Peinlicher Designfehler stoppt Intels Sandy Bridge

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doelf
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Peinlicher Designfehler stoppt Intels Sandy Bridge

Beitrag von doelf » 31 Jan 2011, 20:07

Intel hat einen Designfehler entdeckt, welcher die Verbreitung der neuen Sandy-Bridge-CPUs vorerst stoppen wird. Das Problem steckt zwar nicht in den Prozessoren selbst, sondern in den dazugehörigen Chipsätzen der Cougar-Point-Familie, doch zu diesen gibt es zur Zeit keine Alternative.

Wie Intel berichtet, lässt der Fehler die Übertragungsrate der SATA-Schnittstellen mit der Zeit sinken, zudem kann es dazu kommen, dass die angeschlossenen SATA-Geräte nicht mehr funktionieren. Betroffen sind die Desktop-Chipsätze P67 und H67 sowie die Mobil-Varianten HM67 und HM65. Der Fehler steckt im Design dieser Chips und kann nicht mit einem Software-Update behoben oder umgangen werden. Es ist somit erforderlich, betroffene Chipsätze auszutauschen. In der Praxis läuft dies auf den Austausch des Mainboards hinaus. Offenbar tritt der Fehler keinesfalls bei allen Chips auf, so dass er erst nach der Auslieferung der fertigen Produkte entdeckt wurde.

Intel hat die Produktion der betroffenen Chipsätze gestoppt und mit der Fertigung einer fehlerbereinigten Version begonnen. Die überarbeiteten Chips sollen in kleineren Mengen ab Ende Februar ausgeliefert werden, die volle Fertigungskapazität wird Intel aber frühestens im April erreichen. Zudem werden weitere Wochen ins Land gehen, bis die neuen Chips auf Hauptplatinen verbaut und diese nach Europa verschifft worden sind. Bis dahin sind die Sandy-Bridge-CPUs heimatlos und dürften sich zu unfreiwilligen Ladenhütern entwickeln. Kunden, die bereits auf eine Sandy-Bridge-Plattform umgestiegen sind, empfiehlt Intel, diese vorerst weiter zu benutzen. In der Zwischenzeit will die Firma zusammen mit ihren Partnern Lösungen erarbeiten, um potentiell betroffene Komponenten auszutauschen.

Da die fehlerhaften Systeme und Komponenten erst seit dem 9. Januar 2011 verkauft werden, ist die Zahl der betroffenen Kunden vergleichsweise gering. Auf der anderen Seite hatten Intels Partner bereits vor Monaten mit der Produktion ihrer Systeme und Mainboards begonnen und diese seit Anfang des Jahres auch massiv beworben, so dass sie von der Verzögerung schmerzlich getroffen werden. Intel geht zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass der Designfehler den Umsatz im ersten Quartal 2011 um 300 Millionen US-Dollar reduzieren wird. Für die Reparatur und den Austausch der betroffenen Systeme und Bauteile rechnet Intel mit Kosten in Höhe von ca. 700 Millionen US-Dollar.

Dieser Chipsatzfehler ist für Intel zwar kein Supergau, doch er ist höchst peinlich und auch nicht gerade billig. Insbesondere die massive Verzögerung bei der Markteinführung der neuen Architektur könnte Intel teuer zu stehen kommen, da AMD nun bis schätzungsweise Mai Zeit hat, um seine ersten Modelle der Bulldozer-Generation in Stellung zu bringen.

Zum Guide: Intels Chipsatz-Rückruf (Sandy Bridge / Cougar Point)
https://www.au-ja.de/guide-intel-sandy- ... ug-1.phtml

Quelle:
http://newsroom.intel.com/community/int ... -c1-264102

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Radulf
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Re: Peinlicher Designfehler stoppt Intels Sandy Bridge

Beitrag von Radulf » 31 Jan 2011, 20:25

Das ist mal bitter für Intel. Gut, der Fehler läßt sich woch recht einfach beheben, aber die Logistik möchte ich nicht am Hals haben....

Sachsen Paule
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Re: Peinlicher Designfehler stoppt Intels Sandy Bridge

Beitrag von Sachsen Paule » 31 Jan 2011, 20:55

Es ist ärgerlich, aber man hat den Fehler zugegenen und wird ihn beseitigen.
Lieber so, als wie Nvidia damals bei der 8000 Serie (8600GS z.B.).
Ich hab massenhaft defekte Notebooks wegem dem Problem hier stehen.
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Loner
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Re: Peinlicher Designfehler stoppt Intels Sandy Bridge

Beitrag von Loner » 31 Jan 2011, 21:37

Ich war mal so frei, dass Wort "Unkosten" durch "Kosten" zu ersetzen, denn ersteres gibt es in diesem Zusammenhang nicht ;)

davon abgesehen: heißt dass ich muss jetzt gefühlte Ewigkeiten auf nen brauchbaren Untersatz für meinen i7-2600K warten? :cry:

und viel schlimmer, jetzt muss ich die WaKü nochmal abdichten :pukeon:
sapere aude!

