Software bremst Intels 4G-Ambitionen aus

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Software bremst Intels 4G-Ambitionen aus

Beitrag von doelf » 30 Jun 2015, 10:32

Wie Digitimes meldet, wird sich die Markteinführung von Intels SoFIA 4G auf 2016 verzögern. Diese Atom-SoCs (System-on-a-Chip) werden mit Strukturgrößen von 28 nm gefertigt und bieten ein integriertes LTE-Modem. Während die Hardware längst steht und nur noch auf die Freigabe der Massenfertigung wartet, gibt es offenbar noch massive Probleme mit der Software. Und diese könnten Intel teuer zu stehen kommen.

Intels Mobilsparte bekommt seit Jahren keinen Fuß auf den Boden und türmte alleine im Geschäftsjahr 2014 einen operativen Verlust in Höhe von 4,206 Milliarden US-Dollar auf. Der unangefochtene Marktführer im PC-Sektor spielt auf mobilen Geräten keine Rolle und konzentrierte sich zuletzt auf billige Tablets und Smartphones. Hier sollen die im März 2015 anlässlich des "Mobile World Congress" in Barcelona vorgestellten SoFIA-SoCs neue Marktanteile erschließen, denn sie bieten integrierte Modems und machen Intels Produkte - zumindest preislich - wieder konkurrenzfähig.

Die ersten SoFIA-Modelle basieren auf der Silvermont-Architektur, werden aber nicht mit Strukturgrößen von 22 nm, sondern im 28-nm-Prozess bei TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) gefertigt. Während die SoCs Atom x3-C3130 und x3-C3230RK nur ein 3G-Modem (UMTS) umfassen, sollen die Varianten Atom x3-C3440 und x3-C3445 zusätzlich auch 4G (LTE) beherrschen. Dazu gibt es noch einen Atom x3-C3405, welcher sich auf Wireless-LAN beschränkt und gar kein Mobilfunkmodem besitzt. Im kommenden Jahr soll die Produktion dann auf 14 nm (Airmont) umgestellt werden. Inzwischen ist 4G (LTE) längst im Massenmarkt angekommen und das dürfte insbesondere im kommenden Weihnachtsgeschäft zu spüren sein. Die SoFIA-Chips, auf die es wirklich ankommt, heißen also Atom x3-C3440 und x3-C3445 und genau diese Versionen bereiten Probleme. Intels Kunden haben derzeit nur die Wahl, sich mit 3G zu begnügen oder ein zusätzliches LTE-Modem zu verbauen. Letzteres ist aufgrund des hart geführten Preiskampfes zu teuer, doch mit 3G kann man auch niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Für viele Hersteller wird es daher attraktiver sein, SoCs auf Basis der ARM-Architektur zu verbauen.

Und Intel hat noch ein weiteres Problem: Wenn die 28-nm-SoCs Atom x3-C3440 und x3-C3445 tatsächlich erst 2016 auf den Markt kommen sollten, stehen ihre Airmont-Nachfolger schon in den Startlöchern. Es droht somit ein direkter Konkurrenzkampf zweier Chipgenerationen und nur wenige Hersteller werden sich auf die 28-nm-Modelle einlassen. Da Intel weiterhin um Marktanteile kämpft und seine 14-nm-SoCs mit attraktiven Preisen versehen muss, dürften die 28-nm-Chips nur mit hohem Verlust zu verkaufen sein.

Quelle:
http://www.digitimes.com/news/a20150629PD202.html
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