Julian Assange wird erst Mitte November befragt

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Assange soll nun doch in London befragt werden

Beitrag von doelf » 15 Dez 2015, 19:30

Vor 16 Monaten hatte Julian Assange, der Mitbegründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, angekündigt, seine Zuflucht in der ecuadorianischen Botschaft in London bald verlassen zu wollen. Daraus wurde aber nichts, denn der Oberste Gerichtshof Schwedens hatte noch im Mai 2015 die Rechtmäßigkeit des europäischen Haftbefehls gegen Assange bekräftigt. Doch nun kommt endlich wieder Bewegung in den Fall.

Ein Kernproblem der letzten Jahre besteht in der Weigerung Assanges, sich in Schweden verhören zu lassen. Er befürchtet, dass Schweden für ihn nur eine kurze Zwischenstation auf dem Weg in die USA wäre, mit der Schweden ein Auslieferungsabkommen hat. In den USA droht Assange wegen Geheimnisverrats lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe. Großbritannien wollte den Australier im Jahr 2012 an Schweden ausliefern, doch dann floh Assange in die Botschaft Ecuadors und beantragte Asyl. Als der Patt auch nach drei Jahren noch anhielt, nahmen Ecuador und Schweden im Juni 2015 Gespräche auf, um ein Verhör in der Londoner Botschaft zu ermöglichen. Nun haben sich Ecuadors stellvertretender Außenminister Xavier Lasso und Anna-Carin Svensson, die Leiterin für internationale Angelegenheiten im schwedischen Justizministerium, auf ein Vorgehen verständigt. Schon in wenigen Tagen soll die Befragung Assanges stattfinden. Was danach geschehen wird, ist allerdings noch völlig offen.

Wir blicken zurück: Julian Assange hatte als Chef der Enthüllungsplattform Wikileaks den Mächtigen aus Politik und Wirtschaft kräftig auf die Füße getreten. In vielen Medien trat Assange wie ein Star auf, doch dann kam im Jahr 2010 der tiefe Fall. Bei einer Vortragsreise durch Schweden soll der gebürtige Australier mit zwei Frauen einvernehmlichen Sex gehabt haben, sich bei der Ausführung des Geschlechtsaktes aber über die Wünsche seiner Partnerinnen hinweggesetzt haben. Im August 2010 wurde daher zunächst ein Haftbefehl aufgrund Vergewaltigung und sexueller Belästigung ausgestellt, der kurze Zeit später wieder zurückgezogen wurde. Mehrfach wechselten die Vorwürfe und die Zuständigkeiten, bis die neue Chefanklägerin Marianne Ny dann am 18. November 2010 einen europäischen Haftbefehl präsentierte. Dieser umfasst den Verdacht der Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Nötigung.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Julian Assange bereits in Großbritannien. Dort stellte er sich am 7. Dezember 2010 der Polizei und wurde später auf Kaution freigelassen. In den Jahren 2011 und 2012 kämpfte Assange vor den britischen Gerichten gegen das schwedische Auslieferungsersuchen, doch am 14. Juni 2012 scheiterte er in letzter Instanz vor dem Supreme Courts. Am 19. Juni 2012 flüchtete sich der Australier in die Botschaft Ecuadors und stellte dort einen Antrag auf Asyl. Nach zwei Jahren in der Botschaft zogen Assanges Anwälte in Schweden vor Gericht, um den Haftbefehl anzufechten. Im Mai 2015 unterlag Assange vor dem Obersten Gerichtshof Schwedens und so verharrte der Australier in der Botschaft. Als letzter Weg bleibt nur noch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte.

Quelle:
http://www.theguardian.com/media/2015/d ... ithin-days
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UN: Julian Assange zu unrecht inhaftiert

Beitrag von doelf » 05 Feb 2016, 11:24

Die "Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen für willkürliche Inhaftierungen" (UNWGAD) bewertet die Situation des Wikileak-Gründers Julian Assange als ungerechtfertigte Freiheitsberaubung. Die Arbeitsgruppe hat die verantwortlichen Regierungen von Großbritannien und Schweden aufgefordert, Assange freizulassen. Zudem stehe dem Australier eine Wiedergutmachung zu. Rechtlich bindend ist diese Einschätzung aber nicht.

