UEFI-Bug: Auch Windows kann Samsung-Notebooks töten

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UEFI-Bug: Auch Windows kann Samsung-Notebooks töten

Beitrag von doelf » 12 Feb 2013, 14:34

Eine fehlerhafte UEFI-Umsetzung stellte in den vergangenen Wochen etliche Notebooks des Herstellers Samsung kalt, nachdem die Benutzer darauf Linux installiert hatten. Das Problem ist aber keinesfalls auf Linux beschränkt, dort tritt es aufgrund eines zweiten Fehlers lediglich deutlich häufiger auf.

Das schwerwiegende Problem, welches zum Totalausfall des Computers führt und das seitens Samsung durch den Austausch der Hauptplatine behoben wird, wird derzeit vom Linux-Entwickler Matthew Garrett untersucht. Garrett und Samsung vermuteten zunächst, dass der Fehler im Kernel-Treiber "samsung-laptop" steckt. Dieser Treiber stützt beim Start von Linux tatsächlich ab und nach diesem Absturz zeigen die betroffenen Notebooks keine Reaktion mehr. Dennoch ist der Treiber nur ein Auslöser, aber keinesfalls die Ursache der Laptop-Sterbens.

Dies zeigte sich, als eines der Samsung-Notebooks von Matthew Garrett seinen Dienst quittierte, obwohl es ausschließlich mit Windows betrieben wurde. Garrett hatte zuvor Daten in den UEFI-Datenspeicher geschrieben und damit den Ausfall provoziert. Die UEFI-Spezifikation sieht einen Bereich vor, in den das Betriebssystem beliebige Daten schreiben kann. Da diese Daten auch nach dem Neustart des Systems noch verfügbar sind, eignet sich dieser Bereich insbesondere für Absturzmeldungen (Crash Dumps). Linux nutzt hierfür 10 KByte, welche bei wiederholten Abstürzen nicht weiter anwachsen, sondern immer wieder überschrieben werden. Auch beim Absturz aufgrund des fehlerhaften Kernel-Treibers werden diese Daten geschrieben und führen dabei zum dauerhaften Ausfall des Gerätes.

Dass in den UEFI-Datenspeicher geschrieben wird, ist nichts Besonderes. Auch Windows 8 macht von dieser Möglichkeit Gebrauch und Microsoft verlangt für diesen Zweck mindestens 64 KByte Speicherkapazität. Doch bei den betroffenen Laptops sorgen schon deutlich kleinere Datenmengen, wie etwa die 10 KByte, welche Linux für den Crash Dump verwendet, für Probleme. Um das Samsung-Notebook unter Windows dauerhaft lahmzulegen, hatte Garrett insgesamt 36 Variablen mit einer Länge von jeweils einem Kilobyte geschrieben (also 36 KByte). Doch egal wie viele Daten in den UEFI-Datenspeicher geschrieben werden, bei einer sauberen Implementierung darf ein solcher Zugriff nie zum Systemausfall führen.

Die Schlussfolgerung ist simpel: Samsung hat UEFI bei einigen seiner Notebooks fehlerhaft implementiert und nur ein fehlerbereinigtes BIOS kann dieses Problem beseitigen. Als Notlösung empfiehlt es sich, die Computer von UEFI aus CSM (Compatibility Support Module) umzustellen, doch vorinstallierte Versionen von Windows werden dann nicht mehr starten. Zu den betroffenen Notebooks gehören die Modellreihen 300E5C, 530U3C, NP700Z5C, NP700Z7C und NP900X4C. Nach dem Ausfall kann nur noch Samsung helfen, das Notebook muss also eingeschickt werden.

Quelle:
http://mjg59.dreamwidth.org/22855.html

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