7 nm: AMDs Radeon RX 5700 (Navi) kommt am 7. Juli

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7 nm: AMDs Radeon RX 5700 (Navi) kommt am 7. Juli

Beitrag von doelf » 13 Jun 2019, 15:44

Zum 50. Geburtstag schenkt sich AMD eine neue Grafikkartenarchitektur namens "RDNA", deren erster Chips auf die Bezeichnung "Navi 10" hört. Auf diesem basieren die Grafikkarten Radeon RX 5700 XT und Radeon RX 5700, welche am 7. Juli 2019 zu Preisen zwischen 379 und 499 US-Dollar in den Handel kommen werden. Geboten werden Strukturgrößen von 7 nm, PCI-Express 4.0 und 8 GiB schneller GDDR6-Speicher.

Die architektonischen Neuerungen
RDNA löst als Architektur "Graphics Core Next" (GCN) ab und bietet laut AMD 25 Prozent mehr Leistung je MHz sowie 50 Prozent mehr Leistung je Watt. Hierzu wurden neue Recheneinheiten (Compute Units) entworfen und die Strukturgröße von 12 auf 7 nm geschrumpft. Wie üblich lässt AMD seine Grafikchips von TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) fertigen. Eine mehrstufige Cache-Hierarchie soll die Latenzen verkürzen und der Wechsel zu GDDR6-Speicher verspricht einen wesentlich höheren Datendurchsatz von 448 GB/s (14 Gbps über 256 Bit) im Vergleich zu den aktuellen GDDR5-Modellen (Radeon RX 590: 256 GB/s; 8 Gbps über 256 Bit). PCI-Express 4.0 verdoppelt den Datendurchsatz der Schnittstelle zwar auf 32 GiB/s, dürfte in der Praxis aber vergleichsweise geringe Auswirkungen haben.

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Modellvarianten und Leistung
AMD hat zwei Modellvarianten, Radeon RX 5700 XT und Radeon RX 5700, angekündigt. Dazu gesellt sich eine Jubiläumsedition der Radeon RX 5700 XT, welche zum 50. Geburtstag von AMD mit einem Mehrtakt von 3,9 bis 4,7 Prozent sowie einer Unterschrift von Firmenchefin Lisa Su aufwartet:
  • Radeon RX 5700 XT 50th Anniversary Edition (40 Compute Units; 2.560 Stream Processors; 1,680 bis 1,980 GHz; bis zu 10,14 TFlops; 8 GiB GDDR6; 225 W TDP): 499 US-Dollar
  • Radeon RX 5700 XT (40 Compute Units; 2.560 Stream Processors; 1,605 bis 1,905 GHz; bis zu 9,75 TFlops; 8 GiB GDDR6; 225 W TDP): 449 US-Dollar
  • Radeon RX 5700 (36 Compute Units; 2.304 Stream Processors; 1,465 bis 1,725 GHz; bis zu 7,95 TFlops; 8 GiB GDDR6; 180 W TDP): 379 US-Dollar
Mit einer Rechenleistung von 7,95 TFlops übertrifft schon die Radeon RX 5700 eine Radeon RX 590 (7,1 TFlops) und NVIDIAs GeForce RTX 2070 (7,465 TFlops). Die Radeon RX 5700 XT 50th Anniversary Edition zieht mit 10,14 TFlops derweil sogar an der GeForce RTX 2080 (10,068 TFlops) vorbei. Inwieweit sich diese Leistung auf Spiele übertragen lässt, muss die Zukunft zeigen.

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Hohe Auflösungen und Bildwiederholraten
Zum Anschluss der Bildschirme empfiehlt sich der DisplayPort 1.4 mit "Display Stream Compression" (DSC), denn Monitore, welche diese Datenkomprimierung beherrschen, können 4K inklusive HDR mit 144 Hz über ein einzelnes Kabel empfangen. Die 8K-Auflösung kann flackerfrei mit 60 Hz gefahren werden. Als Alternative zum DisplayPort 1.4 wird HDMI 2.0 geboten, hier sind 4K mit 60 Hz möglich. Natürlich unterstützen die Grafikkarten auch FreeSync-Bildschirme mit variabler Bildwiederholrate sowie den Nachfolger FreeSync 2 HDR. Was Spiele betrifft, sieht AMD die Stärken seiner neuen Grafikkarten weniger bei 4K als bei QHD (2.560 x 1.440 Pixel). Höhere Auflösungen in Spielen sollen somit weiterhin die bekannten Vega-Modelle bedienen, denen Navi allerdings sehr dicht auf die Pelle rückt - auch preislich.

Neuerungen auf der Software-Seite
Mit "Radeon Image Sharpening" (RIS) hat AMD eine neue Technologie angekündigt, die von Nachbearbeitungsfiltern weichgezeichnete Bildelemente nach-nachträglich wieder schärfen soll. RIS lässt sich mit GPU-Upscaling kombinieren und unterstützt DirectX 9 und 12 sowie Vulkan. Entwickler, die in ihren Spielen Nachbearbeitungsfilter einsetzen möchten, können dies schon bald mit dem quelloffenen FidelityFX-Toolkit realisieren. Beispielsweise kann FidelityFX kontrastarme Passagen über "Contrast-Adaptive Sharpening" (CAS) nachschärfen, ohne dass hierbei hässliche Artefakte entstehen. Und dann wäre da noch "Radeon Anti-Lag" für den eSports-Einsatz, welches die Zeit zwischen Eingabe und Bildausgabe um bis zu 31 Prozent verkürzen soll.

Unsere Einschätzung
In der Summe erscheint Navi als potenter Gegenspieler für NVIDIAs Turing-Modelle, wobei AMD mehr Leistung pro Euro verspricht. So liegt die Radeon RX 5700 auf dem Niveau einer 499 US-Dollar teuren GeForce GTX 2070, ist dabei aber nur 30 US-Dollar teurer als die deutlich langsamere GeForce RTX 2060 (349 US-Dollar). Zum Preis der GeForce GTX 2070 bietet AMD derweil die Radeon RX 5700 XT 50th Anniversary Edition, welche wiederum die 200 US-Dollar teurere GeForce RTX 2080 attackiert. Und während AMD zum Thema Raytracing schweigt, hat NVIDIA keine Grafikkarten mit PCIe 4.0 im Sortiment. Das verspricht ein heißer Sommer zu werden!

Quelle:
https://www.amd.com/en/press-releases/2 ... er-e3-2019
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