Wikileaks verliert Domain und PayPal-Account

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doelf
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Wikileaks verliert Domain und PayPal-Account

Beitrag von doelf » 04 Dez 2010, 16:43

Die Wahrheit zu veröffentlichen hat noch nie jemanden vor Vergeltung und Strafe geschützt. Nachdem Wikileaks bei der Veröffentlichung vertraulicher und geheimer US-Depeschen mit international bekannten Zeitschriften und Tageszeitungen zusammengearbeitet hatte, ist der Kampf gegen die Whistleblower-Plattform nun vollends entbrannt. Aus dem einstigen Störenfried ist aus Sicht der USA ein Terror-Netzwerk des Information-Zeitalters geworden.

Glaubt man den Ausführungen US-amerikanischer Politiker, spielt Wikileaks mit Menschenleben und beschwört neue Kriege herauf. Dabei kann man Wikileaks im Gegensatz zu den meisten Politikern nicht einmal vorwerfen, dass die Plattform dreiste Lügen verbreiten würde. Doch nicht jede Wahrheit ist für alle Augen und Ohren bestimmt und so versucht man Wikileaks derzeit mit rechtlichen Schritten in die Knie zu zwingen. Diese richten sich in erster Linie gegen die Partner von Wikileaks, die plötzlich ihre allgemeinen Geschäftsbedingungen durchstöbern und dabei auf rechtliche Probleme mit den Inhalten der Plattform stoßen. Den Anfang machte Amazon mit der Sperrung von Webservern, gestern folgte dann der DNS-Dienst EveryDNS. Nach Angaben von EveryDNS hatte man Wikileaks bereits am 1. Dezember per E-Mail, Twitter sowie über die Chat-Funktion der Wikileaks-Webseite über die bevorstehende Abschaltung informiert. Dennoch ist die Domain wikileaks.org auch zur Stunde noch nicht erreichbar, was nach Ansicht von EveryDNS einzig und alleine ein Verschulden von Wikileaks ist. Aktuell wird wikileaks.ch als Ausweichadresse genutzt.

Zusätzlich hat die eBay-Tochter PayPal das Spendenkonto für Wikileaks, welches von der "Wau Holland Foundation" betrieben wurde, deaktiviert. Versucht man, Wikileaks über PayPal Geld zukommen zu lassen, kommt die Meldung "This recipient is currently unable to receive money". PayPal begründet diesen Schritt - wie zuvor auch Amazon und EveryDNS - mit Verstößen gegen die allgemeinen Geschäftsbedingungen. Die schlechte Erreichbarkeit des PayPal-Blogs deutet darauf hin, dass der Server derzeit unter großer Last steht - wir vermuten DoS-Angriffe durch Aktivisten, welche eBays Entscheidung nicht gutheißen wollen. Finanziell wird dies Wikileaks aber kaum austrocknen, denn die Plattform hat noch Konten in der Schweiz, Deutschland und Island, zudem kann man direkte Kreditkartenzahlungen an Wikileaks über den schweizer Dienstleister Datacell vornehmen.

Der Fall Wikileaks zeigt, wie schnell man im Internet auf unerwünschte Inhalte reagieren kann und wie frei es in dieser angeblichen Anarchie wirklich zugeht. Geht es hingegen um Kinderpornos, Rassismus oder Extremismus, reagieren die für die Abwicklung diverse Dienstleistungen verantwortlichen Firmen oftmals deutlich träger. In den kommenden Wochen wird der Fall Wikileaks dokumentieren, wie frei das Internet wirklich ist.

Onkel_Dithmeyer

Re: Wikileaks verliert Domain und PayPal-Account

Beitrag von Onkel_Dithmeyer » 04 Dez 2010, 20:25

Grandiose News. Vor allem der Vergleich zur heiß diskutierten Kinderpornografie gefällt mir sehr. Weiter so! :o

wigor666

Re: Wikileaks verliert Domain und PayPal-Account

Beitrag von wigor666 » 05 Dez 2010, 11:40

Hallou,

ist doch immer das selbe. Wenn man sich mit den "mächtigen" anlegt...

Scheißt du mir vorn Koffer, schieß ich dir...

Jetzt wird sich zeigen, ob der schöne Schein (Serverfarm in Atombunker) , den die Macher versuchen zu vermitteln, auch der Wahrheit entspricht.

Mal sehen wie unabhängig die wirklich sind.

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