Re: Daily Soap "Schatten der Wirtschaft"

Beitrag von snop » 24 Nov 2010, 10:25

Mir sind die eh unsympathisch. Meinen, auch wirklich jedem kleinen und mittelständischen Unternehmen ihre Software aufdrücken zu müssen...

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