Nokia: Asha-Mobiltelefone in Q3/2012 sehr gefragt

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Nokia: Asha-Mobiltelefone in Q3/2012 sehr gefragt

Beitrag von doelf » 18 Okt 2012, 16:26

Zugegeben, die Überschrift klingt seltsam für eine Meldung bezüglich Nokias Quartalsbericht, doch sie spiegelt die derzeitige Lage sehr gut wieder: Der einstige Weltmarktführer möchte mit seinen auf Windows basierenden Smartphones zu alter Größe zurückkehren, doch die Kunden greifen lieber zu den preiswerten Geräten der Asha-Serie.

Nokia steckt auch weiterhin mitten im Umbau und schreibt nach wie vor rote Zahlen. Im dritten Quartal 2012 sank der Umsatz sequentiell um 4 Prozent auf 7,239 Milliarden Euro (Q2/2012: 7,542 Milliarden Euro), verglichen mit dem Vorjahreszeitraum beläuft sich der Einbruch auf 19 Prozent (Q3/2011: 8,980 Milliarden Euro). Operativ verbuchte das Unternehmen aufgrund der hohen Restrukturierungskosten einen Verlust in Höhe von 576 Millionen Euro. Lässt man diese Sonderposten außen vor (non-IFRS), verbuchte Nokia einen operativen Gewinn von 78 Millionen Euro und erzielte endlich wieder eine positive operative Marge (non-IFRS) von 1,1 Prozent. Am Ende des Tages bleibt ein Verlust (IFRS) von 0,26 Euro je Aktie, im zweiten Quartal waren es noch -0,38 Euro und vor einem Jahr -0,02 Euro.

Der Umsatz mit Mobiltelefonen ist sequentiell um 11 Prozent auf 3,563 Milliarden Euro geschrumpft (Q2/2012: 4,023 Milliarden Euro), verglichen mit dem dritten Quartal 2011 sehen wir sogar einen Rückgang um 34 Prozent (Q3/2011: 5,392 Milliarden Euro). Bei Smartphones fällt der Umsatzeinbruch mit sequentiell 37 Prozent sowie 56 Prozent im Jahresvergleich besonders stark aus. Die Stückzahlen sanken sogar um 38 bzw. 63 Prozent auf nunmehr 6,3 Millionen Geräte. Bei den Lumia-Modellen verzeichneten die Finnen einen Rückgang auf 2,9 Millionen Einheiten, im zweiten Quartal wurden noch 4,0 Millionen dieser Smartphones verkauft. Eine Trendwende erreichte Nokia hingegen bei den Mobiltelefonen und konnte den Umsatz seit dem zweiten Quartal um 3 Prozent auf 2,366 Milliarden Euro steigern (Q2/2012: 2,291 Milliarden Euro). Zugleich kletterte die Stückzahl um 4 Prozent auf 76,6 Millionen Telefone (Q2/2012: 73,5 Millionen), darunter rund 6,5 Millionen Touch-Geräte aus der preiswerten Baureihe Asha. Zieht man das Vorjahresquartal zum Vergleich heran, zeigen sich ein Umsatzrückgang um 19 Prozent und ein Einbruch der ausgelieferten Geräte um 15 Prozent.

Ein echter Lichtblick im finnischen Tunnel ist der Netzausrüster Nokia Siemens Networks. Dieser konnte seinen Umsatz sequentiell um 5 Prozent auf 3,501 Milliarden Euro (Q2/2012: 3,343 Milliarden Euro) verbessern und liegt damit auch 3 Prozent über dem letztjährigen Wert (Q3/2011: 3,413 Milliarden Euro). Nach Monaten der Verluste verbuchte Nokia Siemens Networks einen operativen Gewinn von 182 Millionen Euro (Q2/2012: -227 Millionen Euro; Q3/2011: -114 Millionen Euro) und erzielte eine operative Marge von 5,2 Prozent (Q2/2012: -6,8%; Q3/2011: -3,3%).

Quo Vadis, Nokia? Die finnische Firma setzt auf hochwertige und teure Smartphones, welche von den Kunden zugunsten von Apple und Samsung ignoriert werden. Erfolge erzielt Nokia hingegen mit preiswerten Geräten, was auf ein ausgeprägtes Imageproblem hindeutet. Als automobile Analogie formuliert, sehen die Käufer Nokia eher als Dacia oder Skoda denn als BMW oder Mercedes. Ob die neuen Modelle Lumia 920 und Lumia 820 hieran etwas ändern können, erscheint zweifelhaft. Doch zumindest verbrennt Nokia Siemens Networks kein Geld mehr.

Quelle:
http://www.results.nokia.com/results/No ... 012Q3e.pdf

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