Korruption: "Prinz Samsung" verhaftet

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doelf
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Korruption: "Prinz Samsung" verhaftet

Beitrag von doelf » 17 Feb 2017, 12:32

Im vergangenen Jahr hieß Samsungs größtes Problem Galaxy Note 7 und war rein technischer Natur. 2017 hört das dominierende Problem des südkoreanischen Konzerns auf den Namen Lee Jae-yong und ist ein rechtliches. Samsungs Kronprinz wurde nämlich aufgrund von Korruptionsvorwürfen verhaftet.

Familienbande
Als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender (Vice Chairman) ist Lee Jae-yong zweifelsohne ein wichtiger Mann, doch dass er Samsung derart in Bedrängnis bringt, liegt an seiner Familiengeschichte. Sein Großvater ist nämlich der Samsung-Gründer Lee Byung-chull und sein Vater Lee Kun-hee ist der aktuelle Aufsichtsratsvorsitzende des südkoreanischen Konzerns. Und als dessen einziger Sohn wird Lee Jae-yong als Thronfolger gehandelt. Lee Kun-hee hat zudem drei Töchter, von denen eine 2005 verstorben ist. Die beiden anderen Töchter arbeiten in leitenden Positionen für Unternehmen aus der Samsung-Gruppe.

Korruptionsvorwürfe
Südkorea wurde seit Ende Oktober 2016 von einer Korruptionsaffäre um die amtierende Präsidentin Park Geun-hye erschüttert. So soll Choi Soon-sil, eine Freundin der Präsidentin, Einblick in vertrauliche Regierungsdokumente gehabt haben und dieses Wissen für betrügerische und erpresserische Zwecke genutzt haben. Choi Soon-sil wurde zwischenzeitlich verhaftet und Park Geun-hye wurde am 9. Dezember 2016 vom Parlament suspendiert. Über ein derzeit laufendes Amtsenthebungsverfahren muss das Verfassungsgericht noch entscheiden, doch die Präsidentin hat weder in ihrer Partei noch im Volk nennenswerten Rückhalt.

Im Rahmen der laufenden Ermittlungen gerieten auch mehrere Unternehmen ins Visier der Justiz, darunter Samsung. Erstmals wurde am 16. Januar 2017 ein Haftbefehl gegen Lee Jae-yong beantragt, für das Gericht war die Beweislage damals allerdings zu dünn. Inzwischen scheint sich die Lage geändert zu haben, denn ein erneuter Antrag wurde gebilligt und heute vollstreckt. Lee Jae-yong sitzt inzwischen in Untersuchungshaft, die Vorwürfe gegen ihn lauten Korruption, Untreue sowie Meineid. Insgesamt geht es um Zahlungen in Höhe von 43 Milliarden Won (ca. 35,26 Millionen Euro).

Beim Versuch, zwei Tochterunternehmen von Samsung zusammenzulegen, hatte es massiven Widerstand seitens der staatlichen Pensionsfonds gegeben. Erst nachdem Samsungs stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender 43 Milliarden Won an eine Stiftung der Präsidentenfreundin Choi Soon-sil gezahlt hatte, lief die Sache auf einmal wie geschmiert. Dies gilt aber nicht nur für Samsung, sondern auch für 53 weitere Firmen, darunter die SK Group (Chemie, Energie, Halbleiter und Telekommunikation) sowie für die beiden Mischkonzerne K.K. Lotte und CJ Group. Es darf gezittert werden.

Quelle:
http://www.koreaherald.com/view.php?ud=20170217000605
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