Die Bewertung wurde auch nicht einstimmig getroffen: Ein Mitglied der Arbeitsgruppe hat die australische Staatsbürgerschaft und sah hierin einen Interessenskonflikt, sie hatte daher gar nicht an den Beratungen teilgenommen. Ein zweites Mitglied erkennt in der Situation von Julian Assange keine Inhaftierung und zweifelt an der Zuständigkeit der Arbeitsgruppe. Tatsächlich befindet sich der Wikileaks-Gründer nicht in Haft, da er sich seiner Verhaftung durch die Flucht in die Londoner Botschaft Ecuadors entzogen hatte. Da sein Zufluchtsort seit dreieinhalb Jahren von britischen Polizisten belagert wird, ist Assange in seiner Freiheit allerdings stark eingeschränkt.

Wir blicken zurück: Julian Assange hatte als Chef der Enthüllungsplattform Wikileaks den Mächtigen aus Politik und Wirtschaft kräftig auf die Füße getreten. In vielen Medien trat Assange wie ein Star auf, doch dann kam im Jahr 2010 der tiefe Fall. Bei einer Vortragsreise durch Schweden soll der gebürtige Australier mit zwei Frauen einvernehmlichen Sex gehabt haben, sich bei der Ausführung des Geschlechtsaktes aber über die Wünsche seiner Partnerinnen hinweggesetzt haben. Im August 2010 wurde daher zunächst ein Haftbefehl aufgrund Vergewaltigung und sexueller Belästigung ausgestellt, der kurze Zeit später wieder zurückgezogen wurde. Mehrfach wechselten die Vorwürfe und die Zuständigkeiten, bis die neue Chefanklägerin Marianne Ny dann am 18. November 2010 einen europäischen Haftbefehl präsentierte. Dieser umfasst den Verdacht der Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Nötigung.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Julian Assange bereits in Großbritannien. Dort stellte er sich am 7. Dezember 2010 der Polizei und wurde später auf Kaution freigelassen. In den Jahren 2011 und 2012 kämpfte Assange vor den britischen Gerichten gegen das schwedische Auslieferungsersuchen, doch am 14. Juni 2012 scheiterte er in letzter Instanz vor dem Supreme Courts. Am 19. Juni 2012 flüchtete sich der Australier in die Botschaft Ecuadors und stellte dort einen Antrag auf Asyl. Nach zwei Jahren in der Botschaft zogen Assanges Anwälte in Schweden vor Gericht, um den Haftbefehl anzufechten. Im Mai 2015 unterlag Assange vor dem Obersten Gerichtshof Schwedens. Zuletzt einigten sich Schweden und Ecuador darauf, eine Befragung in der Botschaft zu ermöglichen. Diese Möglichkeit hatte die schwedische Seite zuvor immer verweigert.

Quelle:
http://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Page ... 2&LangID=E
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Julian Assange: Noch ein Anlauf in Schweden

Beitrag von doelf » 22 Feb 2016, 16:56

Nachdem die "Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen für willkürliche Inhaftierungen" (UNWGAD) die Situation des Wikileak-Gründers Julian Assange als ungerechtfertigte Freiheitsberaubung eingestuft hatte, versuchen es die Anwälte des Australiers noch einmal in Schweden. Sie wollen aufgrund der neuen Bewertungslage die Rücknahme des Haftbefehls erreichen.

Ob sich überhaupt ein Gericht mit dieser Eingabe befassen wird, ist noch unklar, denn Assange hatte im Mai 2015 bereits vor dem Obersten Gerichtshof Schwedens verloren und den Rechtsweg in dem Land eigentlich schon ausgeschöpft. Auch die zuständige Staatsanwältin Marianne Ny zeigte sich im Vorfeld von der Einschätzung der UNWGAD unbeeindruckt. Diese sei rechtlich nicht bindend und somit für den Fall nicht weiter relevant.

