iPhone X: Steht Apples teurer Ladenhüter vor dem Aus?

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doelf
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iPhone X: Steht Apples teurer Ladenhüter vor dem Aus?

Beitrag von doelf »

Am 3. November 2017 schickte Apple sein Über-Flaggschiff iPhone X an den Start: Noch besser, noch schneller und noch teurer. Für die Einstiegsvariante mit 64 GB Speicherplatz muss man 1.149 Euro auf den Tisch legen und 256 GB Speicherkapazität bekommt man sogar erst für 1.319 Euro. Dennoch sahen sich Vorbesteller mit sehr langen Lieferzeiten konfrontiert. Also alles wie immer? Nein, denn jetzt erklärte der erste Analyst das iPhone X für tot.

Apples Partner, allen voran Samsung, beklagten schon im Februar eine schleppende Nachfrage. Tatsächlich ist es normal, dass die Nachfrage nach dem umsatzstarken Weihnachtsfest abebbt, doch angesichts der späten Produktvorstellung und der Lieferengpässe kam diese Entwicklung beim iPhone X überraschend. Diese Prognosen hatten Apples Aktie bereits am 8. Februar 218 bis auf 155,15 US-Dollar abrutschen lassen, nachdem der Kurs zur Einführung des iPhone X bis auf 176,24 US-Dollar geklettert war. Es folgte ein Auf und Ab, doch am Freitag geriet das Wertpapier nochmals massiv unter Druck und ging bei einem Verlust von 4,1 Prozent mit 165,72 US-Dollar ins Wochenende.

Was war passiert? Die Investmentbank Morgan Stanley hatte sich zu Wort gemeldet und ihre Prognose für Apple deutlich abgesenkt. Laut Morgan Stanley wird Apple die Erwartungen an das März-Quartal zwar halbwegs erfüllen können, doch für das Juni-Quartal rechnet die Bank nur noch mit 34 Millionen iPhones. Bisher war Morgan Stanley von 40,5 Millionen Telefonen ausgegangen und die ursprüngliche Vorhersage hatte sich sogar auf knapp 43 Millionen belaufen. Zuletzt hatte Apple im September-Quartal 2013 weniger als 34 Millionen iPhones abgesetzt. Morgan Stanley will seine Daten von Apples Zulieferern erhalten haben.

Einen Tag zuvor hatten bereits die Bank of America Merrill Lynch und J.P. Morgan ihre Zweifel geäußert. Dabei bezogen sich die Investmentbanker auf den Auftragsfertiger TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing), der seine Umsatzprognose für das zweite Quartal um rund eine Milliarde US-Dollar auf 7,8 Milliarden bis 7,9 Milliarden US-Dollar gestutzt hatte. TSMC hatte seinen Kunden Apple zwar nicht namentlich genannt, aber eine schwache Nachfrage im Mobil-Bereich für den heftigen Einbruch verantwortlich gemacht. Und Apples ist für TSMC ein wichtiger Kunde mit hohen Margen.
Als Totengräber betätigt sich indes der Analyst Neil Campling von Mirabaud Securities. Campling zieht neben TSMC auch AMS, Apples Zulieferer für 3D-Sensortechnologie (Face ID), heran, dessen Quartalsumsatz zuletzt sequentiell um 35 Prozent abgerutscht war. Da die Verkäufe des iPhone X immer weiter einbrechen, stapeln sich nach Camplings Informationen bei TSMC die Chips. Seine Firma beobachte die Lagerbestände von TSMC seit mehr als zehn Jahren und die Lager seien noch nie so voll gewesen. Für Campling ist es offensichtlich, dass Apple keine weiteren iPhone X fertigen lassen wird und sich stattdessen auf den Abverkauf konzentriert. Sein Fazit: Das iPhone X ist tot.
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Loner
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Re: iPhone X: Steht Apples teurer Ladenhüter vor dem Aus?

Beitrag von Loner »

also ein Smartphone als Ladenhüter zu bezeichnen, dass sich Millionenfach verkauft hat und wahrscheinlich für Apple mehr Gewinn eingefahren hat als viele andere Smartphones zusammen - das ist ja schon etwas übertrieben. Für Apple liegt die Latte halt hoch und ich finde es nicht überraschend, dass da mal eine Sättigen einsetzt.

