Microsoft setzt zehn Milliarden US-Dollar in den Sand

Hier werden aktuelle Meldungen diskutiert
[this is the place to discus news topics]
Antworten
Benutzeravatar
doelf
Moderator
Moderator
Beiträge: 33206
Registriert: 12 Feb 2004, 23:29
Wohnort: Alsdorf
Kontaktdaten:

Microsoft setzt zehn Milliarden US-Dollar in den Sand

Beitrag von doelf » 22 Jul 2015, 09:01

Für Microsoft endete das fiskalische Jahr 2015 bereits am 30. Juni und zwar mit einem Knall. Diesen hatte CEO Satya Nadella zwar schon im Vorfeld angekündigt, beim Blick auf die Geschäftszahlen dürfte es aber dennoch so manchem die Sprache verschlagen. Alleine für das vierte Quartal 2015 verbuchen die Redmonder Abschreibungen und Wertberichtigungen in Höhe von 8,438 Milliarden US-Dollar und im gesamten Geschäftsjahr türmen sich diese Aufwendungen auf 10,011 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte Microsoft lediglich 127 Millionen US-Dollar abgeschrieben.

Der Grund für die verbrannten Milliarden heißt Nokia. Für Nadellas Vorgänger Steve Ballmer war die Übernahme von Nokias Mobilfunksparte noch ein großer Coup, für seinen Nachfolger wurde sie zum finanziellen Desaster. Allerdings hatte Nadella dem Zukauf auch nie eine Chance eingeräumt und keine drei Monate nach Abschluss des Geschäfts 12.500 Stellen gestrichen. Nun müssen weitere 7.800 Mitarbeiter gehen und der 5,44 Milliarden Euro teure Zukauf - 3,79 Milliarden Euro für die Gerätesparte und 1,65 Milliarden Euro für die nicht exklusive Nutzung von Patenten über einen Zeitraum von zehn Jahren - wird vollumfänglich abgeschrieben. Keine Frage: Der finnische Patient hatte keinerlei Chance, binnen 14 Monaten zu gesunden, zumal Microsoft seit dem Abschluss der Übernahme am 25. April 2014 nicht einmal einen Produktzyklus abgeschlossen hat.

Doch Satya Nadella will sich auf Wachstumsbereiche konzentrieren und hat kein Interesse daran, Ressourcen für die langwierige Behandlung einer eigenen Mobilfunksparte zu opfern. Zu diesen Wachstumsbereichen gehören Cloud-Dienste wie Office 365, Azure und Dynamics CRM Online, deren Umsatz um 88 Prozent auf jährlich 8 Milliarden US-Dollar gestiegen ist. Die Surface-Tablets verzeichnen sogar ein Umsatzplus von 117 Prozent auf 888 Millionen US-Dollar, während die Xbox-Sparte um 27 Prozent und die Online-Werbung auf Bing um 21 Prozent zulegen konnten. Das OEM-Geschäft mit Windows-Lizenzen schrumpfte aufgrund des schwachen PC-Markts um 22 Prozent und bei den Volumenlizenzen sank der mit dem Betriebssystem generierte Umsatz um acht Prozent. Da Microsoft seine Dienste für immer mehr Plattformen anbietet, nimmt die Abhängigkeit von Windows beständig ab. Aktuell steht Windows Phone bzw. Mobile auf dem Prüfstand, doch in Zukunft könnten weitere Varianten folgen.

Kommen wir nun zu den Zahlen: Microsoft meldet für das vierte Quartal 2015 einen Umsatzrückgang um 5,14 Prozent auf 22,180 Milliarden US-Dollar (Q4/2014: 23,382 Milliarden US-Dollar), einen operativen Verlust von 2,053 Milliarden US-Dollar und einen Nettoverlust von 3,195 Milliarden US-Dollar bzw. 0,40 US-Dollar je Anteil. Im Vorjahreszeitraum hatten die Redmonder operativ noch 6,482 Milliarden US-Dollar verdient und einen Nettogewinn in Höhe von 4,612 Milliarden US-Dollar bzw. 0,55 US-Dollar pro Aktie eingefahren.

Betrachten wir das gesamte fiskalische Jahr 2015, ist Microsofts Umsatz um 7,77 Prozent auf 93,580 Milliarden US-Dollar (2014: 86,833 Milliarden US-Dollar) gestiegen. Trotz der hohen Abschreibungen gibt es einen operativen Gewinn von 18,161 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von 12,193 Milliarden US-Dollar bzw. 1,48 US-Dollar je Anteil. Im Vergleich zu 2014 ist der operative Gewinn um 34,58 Prozent eingebrochen, der Nettogewinn verzeichnet sogar ein Minus von 44,76 Prozent. Ähnlich sieht es beim Gewinn pro Aktie aus, der um 43,73 Prozent geschrumpft ist.

Quelle:
https://www.microsoft.com/investor/Earn ... fault.aspx
. Tails . Linux . USB . CD . Secure Desktop . IRC . Truecrypt . Tor .

Antworten