Apple-Bezwingerin Taylor Swift: Show Down oder alles nur Show?

Hier werden aktuelle Meldungen diskutiert
[this is the place to discus news topics]
Antworten
Benutzeravatar
doelf
Moderator
Moderator
Beiträge: 34738
Registriert: 12 Feb 2004, 23:29
Wohnort: Alsdorf
Kontaktdaten:

Apple-Bezwingerin Taylor Swift: Show Down oder alles nur Show?

Beitrag von doelf » 22 Jun 2015, 14:22

Zumindest in Nordamerika kommt derzeit niemand an Taylor Swift vorbei - nicht einmal Apple. Als die Sängerin gestern über Tumblr ausführlich erklärte, warum sie ihr aktuelles Album "1989" nicht für Apples neuen Streaming-Dienst "Apple Music" freigeben will, schlug dies hohe Wellen. Und tatsächlich lenkte Apples Online-Chef Eddy Cue nur wenige Stunden später ein. Angesichts dieses schnellen Erfolgs sollte sich Frau Swift als Nächstes um Griechenland kümmern, schließlich ist sie noch bis Ende Juni in Europa.

In ihrer Stellungnahme hatte Taylor Swift ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass ein in seiner "Vergangenheit fortschrittliches und großzügiges Unternehmen" wie Apple den Künstlern, Komponisten und Produzenten ihre Tantiemen vorenthalten will. Hierbei geht es um den neuen Streaming-Dienst "Apple Music", welchen man in Cupertino mit einer kostenlosen, dreimonatigen Probemitgliedschaft bewirbt. Danach kostet der Dienst 9,99 US-Dollar pro Monat, es gibt aber auch einen Familientarif, der für monatlich 14,99 US-Dollar von bis zu sechs Personen genutzt werden kann.

Das Problem, was Taylor Swift und viele andere Künstler mit Apples Schnupperangebot haben, besteht in der Vergütung dieser Probezeit. In Cupertino hatte man sich überlegt, dass man den Musikverlagen einfach gar nichts zahlen möchte, schließlich fließt während dieser drei Monate auch kein Geld in Apples Kasse. Nun ist es alleine Apples Problem, wie das Unternehmen den neuen Dienst bewirbt und seinen Kunden schmackhaft macht, eine Vergütung für die Nutzung der urheberrechtlich geschützten Musik entsteht dennoch. Doch welche Plattenfirma will sich schon mit dem weltgrößte Musikhändler anlegen?

Offenbar keine, also wurde Taylor Swift vorgeschoben, die sich am Sonntag werbewirksam für die Rechte der Musiker und der Musikindustrie stark machte. Und nachdem die US-Medien ausreichend Zeit hatten, um die dunkle Seite von Apple Musik zu beleuchten, twittert Apples reumütiger Online-Chef Eddy Cue: "We hear you @taylorswift13 and indie artists. AppleMusic will pay artist for streaming, even during customer's free trial period". Der schöne Engel der Rechtschaffenheit hat Apple vom dunklen Pfad der Gier auf die helle Straße der Fairness zurückgeführt und sie alle waren vor dem Start von Apple Music noch einmal in aller Munde.

Keine Frage: Dieses Duell trägt alle Merkmale einer werbewirksamen PR-Aktion. Taylor Swift liefert Apple einen hinlänglich bekannten Grund zum Umdenken und das Unternehmen darf Reue zeigen und weiser sowie geläutert aus dem Konflikt hervorgehen. Und wir Kunden können Apple Music mit reinem Gewissen ausprobieren. Aber egal wie die Sache zustande kam, das Ergebnis ist jedenfalls richtig. Insofern: Danke für ihren Einsatz, Frau Swift!

Quelle:
http://taylorswift.tumblr.com/post/1220 ... ove-taylor
. Tails . Linux . USB . CD . Secure Desktop . IRC . Truecrypt . Tor .

Antworten