AMDs Notebook-Angriff: 8 Kerne, 16 Threads, 15 Watt

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doelf
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AMDs Notebook-Angriff: 8 Kerne, 16 Threads, 15 Watt

Beitrag von doelf »

Seit der Einführung der ersten Ryzen-Generation im Jahr 2017 konnte AMD bei Desktop-PCs erfolgreich Marktanteile zurückgewinnen und auch die Server-Ableger der Epyc-Familie finden immer mehr Abnehmer. In diesem Jahr soll nun auch Intels letzte Bastion, das lukrative Notebook-Geschäft, fallen und dazu wurde auf der CES in Las Vegas der mobile Ryzen 4000 mit bis zu acht Kernen und 16 Threads in Position gebracht.

AMDs mobile Ryzen-APUs preschen nur beim Namen vor, während die Technik auf der zuletzt vorgestellten Desktop-Generation basiert. So steckten im mobilen Ryzen 2000 die 14-nm-Zen-Kerne der ersten Ryzen-Generation und in den als Ryzen 3000 vermarkteten APUs Kerne vom Typ Zen+, die mit Strukturgrößen von 7 nm gefertigt werden. Dementsprechend bringt uns der mobile Ryzen 4000 die seit Sommer 2019 bekannten Zen-2-Kerne, deren größter Vorteil in Strukturgrößen von 7 nm liegt. Die feinere Fertigungstechnik verspricht einen deutlich geringeren Stromverbrauch, den AMD zur Verdopplung der Anzahl von Kernen und Threads nutzt: Statt bis zu vier Kerne mit acht Threads gibt es nun bis zu acht Kerne und 16 Threads - und das schon mit einer Abwärme von lediglich 15 Watt! Darüber hinaus steigt die Single-Thread-Leistung aufgrund architektonischer Verbesserungen um vier bis fünf Prozent an.

Für schlanke Notebooks mit langer Akku-Laufzeit bietet AMD fünf CPUs auf Zen-2-Basis, die sich mit 15 Watt zufrieden geben. Dazu gibt es zwei H-Varianten mit einer TDP von 45 Watt (auf 35 Watt reduzierbar), die sich an Gamer richten. Die H-Prozessoren verfügen über einen höheren Basistakt, während der maximale Turbotakt von H- und U-Modellen identisch ist. Beim mobilen Ryzen 7 gibt es jetzt acht statt vier Kerne, während 16 Threads den Top-Modellen vorbehalten bleiben. Bisher beherrschten alle 7er SMT (Simultaneous Multithreading) und kamen damit auf acht Threads. Dem mobilen Ryzen 5 gewährt man neuerdings sechs Kerne, zuvor waren es vier gewesen. SMT gibt es aber nur noch optional, so dass die Thread-Zahl entweder von acht auf zwölf anwächst oder aber auf sechs sinkt. Der Nachfolger des Ryzen 3 3300U/2300U verharrt auf vier Kernen ohne SMT, das Dual-Core Einstiegsmodell Ryzen 3 3200U/2200U läuft indes aus.
  • Ryzen 7 4800H: 8 Kerne/16 Threads @ 2,9-4,2 GHz; 12 MiB Cache; 7 GPU-Kerne @ 1,6 GHz; 45 Watt
  • Ryzen 5 4600H: 6 Kerne/12 Threads @ 3,0-4,0 GHz; 11 MiB Cache; 6 GPU-Kerne @ 1,5 GHz; 45 Watt
  • Ryzen 7 4800U: 8 Kerne/16 Threads @ 1,8-4,2 GHz; 12 MiB Cache; 8 GPU-Kerne @ 1,75 GHz; 15 Watt
  • Ryzen 7 4700U: 8 Kerne/8 Threads @ 2,0-4,1 GHz; 12 MiB Cache; 7 GPU-Kerne @ 1,6 GHz; 15 Watt
  • Ryzen 5 4600U: 6 Kerne/12 Threads @ 2,1-4,0 GHz; 11 MiB Cache; 6 GPU-Kerne @ 1,5 GHz; 15 Watt
  • Ryzen 5 4500U: 6 Kerne/6 Threads @ 2,3-4,0 GHz; 11 MiB Cache; 6 GPU-Kerne @ 1,5 GHz; 15 Watt
  • Ryzen 3 4300U: 4 Kerne/4 Threads @ 2,7-3,7 GHz; 6 MiB Cache; 5 GPU-Kerne @ 1,4 GHz; 15 Watt
Die integrierte Vega-Grafik der 4000er-Serie wurde überarbeitet, es erfolgte aber noch kein Wechsel auf die RDNA-Architektur (Navi). Hatte AMD bisher drei (Ryzen 3 3200U/2200U) bis zehn (Ryzen 7 3700U/2700U) Grafikkerne integriert, gibt es nun fünf bis acht. Die leistungsstärkste iGPU steckt im Ryzen 7 4800U, der seine acht Grafikkerne bis auf 1,75 GHz beschleunigen darf. Die Kombination mit einer preiswerten diskreten Grafiklösung dürfte sich in den meisten Fällen erübrigen, da AMD den entscheidenden Konten gelöst hat: Bisher limitierte der zweikanalige Speicher-Controller den Grafikdurchsatz, da maximal DDR4-2400 geboten wurde. Beim mobilen Ryzen 4000 dürfen sich die Notebook-Hersteller mit DDR4-3200 oder LPDDR4-4266 austoben. Als Partner nennt AMD die PC-Hersteller Acer, ASUS, Dell, HP und Lenovo, von denen man erste Laptops bereits im laufenden Quartal erwarten darf.

