GTA V: Nigger, Nigger, Nigger

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doelf
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GTA V: Nigger, Nigger, Nigger

Beitrag von doelf »

Liebe Leser,

wir haben in diesem Jahr Vieles gelernt. Beispielsweise dass der Präsident der USA ein Vollpfosten ist, dass auch schwarze Leben wichtig sind und dass Karrieren in dem Moment enden, in dem jemand mit heller Hautfarbe schwarze Schminke in sein Gesicht schmiert und einen auf Onkel Tom oder Onkel Ben macht. Wer ganz schnell in der Faschistenecke landen will, sagt einfach mal Neger oder Nigger und unterbietet unmittelbar Adolf Hitler auf jeder Beliebtheitsskala.

Also spricht man lieber gleich vom N-Wort. Es sei denn man hat natürliche Farbe im Gesicht, denn dann scheint es kein anderes Wort als Nigger zu geben. Zumindest wenn wir GTA V glauben dürfen. Man begrüßt sich mit einem lässigen "Hey, Nigger", erzählt sich was dieser und jener Nigger so getrieben hat und dass einem irgendwelche anderen Nigger so richtig auf den Sack gehen. Was in einem Film von Tarantino das "Fuck" ist bei GTA V das Wort "Nigger". Nigger hier, Nigger da, Nigger, Nigger, Nigger.

Natürlich wird das Nigger-Geschwätz der farbigen Protagonisten mit all jenen Vorurteilen kombiniert, die der weiße Amerikaner gegenüber der mittellosen Bevölkerungsgruppe mit afrikanischen Wurzeln so pflegt: Alles Verbrecher und Halsabschneider, die sich Drogen einwerfen, saufen und wild durch die Gegend vögeln, damit sie dann arbeitslos und vollgedröhnt der Allgemeinheit auf der Tasche liegen. Die Interaktion mit computergesteuerten Figuren beschränkt sich passenderweise auf Prügeleien oder Autodiebstahl.

Ja, das ist das "Salz der Erde", wie der weiße Amerikaner jetzt sagen würde. Aber die Nigger sind nicht das Schlimmste an GTA V. Schließlich gibt es noch Latinos und Osteuropäer. Okay, die Handlung von GTA V spielt im Verbrechermilieu, dennoch ist mir noch nie ein derart humorloses Spiel untergekommen. Stattdessen gibt es den harten Pseudorealismus der Straße mit ewig gleichen Nigger-Sprüchen und Gossendialogen, die nach spätestens zehn Minuten langweilen und nur noch nerven.

Dazu eine - zumindest auf dem PC - völlig lausige Steuerung. Man muss schnell fahren, doch das geht nicht ohne Leute zu plätten. Also fahrt man nach ein paar Minuten gleich über den Gehweg, es ist ja eh scheißegal. Man ist ein Arschloch in einer Welt voller Arschlöchern, also was soll´s? Hat man vom Rumfahren die Nase voll, kann man auch rumlaufen. Allerdings wird mir bei GTA V auch ganz ohne VR-Brille binnen Minuten schlecht. Wer hat sich diese Kamerabewegungen ausgedacht?

Ich spiele fast nur Open-World-Spiele und diese in der Regel in der Ego-Perspektive. Und das auch mal einige Stunden am Stück. Bei GTA V halte ich mit Mühe eine halbe Stunde aus. Und die ganze Zeit frage ich mich: Wozu? Ob einer der Protagonisten ein Nigger ist, ist mir Wurst.
Aber er ist ein langweiliges, ödes Arschloch. Genau wie die weißen Arschlöcher aus dem einführenden Bankraub. Rassismus kann man GTA V somit nur bedingt vorwerfen, wohl aber die konsequente Bedienung von Vorurteilen auf dem Niveau von Abziehbildchen.

Nur die Bullen sind die absoluten Weicheier: Egal wie sehr ich mich um einen selbst herbeigeführten Suizid bemühe, meine dämliche Spielfigur landet stets nur im Krankenhaus, statt endlich ihren Löffel abzugeben oder nach einer Amokfahrt mit dutzenden Toten zumindest im Knast zu laden. Keine Giftspritze, kein elektrischer Stuhl, keine Kugel in den Kopf. So weit durfte der vorgeschobene Realismus dann doch nicht gehen. Schade. Ebenfalls schade: Man muss sich sklavisch an die vorgegebene Handlung halten und hat erschreckend wenig Freiheiten.

Doch wenn der Story-Modus einfach nur nervt, was finden Millionen von Käufern an GTA V? Ist es eventuell der Mehrspielermodus? Nein, nicht wirklich. Hier werden die computergesteuerten Arschlöcher nur durch spielergesteuerte Arschlöcher ersetzt, die Neulinge gleich nach der Mission umnieten und ausrauben. Und das scheint nicht die Ausnahme, sondern vielmehr die Regel zu sein. Keine Frage, der destruktive Ansatz des Spiels schlägt voll durch.

Mein Fazit: 7 Tage Download (2 Mbit/s ist das aktuelle Gigabit), 2,5 Tage anspielt, 0 Sekunden Spaß gehabt. GTA V reißt mich nicht mit, es nervt, es demotiviert. Schlimmer noch: Es macht mich aggressiv. Und mir qualmt der Kopf vom ständigen Nigger-Gesabbel dermaßen, dass ich Gefahr laufe, jemanden auf der Straße mit "Nigger" anzusprechen, was in allen Belangen kontraproduktiv wäre. Hätte ich für diesen Müll auch nur einen Cent ausgegeben, müsste ich Yogakurse nehmen, um zu lernen, mir in den eigenen Arsch zu beißen.

Gruß

Michael
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