Seite 1 von 1

AMDs Ryzen 3000 und die Zufälligkeit von -1

Verfasst: 12 Jul 2019, 17:05
von doelf
Déjà-vu: Im Mai 2019 hatten wir berichtet, dass AMDs im Jahr 2014 vorgestellte Beema-Baureihe beim Erzeugen von Zufallszahlen patzt und unter bestimmten Umständen immer den Wert -1 liefert. Die neuen Prozessoren mit Zen-2-Kern (Ryzen 3000) haben dies nun perfektioniert und liefern immer die -1. Ein Fix ist schon auf dem Weg.

Hatten die Beema-SoCs das Problem nur nach dem Aufwachen aus dem Ruhezustand offenbart, patzen Prozessoren auf Basis von Zen 2 bei der Erzeugung von Zufallszahlen immer - übrigens im Gegensatz zur ersten Zen-Generation. In beiden Fällen wurde die Instruktion RdRand fehlerhaft implementiert, was sich insbesondere bei neueren Linux-Distributionen, die systemd als Init-Prozess verwenden, zeigt, da diese nicht mehr starten. Auch das Spiel "Destiny 2" scheitert am Erzeugen von Zufallszahlen und verfängt sich beim Aufruf in einer Endlosschleife.

Wie Phoronix berichtet tritt das Problem mit den Kernel-Versionen 5.0 bis 5.2 nicht auf. Diese Kernel-Versionen enthalten eine neuere Fassung von systemd, welche bereits einen Fix für die Beema-SoCs bietet. Liefert der Prozessor bei der Verwendung von RdRand immer die -1, weicht systemd auf eine Software-Implementierung aus. Dieser Mechanismus scheint auch bei Zen 2 zu greifen. Bungie könnte eine ähnliche Lösung in "Destiny 2" integrieren.

AMD will es aber nicht dabei belassen und hat den Fehler bereits behoben. Der Fix soll in Form von UEFI-Updates (BIOS) ausgeliefert werden und wurde den Mainboard-Herstellern bereits zur Verfügung gestellt. Ob das Problem tatsächlich im UEFI oder im Microcode der Prozessoren steckt, lässt AMD offen. Gleiches gilt für die Frage, ob sich die Korrektur auf die Leistung der CPUs auswirken kann.

AMD Ryzen 3000: UEFI-Update verzögert sich

Verfasst: 22 Jul 2019, 13:00
von doelf
AMDs neue Prozessoren mit Zen-2-Kern (Ryzen 3000) haben von Intel derzeit wenig zu befürchten, leiden aber an einem Problem beim Erzeugen von Zufallszahlen. Die seitens AMD in Aussicht gestellte schnelle Abhilfe per UEFI-Update lässt derweil noch auf sich warten, da diese ein neues Problem verursacht.

PCIe-Durchsatz geviertelt
AMD hatte den Fehler im Microcode-Update AGESA 1.0.0.3 ABA behoben und dieses den Mainboard-Herstellern zur Integration in ihre UEFI-Updates zur Verfügung gestellt. Doch dann wurde die korrigierte Version nach Angaben eines Moderators im ROG-Kundenforum von ASUS wieder zurückgezogen, weil sich ein Leistungsproblem mit der PCI-Express-Anbindung gezeigt hatte. Offenbar wird PCI-Express 4.0 auf die Generation 2.0 zurückgesetzt, was den Datendurchsatz je Lane von 1.969 auf 500 MB/s viertelt. Einer über 16 Lanes angebundenen Grafikkarte stehen demnach nur 8,0 statt 31,51 GB/s zur Verfügung.

Das Problem mit den Zufallszahlen
Im Mai 2019 hatten wir berichtet, dass AMDs im Jahr 2014 vorgestellte Beema-Baureihe beim Erzeugen von Zufallszahlen patzt und nach dem Aufwachen aus dem Ruhezustand den Wert -1 liefert. Die neuen Prozessoren mit Zen-2-Kern (Ryzen 3000) haben dies perfektioniert und liefern immer die -1. In beiden Fällen wurde die Instruktion RdRand fehlerhaft implementiert, was sich insbesondere bei neueren Linux-Distributionen, die systemd als Init-Prozess verwenden, zeigt, da diese nicht mehr starten. Auch das Spiel "Destiny 2" scheitert am Erzeugen von Zufallszahlen und verfängt sich beim Aufruf in einer Endlosschleife.

Quelle:
https://rog.asus.com/forum/showthread.p ... post777109

Re: AMDs Ryzen 3000 und die Zufälligkeit von -1

Verfasst: 22 Jul 2019, 16:27
von neO
Das ist doch nur Konsequent.

Statt von den Geheimdiensten kastrierte Pseudozufallsnummern zu liefern, kommt halt -1.

Soviel wie "Besorgs dir woanders, hier ist ganz sicher nichts zu holen".