Apache OpenOffice: Projektleiter denkt über Einstellung nach

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doelf
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Apache OpenOffice: Projektleiter denkt über Einstellung nach

Beitrag von doelf »

Dennis Hamilton, der Vorsitzende des Apache OpenOffice Project Management Committee (PMC), denkt über das Ende der offenen Bürosoftware nach. Laut Hamilton gibt es seitens Apache massive Sicherheitsbedenken, da OpenOffice kaum noch Updates erhalte. Eine vernünftige Produktpflege sei mit einem halben Dutzend Entwickler allerdings auch nicht realisierbar.

Eigentlich wollte OpenOffice unter der Regie von Apache die Sicherheit und zeitnahe Fehlerkorrekturen in den Vordergrund stellen, doch die neuste Version 4.1.2 datiert auf den 28. Oktober 2015 und ist fast ein Jahr alt. Das seit dem Jahr 2011 abgespaltene LibreOffice hat inzwischen die Version 5.2.0 erreicht und dort wurden im Laufe der vergangenen Monate auch etliche Sicherheitslücken bereinigt. Bei OpenOffice wird hingegen nur die Not verwaltet und es sind nicht einmal ausreichende Ressourcen vorhanden, um regelmäßig neue Builds erstellen zu können.

Apache ist sich dieser Probleme bewusst und hat Hamilton beauftragt, nach Lösungen zu suchen. Statt vierteljährlich muss Hamilton nun einmal im Monat über seine Fortschritte berichten. Als eine mögliche und nicht ganz unwahrscheinliche Option hat Hamilton nun die Einstellung von OpenOffice ins Spiel gebracht. Ein solches Gedankenspiel könne sich zwar als selbsterfüllende Prophezeiung erweisen, dennoch sieht er den Zeitpunkt gekommen, um über einen geordneten Rückzug nachzudenken. Im weiteren Verlauf des Beitrags führt der Vorsitzende alle notwendigen Schritte für das Ende des Projektes auf, nennt aber keine Alternativen zum drohenden Aus.

Tatsächlich treibt das Projekt schon seit dem Jahr 2009 mit dem Bauch oben. Damals hatte Oracle den OpenOffice-Besitzer Sun gekauft, ohne konkrete Pläne für die Zukunft der Bürosoftware zu haben. Deren kommerzielle Variante wurde im April 2011 eingestellt, während Oracle das kostenlose OpenOffice.org im Juni 2011 an die Apache Software Foundation übergab. Viele Entwickler hatten zu diesem Zeitpunkt schon lange die Nase voll und sich dem Fork LibreOffice angeschlossen. Doch statt neuer Versionen gab es unter Apaches Regie zunächst nur Arbeit hinter den Kulissen, schließlich musste das Projekt an die Apache-Lizenz angepasst werden. Nach Abschluss dieser Formalitäten war der Zug nicht nur abgefahren, sondern auch das Gleisbett verschwunden.

Quelle:
http://lwn.net/Articles/699047/
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