VIA vereint North- und Southbridge im VX800 Chipsatz

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VIA vereint North- und Southbridge im VX800 Chipsatz

Beitrag von doelf » 02 Apr 2008, 11:39

Im zweiten Quartal 2008 will VIA mit der Massenfertigung seiner CN (Isaiah) Prozessoren beginnen. Was bisher noch fehlte, war ein neuer Chipsatz für die stromsparende Plattform. Diesen haben die Taiwanesen nun in Form des VX800 vorgestellt, bei dem VIA die North- und die Southbridge sowie die Grafikeinheit in einem einzigen Chip vereint.

Dank dieser Bauform sollen noch kompaktere Geräte möglich werden. Zudem steht mit Intels Atom Plattform ein neue Mitbewerber in den Startlöchern, welcher mit dem Poulsbo bereits einen Chipsatz im 1-Chip-Design bieten kann.

VIA gibt an, durch die 1-Chip-Lösung rund 42 Prozent Silizium einsparen zu können, als maximalen Stromverbrauch nennt der Hersteller 5 Watt. Der VX800 beinhaltet eine VIA Chrome9 HC3 Grafikeinheit, welche DirectX 9 unterstützt und dank ihrer Chromotion HD-Video-Engine die Formate MPEG-2, MPEG-4, WMV9, VC1 und DiVX hardware-beschleunigt wiedergeben kann. Die Northbridge unterstützt DDR2-Speicher mit Taktraten von maximal 333 MHz (DDR2-667), der Speicherausbau ist auf zwei Module mit je 2 GByte Speichervolumen beschränkt. Es werden drei PCI-Express Geräte unterstützt, davon werden zwei mit einer und eines mit vier Lanes angebunden.

Bild

Die Southbridge beinhaltet eine HD-Audio-Lösung sowie Gigabit-LAN. Weiterhin bietet sie sechs USB 2.0-Anschlüsse, zwei Serial-ATA II Ports, einen ATA133-Kanal für maximal zwei Geräte und bis zu vier 32-Bit PCI-Steckplätze.

Der Chipsatz unterstützt VIAs aktuelle C7 und Eden Prozessoren, ist aber auch kompatibel zur nächsten CPU-Generation namens CN (Isaiah). Dieser 65 nm Prozessor verspricht mit seiner dreifach superskalaren Architektur, komplett neu entwickelten Gleitkommaeinheiten, 128 Bit breiten SSE-Einheiten sowie einem größeren L2-Cache bei gleicher Taktrate mehr als die doppelte Rechenleistung im Vergleich zu seinem Vorgänger C7 (Esther). Der einkernige CN (Isaiah) soll zunächst mit einem 1 MByte großen L2-Cache und Taktraten von bis zu 2,0 GHz auf den Markt kommen. Sein Powermanagement schaltet dabei mehrstufig auf bis zu 400 MHz herunter, dabei wird zugleich die Spannung abgesenkt. Zudem hat VIA den neuen Ruhezustand C6, Intel bezeichnet diesen als "Deep Power Down", integriert. Sollte das System mehr Rechenleistung benötigen, kann der Isaiah übrigens auch auf bis zu 2,2 GHz beschleunigen, sofern die Kerntemperatur einen vorgegebenen Schwellenwert nicht überschreitet.

Quelle:
http://www.via.com.tw/en/products/chips ... ies/vx800/

Peter M.
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Re: VIA vereint North- und Southbridge im VX800 Chipsatz

Beitrag von Peter M. » 03 Apr 2008, 14:27

Blödsinn "erstmals". Es gibt schon lange die CX700 und VX700, seit genau zwei Jahren sogar schon.

Wenn jemand erstmals auch Single-Chips präsentiert diese Woche, nachdem die versammelte Konkurrenz das schon Jahre bis Jahrzehnte macht, dann ist das Intel. Aber was zählt schon echte Innovation, wenn das Marketingbudget der größten Firma mehr hergibt als anderer Leute Gesamtetat ...

(Nur für die Geschichtsbücher: Der SiS 5598 feiert dieser Tage zehnten Geburtstag - und das war der erste Single-Chip-Satz mit integrierter Grafik.)

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Re: VIA vereint North- und Southbridge im VX800 Chipsatz

Beitrag von doelf » 03 Apr 2008, 15:36

Vom VX700 habe ich noch nie etwas gehört, beim CX700 hast du recht. Der war mir in der Praxis bisher nie begegnet, zumeist nur VIA CN700 und CN400, also die üblichen 2-Chip-Lösungen. Danke für den Hinweis.

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Re: VIA vereint North- und Southbridge im VX800 Chipsatz

Beitrag von Peter M. » 03 Apr 2008, 16:48

Der VX700 ist einfach nur eine Variante vom CX700, die sowohl C7 als auch Intel Pentium-M kann. Daneben gibt's noch den CX700M bzw. CX700M2 mit erweiterten 2D-Medienfähigkeiten.

Der VX800 bringt jetzt PCI-Express mit ins Spiel, und ersetzt den antiken DX7-Grafikkern durch einen moderneren, DX9-fähigen.

Es geht auch noch weiter runter im Stromverbrauch: Der VX800U, ohne PCIE und mit reduziertem Grafiktakt, braucht nochmal anderthalb Watt weniger. 3.5W Maximalverbrauch für das ganze Chipset, und zwar für ein kaum kastriertes, sind eine Ansage.

Kleiner geht's auch noch - auf den scheckkartengroßen "mobile ITX" Boards, die schon funktionsfähig gezeigt wurden, sitzen CX700 und C7 auf erheblich kleineren Chip-Gehäusen.

Da ist VIA schon sehr viel länger dran als Intel - und besser aufgestellt, weil sie mit ihrer "normalen" Technik da schon reinreichen.