Wir blicken zurück: Julian Assange hatte als Chef der Enthüllungsplattform Wikileaks den Mächtigen aus Politik und Wirtschaft kräftig auf die Füße getreten. In vielen Medien trat Assange wie ein Star auf, doch dann kam im Jahr 2010 der tiefe Fall. Bei einer Vortragsreise durch Schweden soll der gebürtige Australier mit zwei Frauen einvernehmlichen Sex gehabt haben, sich bei der Ausführung des Geschlechtsaktes aber über die Wünsche seiner Partnerinnen hinweggesetzt haben. Im August 2010 wurde daher zunächst ein Haftbefehl aufgrund Vergewaltigung und sexueller Belästigung ausgestellt, der kurze Zeit später wieder zurückgezogen wurde. Mehrfach wechselten die Vorwürfe und die Zuständigkeiten, bis die neue Chefanklägerin Marianne Ny dann am 18. November 2010 einen europäischen Haftbefehl präsentierte. Dieser umfasst den Verdacht der Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Nötigung.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Julian Assange bereits in Großbritannien. Dort stellte er sich am 7. Dezember 2010 der Polizei und wurde später auf Kaution freigelassen. In den Jahren 2011 und 2012 kämpfte Assange vor den britischen Gerichten gegen das schwedische Auslieferungsersuchen, doch am 14. Juni 2012 scheiterte er in letzter Instanz vor dem Supreme Courts. Am 19. Juni 2012 flüchtete sich der Australier in die Botschaft Ecuadors und stellte dort einen Antrag auf Asyl. Nach zwei Jahren in der Botschaft zogen Assanges Anwälte in Schweden vor Gericht, um den Haftbefehl anzufechten. Im Mai 2015 unterlag Assange dann vor dem Obersten Gerichtshof Schwedens. Ende 2015 einigten sich Schweden und Ecuador auf eine Befragung innerhalb der Botschaft, doch diese ist bisher noch nicht erfolgt. Im Februar 2016 forderte die UNWGAD Großbritannien und Schweden auf, Assange freizulassen und ihm eine Wiedergutmachung zu zahlen. Auch das ist noch nicht passiert.

Quelle:
http://www.theguardian.com/media/2016/f ... un-finding
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Re: Undurchsichtig: (Kein) Haftbefehl gegen Julian Assange

Beitrag von The Grinch » 23 Feb 2016, 14:26

Ist das immer noch nicht beendet, was für ein Mist ist das denn?

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Re: Undurchsichtig: (Kein) Haftbefehl gegen Julian Assange

Beitrag von doelf » 23 Feb 2016, 14:29

Das ist ein Wettkampf: Sitzfleisch vs. Verjährungsfristen
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Re: Undurchsichtig: (Kein) Haftbefehl gegen Julian Assange

Beitrag von Mausolos » 24 Feb 2016, 19:18

The Grinch hat geschrieben:Ist das immer noch nicht beendet, was für ein Mist ist das denn?
Die USA demonstrieren, wer die Hosen anhat.
— Oder glaubst Du, der NSA/CSS mache vor den obersten schwedischen Richtern halt?
Linux :)

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Assange kann in London befragt werden

Beitrag von doelf » 11 Aug 2016, 20:07

Schweden und Ecuador haben sich endlich einigen können: Julian Assange, der von Schweden mit einem europäischen Haftbefehl gesucht wird und der sich deswegen seit vier Jahren in der Londoner Botschaft Ecuadors verschanzt, darf von schwedischen Ermittlern auf dem Botschaftsgelände verhört werden.

Eigentlich hatten Ecuador und Schweden schon im Juni 2015 Gespräche aufgenommen, um ein Verhör des Australiers in der Londoner Botschaft zu ermöglichen. Aber erst im Dezember 2015 konnten sich Ecuadors stellvertretender Außenminister Xavier Lasso und Anna-Carin Svensson, die Leiterin für internationale Angelegenheiten im schwedischen Justizministerium, auf ein Vorgehen verständigen. Damals hieß es, die Befragung solle in wenigen Tagen stattfinden, doch erst jetzt wird es konkret. "In den kommenden Wochen wird ein Datum festgelegt werden", ließ die Botschaft in einer Ankündigung wissen. Hoffen wir nur, dass man nicht den Sankt Nimmerleinstag auswählen wird.

