Onavo: Apple wirft Facebooks VPN-App raus

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doelf
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Onavo: Apple wirft Facebooks VPN-App raus

Beitrag von doelf »

Im Jahr 2010 wurde die Firma Onavo in Israel gegründet, seit Oktober 2013 gehört sie Facebook. Nach der Übernahme ist nur noch eine App namens "Onavo Protect" übrig geblieben, welche VPN-Dienste für Android und iOS realisiert. Dummerweise landen dabei alle übertragenen Daten bei Facebook, weshalb Apple nun die Notbremse gezogen hat.

Dass ein "Virtual Private Network" (VPN) nicht ohne Server funktionieren kann, erklärt sich von selbst. Eine Analyse der übertragenen Daten kann Sinn machen, da sich auf diese Weise Angriffe abfangen lassen, noch bevor sie das Smartphone erreichen. Auch Änderungen der übertragenen Daten können Vorteile bringen, beispielsweise eine Reduzierung des Datentransfers durch das Verkleinern von Bildern und den Austausch von Schriften. Dies sind Funktionen, welche auch andere VPN-Dienste zusätzlich zum verschlüsselten Datentunnel anbieten. Grundsätzlich sollte man dem jeweiligen Anbieter vertrauen können, denn er bekommt die Daten des Benutzers auf dem Silbertablett serviert.

Und was Vertrauen betrifft, ist Facebook womöglich der falsche Partner. Wer versucht, sein Gerät mit "Onavo Protect" zu schützen, schickt alle Daten über die Server von Facebook. Dort werden diese Daten, wie auch die Nutzung der App, analysiert und mit Daten von anderen Facebook-Diensten, Facebook-Partnern und Dritten zusammengeführt. Die Verarbeitung, welche ausdrücklich auch personenbezogene Informationen umfasst, diene "dem Geschäft, der Analyse, der Werbung und anderen Zwecken". Insbesondere gehe es dabei um Marktanalysen und Werbeschaltungen, aber auch um die Einhaltung von Gesetzen sowie die Unterstützung von Ermittlungsbehörden. Ziemlich dreist ist dabei der Folgende Satz:

"We do not share or sell users' personally identifying information to third parties unless you give us permission to do so (including by your use of the services as described by this Privacy Policy) or we have given you notice, such as by telling you about it in our App, or in certain other circumstances."
Übersetzung: "Wir teilen oder verkaufen keine personenbezogenen Daten mit/an Dritte/n, es sei denn sie haben uns dies erlaubt (einschließlich durch ihre Nutzung der in dieser Datenschutzvereinbarung beschriebenen Dienste) oder wir haben sie darüber informiert, beispielsweise über Hinweise in unserer App oder in bestimmten anderen Umständen."

Gleich im Anschluss erklärt Onavo bzw. Facebook, dass die Weitergabe personenbezogener Daten zur Verbesserung der eigenen Dienste und der Dienste seiner Partner im Rahmen der Datenschutzvereinbarung erlaubt sei, explizit auch für Werbezwecke. Vielleicht hätte Facebook lieber beschreiben sollen, in welchen Umständen keine personenbezogenen Daten herausgegeben werden. Apple betrachtet dieses Vorgehen als Verstoß gegen seine eigenen Nutzungs- und Datenschutzbedingungen und warf die App aus seinem App Store. Der Link auf Onavos Webseite, die zuletzt am 20. Dezember 2013 bearbeitet wurde, weist seither ins Leere, während der Link auf Googles Play Store noch funktioniert.

Quelle:
https://www.onavo.com/
. Ein Aluhut ist ein probater Schutz - vor Vogelschiss .
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