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Re: VIA vereint North- und Southbridge im VX800 Chipsatz

Beitrag von doelf » 03 Apr 2008, 18:53

Wie schätzt du das eigentlich ein: Kann VIA einen Preiskampf gegen Atom mitgehen? Ich befürchte ein wenig, dass VIA seine Produkte deutlich teurer produziert als Intel. Im Industrie-Bereich und gerade in der Luftfahrt spielen solche Kriterien zwar keine Rolle, aber im UMPC oder Eee PC Segment, wo ich ganz gerne eine VIA Lösung sehen würde (das Gerät von Belinea/FIC ist bekannt), könnte Intels Atom den CN überrollen - ganz abgesehen davon wer technisch die bessere Lösung bietet.

Gruß

Michael

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Re: VIA vereint North- und Southbridge im VX800 Chipsatz

Beitrag von Peter M. » 03 Apr 2008, 21:15

Eine Firma der Marktbeherrschung und Größe von Intel kann wahrscheinlich ganz locker aus der Portokasse finanziert Phantasiepreise machen und so einen Winzling wie VIA aus einer interessanten Marktnische rausdrücken ... nachdem man über zwei, drei Jahre zusieht, wie der Winzling mit viel Aufwand und Mühe diese Nische erstmal geschaffen hat. Das ist in dieser unserer Industrie ja nicht erst einmal so gelaufen, mit wechselnder Besetzung.

Zu kostendeckenden Preisen dürfte nicht viel um sein - TSMC und Fujitsu sind auch keine Wucherbuden, VIAs Chipsätze laufen auf moderner Fertigung als die von Intel.

Andererseits ist die "Atom"-Plattform technisch schon deutlich schlechter, nach dem was man jetzt so liest. Die CPU ist anscheinend kreuzlahm, die Chipsätze freundlich gesagt minimalistisch - und wer was schnelleres will, muss direkt zurückspringen zur Standardplattform mit Core2Duo.

Bei VIA skaliert das alles viel geschmeidiger - Prozessoren von Eden-500 bis CN-2G (1W bis 20W), Chipsätze von superwinzig bis normal zweiteilig mit aller üblichen und zeitgemäßen Funktion, alles frei kombinierbar.

Im Desktop-Bereich, Marktsegment "Grundversorgung", ist VIA außerhalb Europa/USA ganz gut dabei mit den PC2500 und PC3500 Boards. Hierzulande gibt's spannende Randerscheinungen wie die Barebones von Gigabyte und MSI (den Axis 700 hatte ich neulich am Tisch, feine Sache!) und gelegentlich mal große Barebones mit den besagten beiden Boards drin. Im Gegensatz zum Atom ist die C7-Infrastruktur eben tatsächlich gut genug für einen vollwertigen (und gar nicht mal so abscheulich langsamen) PC.

Unterm Strich: Von der technischen Seite ist Atom ein Anfang, aber VIAs Vorsprung ist deutlich. Die kaufmännische Seite hat ihre eigenen Regeln ...

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Re: VIA vereint North- und Southbridge im VX800 Chipsatz

Beitrag von The Grinch » 04 Apr 2008, 05:40

Ich hatte Doelf schon gesagt das der Atom Leistungstechnisch dem C7 nicht das Wasser reichen kann, und für die UMPCs sicherlich die bessere Wahl wäre.
Ebenso finde ich es schade das die soliden Chipsätze von VIA fast gänzlich durch nvidia verdrängt wurden (und mit wenigen Ausnahmen auch von AMD), intel ist wieder ein anderes paar Schuhe.

Solange man die Griffel von dem Overclocking lässt sind die VIA-Chips sehr solide (jedenfalls betreibe/betreue ich einige Rechner mit solchen) und Preiswert sind sie oben drein.

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Re: VIA vereint North- und Southbridge im VX800 Chipsatz

Beitrag von Peter M. » 04 Apr 2008, 10:17

Ich habe den Eindruck, dass VIA am Chipsatzmarkt für Fremd-CPUs gar nicht mehr so arg interessiert ist. Trotzdem wird am unteren Ende der Skala gerne VIA verwendet ... auch weil SiS grade bei Intel im Bett liegt und wohl auf absehbare Zeit ganz zuklappt.

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Re: VIA vereint North- und Southbridge im VX800 Chipsatz

Beitrag von The Grinch » 04 Apr 2008, 10:41

Peter M. hat geschrieben:Ich habe den Eindruck, dass VIA am Chipsatzmarkt für Fremd-CPUs gar nicht mehr so arg interessiert ist.
Ist zwar schade, aber auch damit hätte ich kein Problem.
Auf der Suche nach guten Alternativen für UMPCs sind die sicherlich keine schlechte Wahl (mal abgesehen von der Industrie-Kundschaft).

Das es einen Markt gibt, für wirklich stromsparende und leistungsfähige mobile Geräte, steht ausser Frage (siehe ASUS IIEEH-PC).
Da müsste VIA nur mal richtig Blut lecken und ihren Isaiah endlich mal auf den Markt bringen (-> http://www.via.com.tw/en/products/proce ... aiah-arch/).
Aber ich hab den Eindruck das die Taiwanasen da etwas anders gestrickt sind :roll:

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Re: VIA vereint North- und Southbridge im VX800 Chipsatz

Beitrag von Peter M. » 04 Apr 2008, 11:14

Was meinst du denn mit "endlich"? Muster werden seit Anfang letzter Woche ausgeliefert, so wie das geplant und angekündigt war.
Von da weg geht's recht schnell, denn die bestehenden Hardwareplattformen müssen nicht geändert werden - nur nochmal qualifiziert.

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