WLAN-Panne bei Street View kostet Google 7 Millionen US$

Hier werden aktuelle Meldungen diskutiert
[this is the place to discus news topics]
Antworten
Benutzeravatar
doelf
Moderator
Moderator
Beiträge: 35554
Registriert: 12 Feb 2004, 23:29
Wohnort: Alsdorf
Kontaktdaten:

WLAN-Panne bei Street View kostet Google 7 Millionen US$

Beitrag von doelf »

Zwischen 2008 und März 2010 waren weltweit Fahrzeuge für Googles Dienst "Street View" unterwegs. Sie machten Fotos von Straßen und Gebäuden, verzeichneten die Standorte von WLAN-Netzwerken und schnitten die Kommunikation ungesicherter Netzwerke mit. Letzteres kostet Google in den USA rund 5,4 Millionen Euro.

Über einen Zeitraum von zwei Jahren untersuchte ein Komitee aus acht US-Bundesstaaten unter Leitung des Generalstaatsanwalts von Connecticut, George Jepsen, den Vorfall. Der nun getroffenen Vereinbarung haben sich neben Arizona, Connecticut, Florida, Illinois, Kentucky, Massachusetts, Missouri und Texas auch 30 weitere Bundesstaaten, nämlich Alaska, Arkansas, California, Colorado, Delaware, Hawaii, Iowa, Kansas, Louisiana, Maine, Maryland, Michigan, Mississippi, Montana, Nebraska, Nevada, New Jersey, New Mexico, New York, North Carolina, North Dakota, Ohio, Oklahoma, Oregon, Rhode Island, South Carolina, Tennessee, Vermont, Virginia und Washington, angeschlossen.

In seiner Mitteilung betont Jepsen, dass es nur bedingt um die Strafe in Höhe von 7 Millionen US-Dollar (5,4 Millionen Euro) gehe. Wichtiger sei der Schutz der Privatsphäre und Googles Verpflichtung, diese in Zukunft besser zu achten. So muss der Internetriese seine Mitarbeiter diesbezüglich schulen und auch eine landesweite Kampagne finanzieren, welche die Bevölkerung über mögliche Sicherungsmaßnahmen für WLAN-Netzwerke und den besseren Schutz privater Daten informiert. Zudem muss Google, sofern dies noch nicht geschehen sein sollte, alle zwischen 2008 und März 2010 gespeicherten WLAN-Mitschnitte löschen.

Zum Hintergrund:
Am 27. April 2010 hatte Google eingeräumt, dass die "Street View"-Fahrzeuge auch öffentliche SSIDs - also die Namen der WLAN-Netzwerke - und die MAC-Adressen der Geräte aufgezeichnet hatten. Solche Daten dienen zur Positionsbestimmung, wenn kein GPS-Signal vorhanden ist. Im Mai 2010 musste die Firma dann auch den Mitschnitt von Daten aus ungesicherten Netzwerken eingestehen. Angeblich hatte man vergessen, ein entsprechendes Modul in der Software zu deaktivieren. Google versicherte daraufhin, die widerrechtlich gesammelten Daten unverzüglich zu löschen. Doch auch die Löschung misslang, so dass man noch im Sommer 2012 entsprechende Mitschnitte auf Festplatten aus "Street View"-Fahrzeugen finden konnte.

Quelle:
http://www.ct.gov/ag/cwp/view.asp?Q=520518&A=2341

Antworten