Wir blicken zurück: Julian Assange hatte als Chef der Enthüllungsplattform Wikileaks den Mächtigen aus Politik und Wirtschaft kräftig auf die Füße getreten. In vielen Medien trat Assange wie ein Star auf, doch dann kam im Jahr 2010 der tiefe Fall. Bei einer Vortragsreise durch Schweden soll der gebürtige Australier mit zwei Frauen einvernehmlichen Sex gehabt haben, sich bei der Ausführung des Geschlechtsaktes aber über die Wünsche seiner Partnerinnen hinweggesetzt haben. Im August 2010 wurde daher zunächst ein Haftbefehl aufgrund Vergewaltigung und sexueller Belästigung ausgestellt, der kurze Zeit später wieder zurückgezogen wurde. Mehrfach wechselten die Vorwürfe und die Zuständigkeiten, bis die neue Chefanklägerin Marianne Ny dann am 18. November 2010 einen europäischen Haftbefehl präsentierte. Dieser umfasst den Verdacht der Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Nötigung.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Julian Assange bereits in Großbritannien. Dort stellte er sich am 7. Dezember 2010 der Polizei und wurde später auf Kaution freigelassen. In den Jahren 2011 und 2012 kämpfte Assange vor den britischen Gerichten gegen das schwedische Auslieferungsersuchen, doch am 14. Juni 2012 scheiterte er in letzter Instanz vor dem Supreme Courts. Am 19. Juni 2012 flüchtete sich der Australier in die Botschaft Ecuadors und stellte dort einen Antrag auf Asyl. Nach zwei Jahren in der Botschaft zogen Assanges Anwälte in Schweden vor Gericht, um den Haftbefehl anzufechten. Im Mai 2015 unterlag Assange dann vor dem Obersten Gerichtshof Schwedens. Im Februar 2016 forderte die "Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen für willkürliche Inhaftierungen" (UNWGAD) Großbritannien und Schweden auf, Assange freizulassen und ihm eine Wiedergutmachung zu zahlen. Diese Aufforderung wurde von beiden Ländern abgelehnt.

Quelle:
https://www.theguardian.com/media/2016/ ... o-set-date
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Julian Assange wird erst Mitte November befragt

Beitrag von doelf » 13 Okt 2016, 12:50

Anfang August 2016 hatten sich Schweden und Ecuador endlich darauf geeinigt, dass Julian Assange von schwedischen Ermittlern auf dem Londoner Botschaftsgelände Ecuadors verhört werden darf. Damals hieß es: "In den kommenden Wochen wird ein Datum festgelegt werden". Als Termin wurde kürzlich der kommende Montag genannt, doch nun gibt es eine weitere Verzögerung. Wie ein Sprecher der Botschaft erklärt, besteht ein Terminproblem mit Assanges Anwälten. Das Verhör soll nun am 14. November 2016 stattfinden.

Julian Assange, der von Schweden mit einem europäischen Haftbefehl gesucht wird und der sich deswegen seit vier Jahren in der Londoner Botschaft Ecuadors verschanzt, hatte als Chef der Enthüllungsplattform Wikileaks den Mächtigen aus Politik und Wirtschaft kräftig auf die Füße getreten. In vielen Medien trat Assange wie ein Star auf, doch dann kam im Jahr 2010 der tiefe Fall. Bei einer Vortragsreise durch Schweden soll der gebürtige Australier mit zwei Frauen einvernehmlichen Sex gehabt haben, sich bei der Ausführung des Geschlechtsaktes aber über die Wünsche seiner Partnerinnen hinweggesetzt haben. Im August 2010 wurde daher zunächst ein Haftbefehl aufgrund Vergewaltigung und sexueller Belästigung ausgestellt, der kurze Zeit später wieder zurückgezogen wurde. Mehrfach wechselten die Vorwürfe und die Zuständigkeiten, bis die neue Chefanklägerin Marianne Ny dann am 18. November 2010 einen europäischen Haftbefehl präsentierte. Dieser umfasst den Verdacht der Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Nötigung.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Julian Assange bereits in Großbritannien. Dort stellte er sich am 7. Dezember 2010 der Polizei und wurde später auf Kaution freigelassen. In den Jahren 2011 und 2012 kämpfte Assange vor den britischen Gerichten gegen das schwedische Auslieferungsersuchen, doch am 14. Juni 2012 scheiterte er in letzter Instanz vor dem Supreme Courts. Am 19. Juni 2012 flüchtete sich der Australier in die Botschaft Ecuadors und stellte dort einen Antrag auf Asyl. Nach zwei Jahren in der Botschaft zogen Assanges Anwälte in Schweden vor Gericht, um den Haftbefehl anzufechten. Im Mai 2015 unterlag Assange dann vor dem Obersten Gerichtshof Schwedens. Einen Monat später wurden Gespräche aufgenommen, um ein Verhör des Australiers in der Londoner Botschaft zu ermöglichen, doch erst im Dezember 2015 konnten sich Ecuadors stellvertretender Außenminister Xavier Lasso und Anna-Carin Svensson, die Leiterin für internationale Angelegenheiten im schwedischen Justizministerium, auf ein Vorgehen verständigen.

