Streit mit der Gema: YouTube sperrt Musikvideos

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doelf
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Streit mit der Gema: YouTube sperrt Musikvideos

Beitrag von doelf » 01 Apr 2009, 08:32

Gestern ist der Lizenzvertrag zwischen dem Videoportal YouTube und der deutschen Verwertungsgestelltschaft GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) ausgelaufen. Da sich die beiden Seiten nicht auf neue Konditionen einigen konnten, hat YouTube damit begonnen, die Musikvideos aller durch die GEMA vertretenen Künstler für deutsche Besucher zu sperren. Die Mehrzahl der Videos ist allerdings noch verfügbar.

Die Urheberrechte und die hiermit verbundenen Lizenzabgaben sind ein Dauerstreitpunkt für Plattformen wie YouTube. Erst vor zwei Wochen hatte YouTube seine Musikvideos für Internetnutzer aus Großbritannien gesperrt, da auch dort die Lizenzverträge mit der Verwertungsgestelltschaft "PRS for Music" ausgelaufen waren. Seit November 2007 durfte YouTube das GEMA-Repertoire nutzen, das Abkommen galt sowohl für offizielle Musikvideos als auch für Musikstücke, welche in von Benutzern eingestellten Videos verwendet wurden.

Die GEMA zeigt sich verwundert über die Sperrung und erklärt, man wolle die Verhandlungen fortführen. Während die GEMA auf mehr Transparenz beharrt und "ausreichende Informationen zu den genutzten Musikwerken und der Anzahl der Streams" verlangt, will YouTube die bisher vereinbarte Pauschalzahlung fortführen. Für YouTube stellt die Pauschallösung die bequemste Variante dar, ansonsten müsste man jegliche Videos nach Musikstücken untersuchen und darüber umfangreiche Statistiken führen. Auf der anderen Seite beklagen die Verwertungsgestelltschaften, dass sie so gut wie keine Informationen über das Nutzungsvolumen erhalten und fühlen sich bzw. die von ihnen vertretenen Künstler über den Tisch gezogen.

Dass YouTube die Musikvideos vorerst sperrt, darf hingegen kaum verwundern. Da der Linzenzvertrag ausgelaufen ist, kann die GEMA eine nachträgliche Vergütung der abgerufenen Titel verlangen. Und für Internetangebote "beträgt die Mindestvergütung je entgeltlich oder unentgeltlich genutztes Werk aus dem GEMA-Repertoire mit einer Spieldauer bis zu fünf Minuten € 0,1278" (seihe: PDF-Datei). Mehr als 12 Cent pro Aufruf sind ein Betrag, den ein kostenloses Angebot nicht durch Werbung finanzieren kann.

Die Sperrung beginnt bei den offiziellen Angeboten der Plattenfirmen und der Künstler, danach sollen von Benutzern eingestellte Musikvideos blockiert werden. Es ist davon auszugehen, dass letztendlich auch mit Musik hinterlegte Videos bzw. Beiträge, in denen Musikstücke von Dritten nachgespielt werden, blockiert werden.

Quelle:
http://www.gema.de/fileadmin/inhaltsdat ... demand.pdf

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