Viel erschreckender finde ich, wie die es mit dem HomePod vergeigt haben...
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doelf
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Re: iPhone X: Steht Apples teurer Ladenhüter vor dem Aus?

Beitrag von doelf »

Wenn deine Zulieferer Chips auf Halde liegen haben und sich die Telefone im Lager deines Auftragsfertigers stapeln, so dass du entgegen deiner Erwartungen nicht mehr nachproduzieren musst, dann hast du einen Ladenhüter. Nicht unbedingt, weil niemand dein Produkt haben möchte, sondern weil du die Nachfrage total überschätzt hast und/oder der Markt gesättigt ist.

Andere Hersteller würden jetzt eine Preisoffensive starten, doch Apple kann das nicht. Einerseits würde eine Preissenkung beim iPhone X die 8er-Modelle unattraktiv machen, andererseits würde es dem Markenimage schaden. Also hält man den Preis und verkauft die Bestände, während die Zulieferer schmollen (TSMC) oder gar in finanzielle Schwierigkeiten (AMS) geraten.

All das hat nichts mit der Qualität des iPhone X zu tun. Apple hat bei vielen Kunden mit Preisen jenseits der 1.000er-Marke einfach die Schmerzgrenze überschritten und muss lernen, dass man in diesem Bereich mit deutlich kleineren Mengen kalkulieren muss. Hinzu kommt, dass viele Kunden ihr Telefon nicht mehr jährlich wechseln, da sie die gebotene Leistung schon längst nicht mehr ausnutzen.

Gruß

Michael
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Re: iPhone X: Steht Apples teurer Ladenhüter vor dem Aus?

Beitrag von Loner »

Da hast du recht, ich stelle mir unter dem Wort Ladenhüter halt etwas anderes vor :)
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doelf
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Re: iPhone X: Steht Apples teurer Ladenhüter vor dem Aus?

Beitrag von doelf »

Nun, der VW Phaeton war kein schlechtes Auto, hatte seine Fans und war am Ende dennoch ein Ladenhüter.
Daimler hatte mit dem Maybach auch keinen Mist gebaut, aber die Nachfrage war zu gering für den Aufwand.
Anders die Tablets mit Windows RT: Die waren völlig nutzlos und lagen daher wie Blei in den Regalen.

Es gibt halt Ladenhüter die einfach nur schlecht sind und jene, die ein zu optimistischer Hersteller zum Ladenhüter gemacht hat ;-)

Gruß

Michael
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Loner
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Re: iPhone X: Steht Apples teurer Ladenhüter vor dem Aus?

Beitrag von Loner »

Die Vergleiche hinken, mit dem X hat Apple sicher Milliarden an Gewinn eingefahren. Phaeton, Maybach und RT Tablets wohl eher nicht...

Dass ein Hersteller und Analysten sich verplant haben, lässt imho nicht den Schluss zu, dass das Produkt ein Ladenhüter ist. Ein Ladenhüter ist für mich ein Produkt, das sich faktisch gar nicht verkauft und seine Kosten nicht amortisiert. Und das haben wir hier definitiv nicht.
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doelf
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Re: iPhone X: Steht Apples teurer Ladenhüter vor dem Aus?

Beitrag von doelf »

Apple wird fette Gewinne gemacht haben, sobald alle iPhone X verkauft sind. Sollten sich da tatsächlich so viele Bauteile und Telefone aufgestaut haben, sind diese erst mal nur Kosten. Dass Apple sein eigener Laden ist, sollte man dabei nicht vergessen. Niemand sieht im Apple Store, wie voll die Lager tatsächlich sind.

Bei Samsung und Co dürfte man bereits jetzt davon ausgehen, dass die Preise zurechtgestutzt und fette Abschreibungen fällig werden. Das wird Apple vermeiden. Zur Not kommen die Chips in andere Produkte. Doch auch das drückt den Überschuss.

Gruß

Michael
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