Private Daten im Adventskalender: Täter verhaftet

Hier werden aktuelle Meldungen diskutiert
[this is the place to discus news topics]
Antworten
Benutzeravatar
doelf
Moderator
Moderator
Beiträge: 34734
Registriert: 12 Feb 2004, 23:29
Wohnort: Alsdorf
Kontaktdaten:

Private Daten im Adventskalender: Täter verhaftet

Beitrag von doelf » 08 Jan 2019, 17:22

Horst Seehofer, der deutsche Bundesminister für Inneres, Bau und Heimat, konnte heute einen schnellen Fahndungserfolg vermelden: Der Cyber-Kriminelle, der im Dezember 2018 private Daten von Politikern und Prominenten veröffentlicht hatte, wurde in Hessen verhaftet und ist geständig.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt (BKA) hatten am Sonntag die Wohnung des 20-jährigen Tatverdächtigen durchsucht und diesen vorläufig festgenommen. Nach einem umfassenden Geständnis wurde der Täter aufgrund "fehlender Haftgründe" am Montagabend wieder freigelassen. Laut Seehofer hatten BKA und das "Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik" (BSI) "sehr rasch, sehr effizient und sehr gut" gehandelt. Warum das BSI, das zumindest einen Teil der Daten schon seit Wochen kannte, nicht früher eingegriffen hatte, erklärte der Minister allerdings nicht.

Die Daten wurden im Dezember 2018 über das Twitter-Konto "@_0rbit" in Form eines Adventskalenders verbreitet. Sie stammen von Hunderten Prominenten und Politikern und enthalten neben privaten Anschriften und Telefonnummern auch Briefe, Rechnungen, Kreditkartendaten, Einzugsermächtigungen, Adresslisten, Ausweise und Chat-Protokolle. Es finden sich zudem parteiinterne Dokumente wie Bewerbungsschreiben und Mitgliederlisten. Die Daten stammen aus E-Mail- und Cloud-Konten sowie von sozialen Netzwerken. Möglicherweise halfen dem 20-Jährigen zu schwache Passwörter, Hinweise auf Mittäter gibt es indes nicht.

Rund 50 Fälle werden derzeit als schwerwiegend betrachtet, da diese besonders schützenswerte Daten umfassen. Alle Betroffenen können - und sollten - den Täter auf Schmerzensgeld verklagen. Aufgrund der Schwere und des Umfangs der Datenschutzverstöße droht ihn zudem eine mehrjährige Gefängnisstrafe. Offenbar hatte sich der Cyber-Kriminelle über seine Opfer geärgert, nun ärgern sich Hunderte Geschädigte über sein verantwortungsloses Vorgehen. Der Rest der Bevölkerung sollte sich derweil die Frage stellen, ob "123456" ein gutes Passwort ist und ob man wirklich so viele Daten ins Netz stellen muss.

Quelle:
https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/kurz ... nleak.html
. Tails . Linux . USB . CD . Secure Desktop . IRC . Truecrypt . Tor .

Antworten