Kopierschutz = Malware

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doelf
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Kopierschutz = Malware

Beitrag von doelf » 19 Mai 2006, 13:17

Die Grenze zwischen Kopierschutz-Programmen und Viren, Trojanern sowie Rootkits wird immer fließender. Durch Linzenzbedingungen soll der Anwender gezwungen werden, Zugriffe auf sein System durch Dritte zuzulassen oder eine eingeschränkte Funktionalität zu akzeptieren.

Viele dieser Kopierschutzprogramme stellen erhebliche Sicherheitsrisiken dar, stören den Betrieb oder sorgen gar für Abstürze. Sony kam mit Audio-CDs in die Schlagzeilen, die mit dem Kopierschutz XCP der Firma "First 4 Internet" versehen waren, der Spielehersteller Ubi geriet durch den umstrittenen Kopierschutz Starforce in die Kritik. Für den Benutzer ist jedoch nicht transparent, was der Kopierschutz tut, wie tief er sich im System verankert oder ob er sich jemals wieder entfernen läßt. Bereits Demos, welche man frei im Internet herunterladen kann, sind oft schon mit Kopierschutzmechanismen versehen, die auch nach der Deinstallation der Software auf dem Rechner verbleiben.

Bruce Schneier, Chief Technology Officer beim IT-Sicherheitsunternehmen Counterpane Internet Security im kalifornischen Mountain View, gab ein spannendes Interview zu den Umtrieben der Industrie, deren fragwürdige Kopierschutz-Programme durch die aktuellen Urheberrechte sogar noch geschützt werden:
"Sobald man dem Nutzer Funktionalität wegnimmt, also einen Mechanismus in Software einbaut, die es einer dritten Partei ermöglicht, das zu umgehen, was der User will, ergibt sich die Definition von Malware wie von selbst. Das ist Software, die Dinge hinter dem Rücken des Nutzers tut, die dieser nicht haben möchte. Diese Kopierschutzprogramme unterscheiden sich damit praktisch nicht mehr von bösartigem Code, müssen also als solcher definiert werden...."
Das vollständige Interview findet sich auf heise.de:
http://www.heise.de/tr/artikel/73257

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