Atom-Problem: Windows 8 und Tablets besiegeln Netbook-Ende

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doelf
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Atom-Problem: Windows 8 und Tablets besiegeln Netbook-Ende

Beitrag von doelf »

Zum Jahreswechsel 2007/2008 brachte ASUS seinen ersten Eee PC auf den Markt und legte damit den Grundstein für die neue Geräteklasse der Netbooks. Mit Preisen unter 300 Euro wurden die Netbooks zunächst zum Verkaufsschlager, doch billige Notebooks und Tablets drängten sie in eine immer kleinere Nische. Nun ist das Ende der Netbooks in Sicht.

Netbooks haben mit drei Problemen zu kämpfen: Die Kunden halten sie für langsam, billig und altmodisch. Intels Atom-Architektur wurde zwar mehrmals überarbeitet, ist dabei aber nicht wesentlich schneller geworden. Leistungsstärkere Prozessoren und Touch-Bedienung würden die Netbooks zwar aufwerten, zugleich aber auch in den Preisbereich günstiger Ultrabooks katapultieren. Es gab zwar einige Versuche, Netbooks in höheren Preis- und Leistungsklassen zu positionieren, doch diese Geräte wurden von den Kunden nicht angenommen. Die Käufer greifen lieber zu flexibleren Notebooks oder portableren Tablets.

Dies hat auch der Netbook-Erfinder ASUS erkannt und wird die Produktlinie "Eee PC" zugunsten seiner Transformer-Tablets auslaufen lassen. Auch Acer und MSI planen keine neuen Netbooks und werden diesen Markt nach dem Abverkauf der aktuellen Modelle verlassen. Der Zeitpunkt des Netbook-Abschieds ist dabei kein Zufall: Im Gegensatz zu Windows 7 wird es von Windows 8 keine abgespeckte Starter-Edition mehr geben, denn diese Rolle übernimmt Windows RT, welches nur auf der ARM-Architektur läuft. Für die Netbook-Hersteller bedeutet dies höhere Lizenzkosten sowie höhere Anforderungen an die Hardware. Hierdurch wird das Netbook unprofitabel und die Firmen konzentrieren sich lieber auf Tablets, die sich eh viel besser verkaufen.

Das Ende des Netbook-Marktes wiederum stellt die Zukunft von Intels Atom-Architektur in Frage. In Desktop-PCs sind diese Prozessoren eine Randerscheinung und auch die Varianten für Tablets und Smartphones konnten bisher keine signifikanten Marktanteile gewinnen. Bleibt noch der Einsatz im industriellen Umfeld. Experten gehen davon aus, dass Intels Atom-Absatz bereits im vierten Quartal 2012 um bis zu 50 Prozent einbrechen könnte.

Quelle:
http://www.digitimes.com/news/a20120903PD208.html
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