Julian Assange weiter gesucht, WikiLeaks verliert US-Server

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doelf
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Julian Assange weiter gesucht, WikiLeaks verliert US-Server

Beitrag von doelf » 02 Dez 2010, 16:11

WikiLeaks und sein Gründer Julian Assange halten derzeit die Welt in Atem und Politiker wie Journalisten gleichermaßen beschäftigt. Die fortschreitende Veröffentlichung vertraulicher und geheimer US-Depeschen bringt immer neue Details der Weltpolitik ans Tageslicht. In den USA stößt dies auf wenig Gegenliebe und Amazon nahm die US-Server von WikiLeaks heute vom Netz.

Amazon hat sich bisher noch nicht zu dieser Entscheidung geäußert, es wird jedoch vermutet, dass der US-Senator Joe Lieberman, der auch als Vorsitzender des Senatsausschusses für Heimatschutz fungiert, massiven Druck auf das Unternehmen ausgeübt hat. Lieberman erklärt auf seiner Webseite, dass Amazons Entscheidung richtig sei, aber etwas spät komme. Der Senator appelliert zudem an andere Unternehmen und Organisation, die Zusammenarbeit mit Wikileaks zu beenden. Lieberman wirft Wikileaks vor, gestohlenes Material zu verbreiten und dadurch die nationale Sicherheit der USA sowie Menschenleben zu gefährden.

Aktuell wurden erst 597 der insgesamt 251.287 US-Depeschen veröffentlicht und offensichtlich sind die Vereinigten Staaten bemüht, diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben. Der Lesestoff ist jedoch schon längst zur Pflichtlektüre internationaler Journalisten geworden, die begierig über Skandale, Peinlichkeiten und Gerüchte herfallen. So zeigte sich David Thorne, US-Botschafter in Rom, ein wenig pikiert, dass Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi ein Telefonat mit Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin zum Anlass nahm, um sich von Thorne zu verabschieden. Die Freundschaft der beiden Macho-Ministerpräsidenten verwirrt die USA und lässt sie eine Achse des Was-auch-immer befürchten. Vielleicht planen Italien und Russland, den US-Pizza-Markt mit den Geschmacksrichtungen Gorgonzola-Kaviar und Mortadella-Borschtsch zu überschwemmen? Nein, vermutlich geht es eher um Parties und Energiepolitik.

Auch Julian Assange, Gründer und Gesicht von WikiLeaks, bleibt ein Thema für die Berichterstattung. Seit dem 1. Dezember 2010 fahndet Interpol weltweit nach Julian Assange, Grund hierfür ist ein schwedischer Haftbefehl aufgrund von Vergewaltigung und sexueller Belästigung. Assange bestreitet diese Vorwürfe, doch die zuständige Staatsanwaltschaft will ihn zu den Anschuldigungen befragen und konnte seiner bisher noch nicht habhaft werden. Über seinen Anwalt Björn Hurtig hatte Assange inzwischen versucht, den obersten Gerichtshof Schwedens davon zu überzeugen, den Haftbefehl aufzuheben. Die Richter wiesen diese Beschwerde jedoch ab und erklärten, es lägen keine schwerwiegenden Gründe vor, die eine Prüfung des Haftbefehls durch den obersten Gerichtshof notwendig machen.

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