Pokemon Go: vzbv findet Monster im Kleingedruckten

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doelf
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Pokemon Go: vzbv findet Monster im Kleingedruckten

Beitrag von doelf » 21 Jul 2016, 13:33

Aufgrund des derzeit grassierenden Pokemon-Fiebers machen sich Millionen Menschen zum Affen und die auf Hype-Blasen spezialisierten Investoren kaufen Nintendos Aktien zu Mondpreisen. Doch während von der Bahnhofstoilette bis zum militärischen Sperrgebiet rein gar nichts vor den Monster-Jägern sicher ist, scheint kaum jemand bis ins Kleingedruckte vorzudringen.

Das hätten die Nutzer der App aber lieber tun sollen, denn der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat in den Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen der App so einige Monster gefunden. Insgesamt 15 Klauseln sind nach deutschem Recht unzulässig, sagen die Verbraucherschützer und haben den kalifornischen Entwickler Niantic abgemahnt. Bis zum 9. August 2016 soll die Firma eine Unterlassungserklärung abgeben, ansonsten will der vzbv Klage einreichen.

Vorab beklagen die Verbraucherschützer, dass sich Spieler über ein Benutzerkonto bei Google oder Nintendo anmelden müssen. Ein anonymes Spielen der kostenlosen App wird hierdurch unmöglich, zudem erfasst die App die E-Mail-Adresse und die Standortdaten der Spieler. Das ist zwar ärgerlich, wird aber erst dadurch unzulässig, dass Niantic die personenbezogenen Daten auch an private Dritte weitergegeben will.

Zudem genehmigt sich der Entwickler das Recht, den Nutzungsvertrag jederzeit abändern und den Dienst komplett einstellen zu dürfen. Eine Rückerstattung für getätigte In-App-Käufe, bei denen die Spieler echtes Geld ausgeben, wird generell ausgeschlossen. Auch Haftung und Gewährleistung werden weitgehend ausgeschlossen, es soll ausschließlich kalifornisches Recht gelten und ein Schiedsgericht in den USA jegliche Streitfragen schlichten. Das alles klingt nicht nach einem Produkt für den deutschen Markt, oder?

Quelle:
http://www.vzbv.de/pressemitteilung/vzb ... emon-go-ab
. Tails . Linux . USB . CD . Secure Desktop . IRC . Truecrypt . Tor .

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Re: Pokemon Go: vzbv findet Monster im Kleingedruckten

Beitrag von neO » 22 Jul 2016, 19:56

Die Aktie würde ich auch kaufen ( :wink: )

Saugt die naiven User aus!
Nehmt auch ihre Nacktbilder, nicht nur bis auf die Unterhose.
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Re: Pokemon Go: vzbv findet Monster im Kleingedruckten

Beitrag von neO » 01 Aug 2016, 14:50

Pokemon go als Spionage Werkzeug:
Nackig ist da noch harmlos ;)

Pokémon Go und die CIA
(..)
Wer spielen will, muss personenbezogene Daten freigeben, die Kamera ist immer angeschaltet, wenn man nicht auf die AR-Funktion verzichtet, was erst ab Android 6.0 möglich ist, Zugriff hat die App auf das GPS-Signal, den Speicher und die Kontaktliste.

Alle erhobenen Daten gehen in den Besitz der amerikanischen Firma Niantic und damit womöglich auch an Google über, sie können wieder an Dritte weitergegeben werden, nicht nur an andere Unternehmen, sondern auch an Behörden oder Geheimdienste.
(..)

Mit Google Earth und Street View werden weltweit Bilder von Straßen und Gebäuden gemacht. Aber einsehbar werden nur Orte, die von außen und von oben zugänglich sind. Es fehlt der Zugang in den umschlossenen Raum. Hier könnte Pokemon Go eine Möglichkeit bereitstellen, diese Hürde zu überwinden, ohne dass dies als Eindringen erscheinen muss. Mit einem Spiel setzt man eine Heerschar von Trolls in Bewegung, die nur spielen wollen, aber als Spione unterwegs sind, um umbaute Räume ebenfalls zu erfassen und zu kartieren, was sich in ihnen befindet. (..)


Die israelische Armee hat die Pokémon-App auf Militärstützpunkten verboten, weil das Spiel den Zugriff auf GPS-Daten und Kamera erfordert. Das Spiel sei ein Mittel zum Sammeln von Informationen, so die Sicherheitsabteilung der Armee. Auch finnischen Soldaten ist es aus denselben Gründen verboten worden, in militärischen Anlagen Pokémon zu spielen.
http://m.heise.de/tp/artikel/48/48996/1.html
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