Ultrabook: Hersteller hoffen auf Haswell

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doelf
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Ultrabook: Hersteller hoffen auf Haswell

Beitrag von doelf » 08 Aug 2012, 09:05

Als Intel vor gut einem Jahr seine Ultrabook-Pläne präsentierte, prognostizierte der Chipriese einen schnellen Erfolg für die flachen Notebooks. Doch dieser wollte sich weder mit "Huron River" (Sandy Bridge) noch mit "Chief River" (Ivy Bridge) einstellen, weshalb die Hersteller nun auf Intels kommende CPU-Architektur "Haswell" hoffen.

Die Ultrabook-Plattform "Shark Bay", welche die Haswell-CPUs umfassen wird, soll im ersten Halbjahr 2013 auf den Markt kommen. Eigentlich handelt es sich bei diesen Chips nicht mehr und Prozessoren sondern vielmehr um SoCs (System on a chip), die neben den Rechen- und Grafikkernen auch den kompletten Chipsatz umfassen. Bei den ersten beiden Ultrabook-Generationen befinden sich lediglich die Northbridge-Funktionen (z.B. Speicher- und PCIe-Controller) im Prozessor, dem ein "Platform Controller Hub" (PCH) mit typischen I/O-Funktionen (SATA, HDA, USB) zur Seite steht. Diese Southbridge wandert bei Haswell nun ebenfalls in die CPU, so dass die Hersteller nur noch einen Chip verbauen und kühlen müssen. Dies vereinfacht das Platinendesign und spart Platz, so dass noch flachere Geräte möglich werden. Ob Intel im Zuge dieser Integration auch seine Preise senken wird, ist allerdings fraglich. Vermutlich wird ein Haswell-SoC genauso viel kosten wie ein aktuelles Bundle aus "Ivy Bridge"-CPU und PCH.

Die Haswell-SoCs bieten allerdings noch andere Vorteile: Sie werden - genau wie "Ivy Bridge" - im 22-nm-Prozess mit dreidimensionalen Tri-Gate-Transistoren gefertigt, sollen dank der höheren Integration und eines verbesserten Energiemanagements aber weniger Strom verbrauchen. Dies gilt insbesondere für den Leerlauf, unter Last wird die maximale TDP (CPU + PCH) lediglich von 17 auf 15 Watt sinken. Während Intel die Rechenkerne um den Befehlssatz "Advanced Vector Extensions 2" (AVX2) erweitern wird, soll der integrierte Grafikkern Direct3D 11.1 und OpenGL 3.2 beherrschen und deutlich mehr 3D-Leistung bieten. Weiterhin ist eine neue Cache-Architektur geplant und vermutlich wird auch Thunderbolt zum Funktionsumfang der Haswell-Chips gehören. Für den Käufer bedeutet dies mehr Leistung, kompaktere Abmessungen und längere Akkulaufzeiten.

Doch bis zur Markteinführung der "Shark Bay"-Plattform werden noch einige Monate vergehen und so setzen die Hersteller von Ultrabooks derzeit auf größere Displays mit Bilddiagonalen von 14 bzw. 15 Zoll sowie auf preiswertere Prozessoren. Die neuen CPUs werden noch im dritten Quartal erwartet und sollen die Preise der Ultrabooks auf 699 US-Dollar drücken. Zum Jahresende könnten die ersten Geräte sogar in den Preisbereich von 599 US-Dollar vorstoßen. Aufgrund der Namensgebung "Celeron ULV" darf man von diesen Prozessoren allerdings keine hohen Leistungsdaten erwarten: Der Celeron ULV 877 besitzt zwei Kerne, die mit 1,40 GHz takten und ohne HyperThreading auskommen müssen. Der Celeron ULV 807 taktet seinen einzelnen Kern mit 1,50 GHz und kann dank HyperThreading zwei Threads parallel bearbeiten. Beide Prozessoren basieren noch auf der letztjährigen "Sandy Bridge"-Architektur und sollen 86 bzw. 70 US-Dollar kosten.

Quelle:
http://www.digitimes.com/news/a20120806PD218.html

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