Hacking Team wurde gehackt

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doelf
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Hacking Team wurde gehackt

Beitrag von doelf »

Die Mailänder Firma "Hacking Team" verkauft Regierungen, Geheimdiensten und Polizeibehörden hochspezialisierte Software zur Übernahme und Überwachung fremder Computer und Netzwerke. Ob ihre Kunden die Menschenrechte respektieren, soll für die Italiener dabei zweitrangig sein. Nun wurde Hacking Team selbst gehackt und 400 GByte brisante Daten entwendet.

Diese Daten wurden über das offizielle Twitter-Konto von "Hacking Team", welches von den Angreifern in "Hacked Team" umbenannt wurde, veröffentlicht. Darunter finden sich auch die Passwörter, welche Christian Pozzi, ein Mitarbeiter der Firma, für soziale Kontakte, Bezahldienste und seine Router verwendet. Diese sind, wie ebenfalls veröffentlichte Kundenpasswörter, einfach nur peinlich (Passw0rd, Passw0rd!, Pas$w0rd). Laut Pozzi handelt es sich bei den gesamten 400 GByte um Lügen und Viren.

CSO hat die Daten bereits gesichert und kann eine höchst brisante Kundenliste präsentieren: Ägypten, Aserbaidschan, Äthiopien, Australien, Bahrain, Chile, Deutschland, Ecuador, Honduras, Italien, Kasachstan, Kolumbien, Libanon, Luxemburg, Malaysia, Marokko, Mexiko, Mongolei, Nigeria, Oman, Panama, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Schweiz, Singapur, Spanien, Sudan, Südkorea, Thailand, Tschechische Republik, Tunesien, Türkei, Ungarn, USA, Usbekistan, Vereinigte Arabische Emirate, Vietnam und Zypern.

Mit Interesse nehmen wir hierbei Deutschland, Luxemburg und die Schweiz zu Kenntnis, ernste Sorgen bereiten uns Länder wie Aserbaidschan, Kasachstan, Oman und Saudi-Arabien, doch hochbrisant sind Staaten wie Äthiopien und der Sudan. Hierzu sei angemerkt, dass die Firma "Hacking Team" bisher kategorisch bestritten hatte, Geschäftsbeziehungen mit dem Sudan zu haben. Bleibt die Frage, warum die italienische Firma dem afrikanischen Bürgerkriegsland eine Rechnung über 480,000 Euro gestellt hat.

Während die Geheimdienste von Sudan und Russland in der Kundenliste seit Ende 2014 als "Not officially supported" geführt werden, sind Länder wie der Oman und Saudi-Arabien weiterhin aktive Kunden. In der Türkei greift die Polizei auf Software von "Hacking Team" zurück, in Südkorea ist es die Armee, in Saudi-Arabien sind es die Geheimdienste und das Verteidigungsministerium. In Nigeria war nicht die Landesregierung, sondern die des Bundesstaats Bayelsa ein Kunde.

Das US-Verteidigungsministerium wird als nicht mehr aktiv geführt, die Drogenfahnder der "Drug Enforcement Agency" (DEA) erneuern derzeit ihre Verträge und das "Federal Bureau of Investigation" (FBI) war zumindest bis zum 30. Juni 2015 ein zahlender Kunde. Kunden aus Ägypten und dem Libanon wurde geraten, VPN-Dienste von deutschen und US-amerikanischen Anbietern zu nutzen. Die Benutzernamen und Passwörter für diese Dienste wurden ebenfalls offengelegt.

Quelle:
http://www.csoonline.com/article/294396 ... -data.html
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