HP: Lieber Chefwechsel als Totalumbau?

Hier werden aktuelle Meldungen diskutiert
[this is the place to discus news topics]
Antworten
Benutzeravatar
doelf
Moderator
Moderator
Beiträge: 34714
Registriert: 12 Feb 2004, 23:29
Wohnort: Alsdorf
Kontaktdaten:

HP: Lieber Chefwechsel als Totalumbau?

Beitrag von doelf » 22 Sep 2011, 07:27

Die Aktie des weltgrößten PC-Herstellers Hewlett-Packard ist in den vergangenen Stunden um 6,72 Prozent auf 23,98 US-Dollar gestiegen. Der Auslöser für diese unerwartete Trendwende sind keinesfalls geschäftliche Erfolge, sondern die Aussicht auf einen weiteren Wechsel an der Firmenspitze.

Wie Bloomberg in Bezugnahme auf firmeninterne Quellen berichtet, plant Hewlett-Packard den Rauswurf von Leo Apotheker. Apotheker, der den Chefposten bei HP erst seit einem knappen Jahr innehat, setzte zuletzt auf radikale Reformen und kündigte Mitte August einen umfassenden Konzernumbau an. Dabei stellte Apotheker nicht nur das bisherige Kerngeschäft (Computer und Notebooks) in Frage, sondern legte auch die komplette webOS-Sparte (Smartphones und Tablets) auf Eis. Der ehemalige Vorstandssprecher der SAP AG sieht die Zukunft von HP in den Bereichen Software und Service, doch die Anleger konnte er von seiner Vision nicht überzeugen. Nach Bekanntgabe der Pläne verlor HP gut ein Fünftel seines Börsenwertes und erst die Aussicht auf eine Trennung von Leo Apotheker gibt dem Papier nun wieder neuen Schwung. Als Übergangslösung ist die ehemalige eBay-Chefin Meg Whitman im Gespräch.

Seit sich HP im Sommer 2010 von Mark Hurd getrennt hatte, befindet sich die Firma in unsicheren Gewässern. Der zweifache Familienvater Hurd hatte HP zunächst erfolgreich wieder auf Kurs gebracht, stolperte dann aber über die Ex-Schauspielerin und HP-Mitarbeiterin Jodie Fisher ("Intimate Obsession", 1992). Hurd wechselte zu Oracle, um die dortige Hardware-Sparte, also die 2009 übernommene Firma Sun, zu leiten. Doch HP befürchtete, dass Hurd sein Insiderwissen bei seinem neuen Arbeitgeber einbringen könnte, was zu massiven Spannungen zwischen HP und Oracle führte. Diese eskalierten, als HP einen gewissen Leo Apotheker als neuen CEO präsentierte. Der ehemalige Vorstandssprecher von SAP war Oracle ein Dorn im Auge, da die Amerikaner dem deutschen Unternehmen Datendiebstahl vorwerfen und auf Schadensersatz in Milliardenhöhe klagen. Und weil Oracle Leo Apotheker im Zeugenstand sehen wollte, tauchte HPs frisch gebackener Chef im November 2010 erst einmal unter.

Nach diesem Fehlstart gab es dann Anfang 2011 erste Berichte über Apothekers Zukunftspläne für HP, die aufgrund ihrer Tragweite dann aber erst vor einem guten Monat konkretisiert wurden. HPs CEO stellt mit der Personal Systems Group (PSG) nämlich das bisherige Kerngeschäft des Unternehmens in Frage. Mit Computern und Notebooks für Endkunden erzielte HP im dritten Quartal 2011 einen Umsatz in Höhe von 9,592 Milliarden US-Dollar (knapp ein Drittel des Gesamtumsatzes) und erwirtschaftete dabei einen Gewinn von 567 Millionen US-Dollar. Diese Marge ist für Apothekers Geschmack zu gering, weshalb er in Zukunft primär auf die Entwicklung von Software sowie Dienstleistungen aus den Bereichen Netzwerk, Storage und Cloud-Computing setzen will. Damit positioniert er HP in Konkurrenz zu den Branchengrößen IBM und Oracle, wobei sich HP diesen neuen Markt erst noch erkämpfen bzw. erkaufen muss - und das kann recht teuer werden.

