Intels Skylake-CPUs haben ein AVX-Problem

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doelf
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Intels Skylake-CPUs haben ein AVX-Problem

Beitrag von doelf » 13 Jan 2016, 13:33

Schon Mitte Dezember 2015 meldete die Mersenne Community, deren Mitglieder mit Hilfe der Software Prime95 nach neuen Primzahlen suchen, ein Problem mit Intels aktuellen Skylake-Prozessoren. Diese sorgen unter Windows und Linux für unerwartete Abstürze, sobald sie in einer bestimmten Weise belastet werden. Das Problem ist reproduzierbar, es tritt mit unterschiedlichen Speichermodulen und Hauptplatinen auf.

Wer den Fehler nachstellen will, benötigt eine Skylake-CPU, die HyperThreading unterstützt. Dann muss man lediglich Prime95 v27.9 herunterladen, im Menü "Advanced" den Unterpunkt "Test..." auswählen und als Exponent die Zahl "14942209" eingeben. Bestätigt man die Eingabe mit OK, beginnen die Berechnungen. Nach ein paar Minuten oder Stunden friert das System ein und reagiert nicht mehr.

Alternativ lässt sich der Test auch mit dem aktuellen Prime95 v28.7 durchführen, hier muss man allerdings zusätzlich eine Textdatei namens "local.txt", welche als Inhalt "CpuSupportsFMA3=0" hat, erstellen. Diese Textdatei verhindert die Verwendung von AVX2/FMA3, so dass stattdessen AVX in der ersten Generation zum Einsatz kommt, denn in der AVX-Unterstützung scheint der Hund begraben zu sein.

Am 6. Januar 2016 wurde das Problem seitens Intel bestätigt:
"Intel has identified an issue that potentially affects the 6th Gen Intel Core family of products. This issue only occurs under certain complex workload conditions, like those that may be encountered when running applications like Prime95. In those cases, the processor may hang or cause unpredictable system behavior. Intel has identified and released a fix and is working with external business partners to get the fix deployed through BIOS.
Laut Intel tritt der Fehler tatsächlich nur in bestimmten Lastzuständen auf und bringt den Prozessor wahlweise zum Hängen oder führt zu einem nicht vorhersagbaren Verhalten. Es gibt auch schon eine Lösung, welche Intels Partner in Form von BIOS-Updates ausliefern sollen.

Ob sich diese Updates auch auf die Rechenleistung der betroffenen Prozessoren auswirken werden, ist noch unklar. In vielen Fällen lassen sich solche Fehler ohne Nebenwirkungen beheben, doch in der Vergangenheit musste Intel zuweilen auch Funktionen deaktivieren. Im Jahr 2011 war dies bei den ersten Prozessoren der Baureihe Sandy Bridge-E, welche auf die schnelle Virtualisierung mit VT-d verzichten mussten, der Fall. 2014 erwischte es dann den Haswell-E, bei dem Intel die "Transactional Synchronization Extensions" (TSX) deaktivieren musste. Ein echter Klassiker ist der FDIV-Bug, der 1994 in den Pentium-Prozessoren entdeckt wurde.

Quelle:
https://communities.intel.com/thread/96157
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