Japan: Zitterpartie um Reaktor geht weiter

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Re: Japan: Zitterpartie um Reaktor geht weiter

Beitrag von doelf » 01 Sep 2013, 14:36

@ wigor666: Ich gebe Dir Recht. Die haben die Wassermenge sicherlich so genau gemessen wie die Strahlung :-(

wigor666

Re: Japan: Zitterpartie um Reaktor geht weiter

Beitrag von wigor666 » 02 Sep 2013, 17:49

Meiner bescheidenen Meinung nach, ist es mittlerweile, reichlich unerheblich welcher Strahlungswert, welcher Art auch immer, wo zu messen ist und wer auch immer zuständig ist, der ganze Vorfall, bzw. der Umgang damit ist nur ein weiteres Synonym da für, in welchen Zeiten wir leben. Die ganzen Schlagzeilen und das ganze rumgemesse sind ohnehin reichlich über, da diese Sache schlicht nicht in den Griff zu kriegen ist. Wer will das wie liqidieren? Wenn man sich allein Windscale und Pripjat ansieht und bedenkt wie viele Leben dort in die Liquidation gegangen/geblieben sind und man dann noch die Größenordnungen mit einbezieht, wobei die anderen beiden Vorfälle im Vergleich 3x kleiner wahren und selbst diese, nach Jahrzehnten, immer noch nicht endgelöst sind, lässt es doch nur den Schluss zu, das dieses mit den zur Verfügung stehenden Mitteln gar nicht zu lösen ist.

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Re: Japan: Zitterpartie um Reaktor geht weiter

Beitrag von doelf » 04 Sep 2013, 07:42

Keine Frage: Zu lösen ist da gar nichts mehr. Es geht lediglich um Schadensbegrenzung und die wurde unsagbar schlecht umgesetzt. Dass Tepco hier nicht in Eigenregie herumpfuschen durfte, hätte jedem klar sein dürfen. Aber da stand auch die japanische Mentalität im Weg, da will ja niemand das Gesicht verlieren oder einen anderen in Verlegenheit bringen. Doch solche Katastrophen sind nicht national, sondern stellen international eine Gefahr dar. Und daher brauchen wir keine internationale Atomaufsichtsbehörde, die nur nationale Meldungen verwaltet, sondern vielmehr eine, die im Katastrophenfall das Management übernimmt und für ein Maximum an Transparenz und Informationsaustausch sorgt. Dann besteht zumindest die Hoffnung, dass die Schadensbegrenzung etwas effektiver funktioniert.

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Fukushima: Weiterer Anstieg der Strahlung gemessen

Beitrag von doelf » 04 Sep 2013, 10:02

Die unzähligen überirdischen und unterirdischen Tanks, in denen das zur Kühlung der Atomruine Fukushima Daiichi verwendete Wasser lagert, sind nicht dicht. Tepco, der Betreiber des havarierten Kernkraftwerks, findet immer neue Lecks und musste heute einen weiteren Anstieg der Strahlung melden.

An der Nordseite des Tanks H3 Nummer 4 schossen die Messwerte am 31. August 2013 von 100 mSv/h auf 1.800 mSv/h. Dieser immense Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass die zuvor verwendeten Messinstrumente maximal 100 mSv/h registrieren konnten. Am 1. September wurden an der selben Stelle 1.700 mSv/h registriert, für den 3. September meldet Tepco nun sogar 2.200 mSv/h. Die Messungen wurden in einer Entfernung von 5 cm vorgenommen und spiegeln fast ausschließlich Beta-Strahlung wieder. Diese verliert mit größerem Abstand schnell an Wirkung, so dass bei 50 cm nur noch Werte von 40 mSv/h nachgewiesen werden konnten. Für zwei andere Messpunkte meldet Tepco 400 bzw. 300 mSv/h, ebenfalls gemessen aus 5 cm Entfernung.

Während Sievert als Maßeinheit die Strahlenbelastung wiedergibt, beschreibt Becquerel die Aktivität eines radioaktiven Stoffes. Tepco hatte am 2. September die Radioaktivität von Cäsium 134 und 137 in mehreren mit Grundwasser gefüllten Bohrlöchern gemessen und musste auch hier einen starken Anstieg feststellen. Im Falle des Cäsium 134 kletterte der Messwert von 1,3 Bq/l auf 10 Bq/l und bei Cäsium 137 stieg der Messwert von 3,3 Bq/l auf 24,0 Bq/l. Die Summe aller Betastrahler (inklusive Strontium-90), wird mit 360.000 Bq/l angegeben. Zuvor hatten Untersuchungen des Grundwassers an der selben Stelle Werte von 6.000 Bq/l und zu einem noch früheren Zeitpunkt 190.000 Bq/l geliefert.

Die Ursache der starken Schwankungen ist im Wassermanagement der Ruine zu suchen. Nach wie vor werden gewaltige Mengen Wasser - ca. 400 Tonnen pro Tag - in die zerstörten Reaktoren gepumpt. Das Wasser nimmt dabei Radioaktivität (beispielsweise Cäsium, Strontium und Tritium) auf und muss anschließend wieder abgepumpt und zwischengelagert werden. Die Wassertanks und -becken sind jedoch anfällig für Leckagen, erst am 19. August 2013 waren aus einem Tank rund 300 Tonnen radioaktives Wasser ausgelaufen. Während Tepco versucht, das verseuchte Wasser vom Meer fernzuhalten, dringt von der Landseite aus Grundwasser auf das Gelände. Dieses Grundwasser, welches von unten in die Kraftwerksruine einsickert, vermischt sich mit dem Kühlwasser. Idealerweise sollte der Betreiber die geschlossenen Kühlkreisläufe der beschädigten Reaktoren wiederherstellen, doch dies war bisher nicht möglich und könnte auch für die Zukunft unmöglich bleiben. Die japanische Regierung will daher zumindest das Grundwasser aus der Gleichung herausnehmen und plant eine Bodenvereisung. Hierbei kühlen unterirdische Rohre den Boden unter den Gefrierpunkt ab, wodurch eine Eiswand entsteht, um die das Grundwasser herumfließen muss. Diese Technik stammt aus dem Bergbau und gilt als erprobt, doch in der Größenordnung von Fukushima Daiichi kam die Bodenvereisung bisher noch nie zum Einsatz.

Quelle:
http://www.tepco.co.jp/

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Re: Japan: Zitterpartie um Reaktor geht weiter

Beitrag von The Grinch » 04 Sep 2013, 10:13

Tepco = Eine Odyssee von Versagern, Vertuschern und Lügnern!

Für mich gehören alle verantwortlichen Manager, inkl. Derer der letzten 30 Jahre,
umgehen inhaftiert - solange bis die Katastrophe restlos bereinigt ist.

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Re: Japan: Zitterpartie um Reaktor geht weiter

Beitrag von doelf » 04 Sep 2013, 10:34

Inhaftieren? Nein: Lappen in die Hand und zum Aufräumen schicken!

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