Quelle:
http://www.bloomberg.com/news/2011-09-2 ... -tech.html

Benutzeravatar
doelf
Moderator
Moderator
Beiträge: 34714
Registriert: 12 Feb 2004, 23:29
Wohnort: Alsdorf
Kontaktdaten:

HP hat sich von Leo Apotheker getrennt

Beitrag von doelf » 23 Sep 2011, 13:26

Der falsche Mann zur falschen Zeit am falschen Ort? Kurz nach Börsenschluss bestätigte HP die Gerüchte über einen Wechsel an der Unternehmensspitze. Leo Apotheker wollte HP in Richtung Software und Service biegen, doch die Investoren zweifelten an diesem Konzept. Nun soll Meg Whitman den weltgrößten PC-Herstellers wieder auf Kurs bringen.

Als Leo Apotheker am 1. November 2010 die Nachfolge von Mark Hurd antrat, wunderten sich nicht wenige über diese Personalie. Der ehemalige Vorstandssprecher der SAP AG betrat mit seinem Wechsel in die Hardware-Branche Neuland, doch bereits Anfang 2011 wurde deutlich, dass er HPs Zukunft in den Bereichen Software und Service sah. Im Vergleich zum Hardware-Geschäft winken hier deutlich höhere Margen, doch die Anleger konnten sich HP nicht als Herausforderer für IBM und Oracle vorstellen. Nachdem das Unternehmen seine Zukunftspläne Mitte August 2011 vorgestellt hatte, verlor es innerhalb eines Tages ein gutes Fünftel seines Börsenwertes. Doch dies ist nur die Spitze des Eisberges, denn wenn wir den Kurs vom 10. Februar 2010 zugrunde legen (49,39 US-Dollar), hat sich der Wert von HPs Aktie mehr als halbiert (aktuell: 22,80 US-Dollar). Nun soll Meg Whitman, unter der eBay zu einem weltweit erfolgreich operierenden Unternehmen heranwuchs, das Ruder herumreißen.

"Wir (der Verwaltungsrat) erkennen Leos Anstrengungen und seinen seit seiner Ernennung für HP geleisteten Dienst an", erklärt Ray Lane. Dies klingt wie "Leo war stets bemüht" und macht überdeutlich, dass CEO und Unternehmen nicht sonderlich gut miteinander harmoniert haben. "Der Verwaltungsrat ist der Ansicht, dass HPs Chefposten in der gegenwärtigen Situation zusätzliche Attribute erfordert, um die Unternehmensstrategie erfolgreich umsetzen zu können", fährt Lane fort und erklärt dann auch, um welche Attribute es sich handelt. In seinen Augen verfügt Meg Whitman nämlich über "die richtigen operativen und kommunikativen Fähigkeiten sowie Führungsqualitäten". Während sich Leo Apotheker über dieses Zeugnis wohl kaum freuen kann, wird ihm zumindest die vorzeitige Trennung von HP mit einer Abfindung in Millionenhöhe versüßt. Über die Höhe dieser Abfindung ist bisher noch nichts bekannt.

Doch wie geht es für HP weiter? Schließlich war Leo Apotheker in der Firma kein Alleinherrscher, sondern hatte seine Pläne zusammen mit dem Aufsichtsrat erarbeitet. Auch Apothekers Vorgänger Mark Hurd hatte bereits verstärkt auf Dienstleistungen gesetzt, den Umbau des Unternehmens aber nachhaltiger und eben nicht mit dem Brecheisen vorgenommen. Hurd hatte HP erfolgreich durch die Finanzkrise gesteuert, bevor er vom Verwaltungsrat wegen einer Lappalie gefeuert wurde. Sein Nachfolger hätte diesen Kurs eigentlich nur konsequent fortführen müssen, doch dann setzte der Verwaltungsrat überraschend auf den Software-Experten Leo Apotheker. Vielleicht wollte man bei HP einfach zuviel in zu kurzer Zeit und als dies den chronisch panischen Finanzmarkt verschreckte, machte der Verwaltungsrat eine Kehrtwende und erklärte den unbequemen Apotheker zum Bauernopfer.

