AMD Radeon RX 480: Polaris für VR startet unter 200 US-Dollar

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AMD Radeon RX 480: Polaris für VR startet unter 200 US-Dollar

Beitrag von doelf » 01 Jun 2016, 13:16

Während NVIDIA für seine neuen Pascal-Modelle GeForce GTX 1080 und 1070 offiziell 699 bzw. 449 US-Dollar zuzüglich Mehrwertsteuer aufruft, im eigenen Online-Shop verkauft NVIDIA die GeForce GTX 1080 Founders Edition derzeit für 789,00 Euro inklusive Mehrwertsteuer, startet AMDs Polaris zum Schnäppchenpreis von 199 US-Dollar und soll dennoch VR-tauglich sein. Dieser Plan könnte aufgehen!

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Aufgrund NVIDIAs Übermacht sind die Preise für leistungsstarke Grafikkarten ziemlich aus dem Ruder geraten und insbesondere die Mittelklasse zeigt sich - wie im realen Leben - stark geschwächt. Das war früher, als zwischen AMD und NVIDIA ein harter Kampf um die Vormachtstellung tobte, noch ganz anders. Mit seiner Radeon R9 Fury X und dem Stapelspeicher HBM konnte AMD vor einem Jahr zwar ein Ausrufezeichen setzen, doch der große Erfolg blieb leider aus. Insbesondere in den Wochen nach der Markteinführung waren die Grafikkarten aufgrund geringer Stückzahlen kaum zu bekommen und dann schreckte der geringe Speicherausbau von 4 GiB viele Interessenten ab. Zudem machte das innovative "High Bandwidth Memory" (HBM) die Fury X teuer: 699 Euro stand anfangs auf dem Preisschild. HBM gehört zwar die Zukunft, aber erst in der zweiten Ausbaustufe HBM 2, die bis zu 32 GiB Grafikspeicher ermöglichen und den Speicherdurchsatz auf 1.024 GB/s verdoppeln wird.

Leider ist HBM 2 noch nicht fertig und es werden noch ein paar Monate ins Land gehen, bevor AMD und NVIDIA entsprechende Produkte vorstellen können. In der Zwischenzeit behelfen sich beide mit dem erprobten GDDR5-Speicher, welchen AMD auch auf seiner neuen Radeon RX 480 verbaut. 4 GiB wird diese Grafikkarte in ihrer Basisausstattung bieten, was angesichts des Preises von nur 199 US-Dollar angemessen erscheint. Die Radeon RX 480 soll dennoch für qualitativ hochwertige VR-Erlebnisse geeignet sein und dabei mehr als doppelt so teure Mitbewerber in den Schatten stellen. Damit könnte der Radeon RX 480 eine Schlüsselrolle beim Markterfolg der VR-Technik zufallen, da nur wenige Konsumenten bereit sind, mehr als 200 Euro in eine Grafikkarte zu investieren. Rechnet man weitere Gerätschaften wir Brille, Controller und einen leistungsstarken Prozessor hinzu, landet die schöne neue VR-Welt schnell in einem Preisbereich, der sie zu einem reinen Nischenprodukt macht. Günstigere Grafikkarten wie die Radeon RX 480 könnten die Marktakzeptanz hingegen deutlich verbessern.

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Und so spricht AMD auf der Computex auch weniger über die Radeon RX 480 selbst als über seine neue Strategie: Statt eine neue Technologie in Form teurer Flaggschiffe einzuführen, will AMD in den absatzstarken Segmenten angreifen und auf diese Weise Marktanteile zurückgewinnen. Mit dieser Taktik dürfte AMD die Herzen vieler Gamer gewinnen, wobei Microsoft mit einem ähnlichen Ansatz bezüglich seiner Lumia-Smartphones kläglich gescheitert ist. Abgesehen von der Hardware muss nämlich auch die Software stimmen und das bedeutet für AMD, dass die Grafiktreiber mit angesagten Spielen und VR-Anwendungen optimal zusammenarbeiten müssen. Hier befindet sich AMD mit seiner Radeon Software zwar auf einem guten Weg, aber es gibt durchaus noch Verbesserungspotential. Bis zum 29. Juni 2016 - an diesem Tag startet der Verkauf der Radeon RX 480 - ist ja noch etwas Zeit, um eine neue Treiberversion fertigzustellen. Allerdings bleibt dann noch die Frage, wie gut die Ausbeute sein wird, welche Globalfoundries mit dem neuen 14-nm-FinFET-Prozess erzielen kann.

Eine handvoll Eckdaten ließ sich AMD dann doch noch entlocken: Die Radeon RX 480 bekommt eine 256 Bit breite Speicheranbindung und wird einen Speicherdurchsatz von 256 GB/s ermöglichen. Der Grafikchip besteht aus 36 Compute Units (CUs), deren 2.304 Shader eine Rechenleistung von 5 TFLOPs erzielen - natürlich bei einfacher Genauigkeit. Zum Anschluss von Bildschirmen und anderer Anzeigegeräte gibt es DisplayPorts in den Versionen 1.3 und 1.4 sowie eine HDMI-Buchse der Generation 2.0b. Ein erweiterter Farbraum von 10 Bit soll bei einer Bildwiederholrate von 60 Hz möglich sein, ansonsten lassen sich 4K-Bildschirme an der Radeon RX 480 auch mit 120 Hz betreiben. Die Grafikkarte unterstützt FreeSync und hat eine Leistungsaufnahme von unter 150 Watt, so dass eine sechspolige Stromzufuhr für den Betrieb ausreicht.

Quelle:
http://www.amd.com/en-us/press-releases ... may31.aspx
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