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Re: Peinlicher Designfehler stoppt Intels Sandy Bridge

Beitrag von doelf » 31 Jan 2011, 22:37

Ach Herm! Armer Loner :-(

wigor666

Re: Peinlicher Designfehler stoppt Intels Sandy Bridge

Beitrag von wigor666 » 01 Feb 2011, 03:23

... und sie lernen es nicht!


Hallou,

das doch S*c*h*e*i*ß*e. Wann wird die gottv*e*r*d*a*m*t*e Industrie sich endlich wieder mehr Zeit nehmen und den Markt mit zu ende entwickelten Produkten, zu annehmbaren Preisen beglücken? :cry:

Das sind doch nur die Blüten, die, die Entwicklung der letzten Jahre treibt. Das mußte ja mal passieren, dass ein Fehler nicht mit irgendwelchen Updates wegzupfuschen ist. Alles Halbgarer Dreck, hauptsache die Dividende stimmt, was in diesem Fall jawohl voll nach hinten losgeht. Diese "Kleinigkeiten" giebts doch zu Hauf. Besagte Grafikchips, der tolle tolle TLB-Bug nebst zugehörigem Pfuschfix, die Curical c300 Serie, die selbst nach dem !!!sechsten!!! Firmwareupgrade nicht stabiel zum laufen zu kriegen ist, ...

Wie gut das ich mir angewöhnt habe, Hardware erst zum Serienende hin zu kaufen, wenn der Preis einigermaßen annehmbar ist und sowas hir, absolut nicht mehr passieren kann/für solche Probs ne Lösung gefunden ist. (5870, bald biste mein und das dann für 3 Mark 50 :D :D :D )

@Loner: mein Beileid, aber das hat man davon wenn man das neuste kauft.

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Re: Peinlicher Designfehler stoppt Intels Sandy Bridge

Beitrag von Loner » 01 Feb 2011, 07:44

Ich weiß ja nicht in welcher Parallelwelt du zu Hause bist, aber deine Ausführungen kann ich nicht nachvollziehen.

Der i7-2600K bietet ein super Preis/Leistungsverhältnis, er schlägt in manchen Benchmarks sogar 999$ extreme CPUs und ist dabei noch sparsamer als seine Vorgänger und bringt eine IGP mit, die eine ausreichende 3D Performance abliefert und Videocodecs in Hardware beschleunigt.

Die C300 hab ich seit der ersten Firmware in meinem Rechner, superschnell und rocksolid. Und hell yeah, ich wollte das schnellste und hab's bekommen und selbst Monate nach launch hab ich noch immer eine der schnellsten Consumer SSDs in meinem Rechner - mir gefällts.

Und hast du jemals einen Blick in die Dokumente zu einer Cpu oder Chipsatz geworfen, da sind hunderte von Fehlern drin, die man erst im Nachhinein bemerkt hat, das ist völlig normal. Nur in diesem Fall halt Pech für Intel, das der Fehler nicht nachträglich zu beheben ist.
sapere aude!

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Re: Peinlicher Designfehler stoppt Intels Sandy Bridge

Beitrag von doelf » 01 Feb 2011, 10:18

Das Problem mit der C300 kann ich auch nicht nachvollziehen. Ich setze die selber ein und seit der zweiten Firmware läuft alles wunderbar. Zudem gibt es nur drei Firmware-Versionen (0001, 0002 und 0006).

Gruß

Michael

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Re: Peinlicher Designfehler stoppt Intels Sandy Bridge

Beitrag von doelf » 01 Feb 2011, 11:39

Bezüglich des Design-Fehlers hoffen wir im Laufe des Tages weitere Informationen zu erhalten...

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The Grinch
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Re: Peinlicher Designfehler stoppt Intels Sandy Bridge

Beitrag von The Grinch » 01 Feb 2011, 11:41

Könnte intel es schaffen den Bug ev. mit einem Treiber-Update zu "minimieren"?
Oder müssen die tatsächlich ein Umtausch-Programm vom Stapel lassen?

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