Linux-Desktops laufen unter Windows 10

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doelf
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Linux-Desktops laufen unter Windows 10

Beitrag von doelf » 11 Jul 2016, 18:32

Guerra24 hat auf Github dokumentiert, wie man Linux-Desktops wie Unity und Xfce 4 unter Windows 10 zum Laufen bekommt. Der Entwickler nutzt hierfür das "Windows Subsystem for Linux" (WSL), mit dem sich für Linux geschriebene Binärdateien im ELF-Format nativ unter Windows 10 ausführen lassen.

WSL ist aus einer Zusammenarbeit von Microsoft mit dem Ubuntu-Entwickler Canonical entstanden. Microsoft liefert hierfür eine zu Linux kompatible Kernel-Schnittstelle, die selber keinerlei Linux-Code enthält, während Canonical die Binärdateien für den User-Mode von Ubuntu Trusty Tahr zur Verfügung stellt. Eigentlich ist diese Kompatibilitätsebene in erster Linie für Kommandozeilenprogramme gedacht, doch, wie Guerra24 demonstriert, lassen sich auch ganze Desktop-Umgebungen ausführen.

Bild

Das Experiment befindet sich derzeit in einem sehr frühen Stadium und so richtig rund laufen bisher weder Unity (siehe Bildschirmfoto) noch Xfce 4. Bei Unity ist die Schnittstelle DBus, über die unterschiedliche Prozesse miteinander kommunizieren können, eine große Problemquelle, doch hier gibt es bereits eine Lösung. Noch nicht behoben wurden die Abstürze von VcXsrv, einem Windows X-Server, der mit Visual C++ 2012 Express Edition kompiliert wird, sowie ein Hänger beim Schließen des Fenstermanagers Compiz. Xfce 4 bekommt man mit dem DBus-Fix zum Laufen, insgesamt gibt es hier aber noch mehr Fehler.

Unity startet bisher nur Programme aus dem eigenen Panel und das Terminal-Fenster lässt sich aus Unity heraus gar nicht öffnen. Wer ein Terminal benötigt, muss daher eine zweite Bash unter Windows öffnen, die Anzeige exportieren und ein Gnome-Terminal starten. Erst jetzt öffnet sich ein Terminal, das man für spätere Verwendungen im Unity-Panel verankern sollte.

Zugegeben, das native Ausführen von Linux-Desktops unter Windows 10 bietet derzeit noch keinen echten Nutzen, zeigt aber das Potential des WSL. In Zukunft könnte WSL den Einsatz virtueller Maschinen überflüssig machen, jedenfalls wenn man Linux unter Windows 10 nutzen möchte. Viele Linux-Fans werden nun sicherlich argumentieren, dass nur anders herum ein Schuh daraus würde, dennoch bleibt Guerra24s Experiment überaus spannend.

Quelle:
https://github.com/Microsoft/BashOnWindows/issues/637
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