Die Abspaltung der Personal Systems Group (Computer und Laptops) lässt sich vermutlich noch aufhalten, doch das Ende der webOS-Sparte (Smartphones und Tablets) ist besiegelt und auch die kostspielige Übernahme der britischen Software-Firma Autonomy Corporation wird wohl kaum noch zu stoppen sein. Mehr als 10 Milliarden US-Dollar wird HP für diesen Kauf hinlegen, so dass Autonomy unbedingt erfolgreich in das eigene Gemischtwarensortiment eingegliedert werden muss. Man darf gespannt sein, wann bzw. ob es HP zurück in ruhigere Fahrwasser schaffen wird.

Quelle:
http://www.businesswire.com/news/home/2 ... -Executive

wigor666

Re: HP: Lieber Chefwechsel als Totalumbau?

Beitrag von wigor666 » 24 Sep 2011, 03:39

Hallou,

Hmmmm... O.K., Fassen wir mal zusammen. Die Aktie im Keller(N A*r*s*c*h voll Geld WEG). Eine 10 Miliarden Ausgabe, die jetzt ungefähr so Sinnvoll wie n Stein um Hals sein dürfte (10 Miliarden WEG). Eine begonnene Umstruckturierungsmaßname, die wieder Restruckturiert werden muß (Wo die entstehenden Kosten noch keiner einschätzen kann). Eine komplette Abteilung für n wichtiges, zukunftsträchtiges Marktsegment, einfach so, ABGESCHAFFT, wo n Haufen Geld für Entwicklungen verbrannt wurde, welches nie wieder reinkommt (Soviel Geld weg, dass bestimmt noch keiner nachgerechnet hat :wink: :lol: ).

Ähh... welcher Depp hat den Idioten von SAP ans Steuer gelassen? Mein Gott, Wie kann einer allein, so eine Betriebswirtschaftliche riesens*c*h*e*i*ß*e bauen? Ha Ha, hat er ja nicht, war ja alles vom Vorstand abgesegnet. Hätte man die Leute nicht ersteinmal auf einen Betriebswirtschaftsergang schicken können, bevor man ihnen die Geschicke eines Weltkonzerns anvertraut? Ich bin zwar nur Blöbmannsgehilfe, aber so ein Riesenbockmist hätte selbst ich nich verzapfen können. Aber, das passt in die Zeit, die größten Deppen sind, wie immer, ganz oben zu finden, Echt, Superleistung :pukeon:

Die Mannen sollten n Buch schreiben " Wie treibe ich einen Weltkonzern schnellstmöglich in den Rouin". In diesem Fall sollte man, im Interesse aller, den ganzen Vorstand gleich mit an die Luft setzen. :spank:

Benutzeravatar
doelf
Moderator
Moderator
Beiträge: 34714
Registriert: 12 Feb 2004, 23:29
Wohnort: Alsdorf
Kontaktdaten:

Re: HP: Lieber Chefwechsel als Totalumbau?

Beitrag von doelf » 24 Sep 2011, 14:21

Gibt es dieses Buch nicht schon von AOL?

Im Ernst: Was man bei HP sieht, ist schon ziemlich konzeptlos und beunruhigend. Wenn sie zumindest einen Käufer für die PC-Sparte hätten präsentieren können, aber so kauft man teuer zu und setzt gleichzeitig ein Fragezeichen hinter ein Drittel der Firma. Und darüber, was Meg Whitman nun machen soll, sagt der Verwaltungsrat leider gar nichts. Soll sie weitermachen wie von Apotheker geplant? Zurück zum Anfang? Wandler, aber schrittweise? Ich beneide die gute Frau nicht um diese Aufgabe, aber immerhin wird sie nicht schlecht bezahlt werden...