Im Februar 2016 forderte die "Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen für willkürliche Inhaftierungen" (UNWGAD) Großbritannien und Schweden auf, Assange freizulassen und ihm eine Wiedergutmachung zu zahlen. Diese Aufforderung wurde von beiden Ländern abgelehnt. Inzwischen ist die Angelegenheit für alle Beteiligten nur noch eine peinliche Farce, bei der niemand das Gesicht verlieren will.

Quelle:
https://www.theguardian.com/law/2016/oc ... -postponed
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Julian Assange setzt auf Donald Trump

Beitrag von doelf » 20 Jan 2017, 11:11

Die ganze Welt zittert vor Donald Trump, nur Julian Assange scheint großes Vertrauen in den neuen US-Präsidenten zu haben. In einer Webkonferenz erklärte der Wikileaks-Mitbegründer, dass er bereit sei, in die USA zu reisen, um sich den dortigen Gerichten zu stellen. Bisher haben die US-Behörden weder Anklage gegen Assange erhoben noch wurden Auslieferungsanträge gestellt. Es ist sogar unklar, ob überhaupt gegen Assange ermittelt wird. Nach Schweden will er allerdings nicht.

Julian Assange, der von Schweden mit einem europäischen Haftbefehl gesucht wird und der sich deswegen seit viereinhalb Jahren in der Londoner Botschaft Ecuadors verschanzt, hatte als Chef der Enthüllungsplattform Wikileaks den Mächtigen aus Politik und Wirtschaft kräftig auf die Füße getreten. In vielen Medien trat Assange wie ein Star auf, doch dann kam im Jahr 2010 der tiefe Fall. Bei einer Vortragsreise durch Schweden soll der gebürtige Australier mit zwei Frauen einvernehmlichen Sex gehabt haben, sich bei der Ausführung des Geschlechtsaktes aber über die Wünsche seiner Partnerinnen hinweggesetzt haben. Im August 2010 wurde daher zunächst ein Haftbefehl aufgrund Vergewaltigung und sexueller Belästigung ausgestellt, der kurze Zeit später wieder zurückgezogen wurde. Mehrfach wechselten die Vorwürfe und die Zuständigkeiten, bis die neue Chefanklägerin Marianne Ny dann am 18. November 2010 einen europäischen Haftbefehl präsentierte. Dieser umfasst den Verdacht der Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Nötigung.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Julian Assange bereits in Großbritannien. Dort stellte er sich am 7. Dezember 2010 der Polizei und wurde später auf Kaution freigelassen. In den Jahren 2011 und 2012 kämpfte Assange vor den britischen Gerichten gegen das schwedische Auslieferungsersuchen, doch am 14. Juni 2012 scheiterte er in letzter Instanz vor dem Supreme Courts. Am 19. Juni 2012 flüchtete sich der Australier in die Botschaft Ecuadors und stellte dort einen Antrag auf Asyl. Nach zwei Jahren in der Botschaft zogen Assanges Anwälte in Schweden vor Gericht, um den Haftbefehl anzufechten. Im Mai 2015 unterlag Assange dann vor dem Obersten Gerichtshof Schwedens. Einen Monat später wurden Gespräche aufgenommen, um ein Verhör des Australiers in der Londoner Botschaft zu ermöglichen, doch erst im Dezember 2015 konnten sich Ecuadors stellvertretender Außenminister Xavier Lasso und Anna-Carin Svensson, die Leiterin für internationale Angelegenheiten im schwedischen Justizministerium, auf ein Vorgehen verständigen.