Im Einstiegsbereich dürften AMDs unselige Altlasten A4-9125 und A4-9120e auf Basis der veralteten Excavator-Architektur endlich wegfallen, denn auch hier gibt es zwei Ryzen-Ableger als Ablösung. AMD übernimmt dabei die von Intels Pentium bekannte Nomenklatur und präsentiert seine mobilen Athlons mit den Beinamen Gold und Silber. Diese basieren allerdings noch auf der ersten Zen-Generation und verwenden dementsprechend 14 nm Strukturen. Zusätzlich fehlen die Optimierungen von Zen+ und Zen 2 und auch der maximale Speichertakt von DDR4-2400 bremst diese preiswerten APUs aus. Der Grafikteil leidet zudem daran, dass er auf drei oder gar zwei Kerne zusammengestrichen wurde.
  • Athlon Gold 3150U: 2 Kerne/4 Threads @ 2,4-3,3 GHz; 5 MiB Cache; 3 GPU-Kerne @ 1,0 GHz; 15 Watt
  • Athlon Silver 3050U: 2 Kerne/2 Threads @ 2,3-3,2 GHz; 5 MiB Cache; 2 GPU-Kerne @ 1,1 GHz; 15 Watt
Tatsächlich handelt es sich beim Athlon Gold 3150U um einen Ryzen 3 2200U, dessen Basis-, Turbo- und Grafiktakt um jeweils 100 MHz gekappt wurde. Die Leistung dieser CPU dürfte für die meisten Büroanwendungen, Internet und Streaming voll und ganz ausreichen. Zum Spielen ist Vega 3 indes kaum geeignet. Um den Athlon Silver 3050U würden wir hingegen einen Bogen machen: Nur zwei Threads und nur zwei Grafikkerne lassen diesen Chip arg schwachbrüstig erscheinen. Sofern das Budget dies hergibt, würden wir mindestens zum Ryzen 3 4300U raten. Oder man hält im laufenden Abverkauf nach reduzierten Notebooks mit Ryzen 7 3700U oder Ryzen 5 3500U Ausschau, bei denen man durchaus das eine oder andere Schnäppchen finden kann.

Quelle:
https://www.amd.com/en/press-releases/2 ... hin-laptop
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