Gruß

Michael

wigor666

Re: HP: Lieber Chefwechsel als Totalumbau?

Beitrag von wigor666 » 26 Sep 2011, 20:52

Hallou,

was heißt nicht schlecht bezahlt werden? Ich glaube nicht, dass der Onkel Apotheker einfach so gegangen ist. Die ein oder andere Milion wird der schon mitgenommen haben, aber das ist ne andere Geschichte. Zurück zum Thema.

Konzeplos is gut :lol: , das was da jetzt mal wieder passiert ist, dürfte wohl der Innbegriff der Konzeplosigkeit sein. Nach der Nummer, muss für die Deffinition im Duden, das Beispiel, in "siehe HP 2011", geändert werden.

Wie es weiter gehen kann, Hmmm... so dermaßen, wie dieses Unternehmen in Trümmern liegt, würde ich in meinem jugendlichen Leichtsinn sagen, "thats all folks" Das war`s. Das was jetzt passiert ist, ist doch nur der Gipfel einer ganzen Reihe von unternehmerischen Fehlentscheidungen der letzten 10 Jahre. Banales Beispiel, was war mit dem tollen tollen Itanium? Jeder, der halbwegs Plan hat, lacht heut noch drüber und wer hat bis heute dran festgehalten, nein schlimmer noch, n ganzes Betriebssystem drumrumgestrickt, was irgendwie keiner so recht haben wollte, weil das Original billiger war und keine spezielle Hardware benötigte?

Ich möchte da Herrn Priol Zitiren " Deutschland steckt Verkehrspolitisch in einer Sackgasse, aber diese wird dafür 3 Spurig ausgebaut" Genau das passierte HP, den Mist wollte keiner haben, aber anstatt ihn einfach einzustampfen, hamma nochma kräftig nachgelegt und richtig Knete verbrannt. Das ist immer so, wenn Buden zu groß werden, versuchen sie Maßstäbe zu setzen und Standarts zu etablieren was dann voll nach hinten losgeht und anstatt einfach zu dem Bockmist zu stehen und Ihn einzustampfen, wird dann solange gemacht bis das Unternehmen daran zerbricht.

Hier war`s jetzt nicht ganz so, hir Gipfelte das: "Hmm... wir wissen jetzt auch nicht so recht weiter" in "lass mal den neuen, innovativen, mit seinen tollen neuen Ideen ran, weil uns selber irgendwie nix mehr gescheites einfällt". Der hat dann auch gemacht und voll eingebombt und zwar mit allem was an Unternehmerischen Fehlentscheidungen noch verblieben war. Der Megaburner und kurz vor Ende des gesammten Umstruckturierungsprozesses, fällt dann allen Beteidigten auf," Jaa nee, dat isset getz irgendwie auch nich, nää, du gehs getz ma hir und wir machen wieder rück." Doch S*h*i*t, das geht ja alle garnich so ohne weiteres, die Abteilung is ja schon dicht, die Leute entlassen, die Sparte schon outgesourct und der neue Mist schon gekauft... Öhhh, was jetzt? (Ist das nicht die Frage, die von vornherrein im Raum stand? :wink: :D )

Meiner Meinung nach, sollte HP, wacker wacker den Weg des Apothekers weiter gehn, weil sie sich, schlicht und ergreifend, garnichts anderes leisten können. Aber die erste Entscheidung, dagegen, ist ja schon mit dem Rauswurf des Delingquenten gefallen.

Zuende umstruckturieren? Wollen wa nich! Zurück zu altbewährtem? Können wa nich! Und wieder steht die ursprüngliche Frage im Raum: Was jetzt?

Klar, solche Buden wurschteln sich, in der Regel, immerwieder, irgendwie, aus sowas raus, aber zumindest bei Compaq ist das schonmal schiefgegangen. Meiner Meinung nach, stehen die Chancen gut, das es dieses mal, bei HP, wirklich schief geht.

Antworten