Im Februar 2016 forderte die "Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen für willkürliche Inhaftierungen" (UNWGAD) Großbritannien und Schweden auf, Assange freizulassen und ihm eine Wiedergutmachung zu zahlen. Diese Aufforderung wurde von beiden Ländern abgelehnt. Nach eigenen Aussagen befürchtet Assange, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm wegen seiner Arbeit bei Wikileaks ein Prozess wegen Spionage droht. Bisher hatte sich er Australier mit Händen und Füßen gegen diese Perspektive gewehrt, doch der neue Präsident Donald Trump scheint Assange keine Angst zu machen. Dies hat einen faden Beigeschmack, denn im Präsidentschaftswahlkampf hatte Wikileaks recht einseitig Dokumente der Demokratischen Partei veröffentlicht, aber keine Skandale bei den Republikanern aufgedeckt. Assange hatte hierzu erklärt, Wikileaks habe nur das veröffentlichen können, was die Plattform an Dokumenten bekommen habe.
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Ermittlungen gegen Julian Assange eingestellt

Beitrag von doelf » 19 Mai 2017, 10:57

Nach sieben Jahren des rechtlichen Tauziehens hat die schwedische Generalstaatsanwältin Marianne Ny die Ermittlungen gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange eingestellt. Der Australier sollte zu Vorwürfen der sexuellen Nötigung und Vergewaltigung in einem minderschweren Fall befragt werden und wurde daher mit einem europäischen Haftbefehl gesucht.

Suche ist dabei der falsche Begriff, denn Assanges Aufenthaltsort war bekannt: Er hatte in der Londoner Botschaft Ecuadors Zuflucht gesucht und sich dort fünf Jahre lang verschanzt. Als Chef der Enthüllungsplattform Wikileaks war der Australier den Mächtigen aus Politik und Wirtschaft kräftig auf die Füße getreten. In vielen Medien trat Assange wie ein Star auf, doch dann kam im Jahr 2010 der tiefe Fall. Bei einer Vortragsreise durch Schweden soll der gebürtige Australier mit zwei Frauen einvernehmlichen Sex gehabt haben, sich bei der Ausführung des Geschlechtsaktes aber über die Wünsche seiner Partnerinnen hinweggesetzt haben. Im August 2010 wurde daher zunächst ein Haftbefehl aufgrund Vergewaltigung und sexueller Belästigung ausgestellt, der kurze Zeit später wieder zurückgezogen wurde. Mehrfach wechselten die Vorwürfe und die Zuständigkeiten, bis die neue Chefanklägerin Marianne Ny dann am 18. November 2010 einen europäischen Haftbefehl präsentierte. Dieser umfasst den Verdacht der Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Nötigung.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Julian Assange bereits in Großbritannien. Dort stellte er sich am 7. Dezember 2010 der Polizei und wurde später auf Kaution freigelassen. In den Jahren 2011 und 2012 kämpfte Assange vor den britischen Gerichten gegen das schwedische Auslieferungsersuchen, doch am 14. Juni 2012 scheiterte er in letzter Instanz vor dem Supreme Courts. Am 19. Juni 2012 flüchtete sich der Australier in die Botschaft Ecuadors und stellte dort einen Antrag auf Asyl. Nach zwei Jahren in der Botschaft zogen Assanges Anwälte in Schweden vor Gericht, um den Haftbefehl anzufechten. Im Mai 2015 unterlag Assange dann vor dem Obersten Gerichtshof Schwedens. Einen Monat später wurden Gespräche aufgenommen, um ein Verhör des Australiers in der Londoner Botschaft zu ermöglichen, doch erst im Dezember 2015 konnten sich Ecuadors stellvertretender Außenminister Xavier Lasso und Anna-Carin Svensson, die Leiterin für internationale Angelegenheiten im schwedischen Justizministerium, auf ein Vorgehen verständigen.

Im Februar 2016 forderte die "Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen für willkürliche Inhaftierungen" (UNWGAD) Großbritannien und Schweden auf, Assange freizulassen und ihm eine Wiedergutmachung zu zahlen. Diese Aufforderung wurde von beiden Ländern abgelehnt. Nach eigenen Aussagen befürchtete Assange, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm wegen seiner Arbeit bei Wikileaks ein Prozess wegen Spionage droht. Da Schweden nun nicht mehr gegen Assange ermittelt, müsste sich die USA nun an Großbritannien wenden.

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