AMD: Ryzen hat ein FMA3-Problem

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AMD: Ryzen hat ein FMA3-Problem

Beitrag von doelf » 18 Mär 2017, 17:51

Gegenüber heise online hat AMD bestätigt, dass die neuen Prozessoren der Ryzen-Familie ein Problem mit der Befehlssatzerweiterungen FMA3 haben. Unter bestimmten Umständen kann FMA3-Code sogar zum Systemabsturz führen. AMD konnte die Ursache bereits ermitteln und will den Fehler in Kürze mit Hilfe von UEFI-Updates beheben. Es scheint somit nichts Dramatisches zu sein.

Erstmals dokumentiert wurde das Problem von Alexander Yee, dem Entwickler des Benchmark-Tests Flops. Wird Flops auf einer Ryzen-CPU ausgeführt, stürzt das System reproduzierbar ab. Mit Flops wird die Gleitkommaleistung von Prozessoren gemessen, das Kürzel steht für "Floating-Point Operations Per Second". Mit Hilfe von Befehlssatzerweiterungen wie "Streaming SIMD Extensions" (SSE) wird die Leistung von Prozessoren in speziellen Berechnungen deutlich erhöht und bei "Fused Multiply Add" (FMA) handelt es sich um eine Erweiterung für SSE. Im Rahmen einer FMA-Berechnung werden zunächst zwei Werte multipliziert, dann wird ein dritter Wert addiert und am Ende erfolgt die Rundung des Ergebnisses.

Bei der von AMD Ende 2011 mit dem Bulldozer eingeführten Variante FMA4 kommen vier Operanden zum Einsatz, so dass das Resultat ein eigenes Register hat. Das von Intel verwendete FMA3 folgte erst im Jahr 2013 in Form des Haswell und beschränkt sich auf drei Operanden, weshalb das Ergebnis eines der drei Operandenregister überschreiben muss. Obwohl AMDs Variante mehr Flexibilität bietet, befürwortete Intel stets FMA3 und wusste dabei seiner Marktmacht hinter sich. Daher entschloss sich AMD bereits 2012, seine Baureihen Piledriver und Trinity zusätzlich mit FMA3 auszustatten. Seither bieten AMDs CPU- und APU-Modelle sowohl FMA4 als auch FMA3, während sich Intel weiterhin auf FMA3 beschränkt.

Ein solcher Fehler, auch Erratum genannt, ist alles andere als ungewöhnlich und lässt sich normalerweise mit Microcode-Updates oder neuen Firmware-Versionen beheben. AMD selbst spricht von BIOS-Updates (Basic Input/Output System), doch alle AM4-Mainboards nutzen den BIOS-Nachfolger UEFI (Unified Extensible Firmware Interface). Es bleibt abzuwarten, ob der FMA3-Fix den Ryzen bremsen oder beschleunigen wird. Abgesehen von einigen synthetischen Tests sind allerdings keine großen Auswirkungen zu erwarten.

Quelle:
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 58407.html
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Re: AMD: Ryzen hat ein FMA3-Problem

Beitrag von Mausolos » 18 Mär 2017, 19:10

doelf hat geschrieben:
18 Mär 2017, 17:51
Ein solcher Fehler, auch Erratum genannt, ist alles andere als ungewöhnlich und lässt sich normalerweise mit Microcode-Updates oder neuen Firmware-Versionen beheben.
Diese Updates werden AGESA-Microcode-Update (AGESA = AMD Generic Encapsulated Software Architecture) genannt.


Dass AMD der Presse gegenüber von „BIOS update“ spricht: "We have identified the root cause and will soon release BIOS updates to motherboard vendors that will resolve the issue.", ist wahrscheinlich dem Umstand zu verdanken, dass PC-Spezialisten sehr leicht in eine Schockstarre fallen, wenn sie mit fremdartigen Begriffen, wie z.B. UEFI konfrontiert werden.
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Re: AMD: Ryzen hat ein FMA3-Problem

Beitrag von doelf » 20 Mär 2017, 11:32

Es wird einen viel praktischeren Grund haben: Fast alle Mainboard-Hersteller bieten BIOS-Updates zum Download an, erst in der Beschreibung dieser "BIOS-Update" fallen dann Bezeichnungen wie UEFI oder EFI.
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Re: AMD: Ryzen hat ein FMA3-Problem

Beitrag von Mausolos » 20 Mär 2017, 15:04

Ja: Es gibt diese ungeschriebene Konvention, des BIOS-Nachfolger UEFI genauso als BIOS zu bezeichnen.
Den mutmaßlichen Grund dafür habe ich oben schon genannt.

So kommt es dann auch, dass sich manche bei diesem Ausspruch gedanklich sehr verbiegen müssen:
„Nicht nur Windows gibt es als 32- und 64-Bit-Fassung, sondern auch UEFI-Firmware.
32-Bit-Windows startet auf Rechnern mit 64-Bit-Firmware daher nur dann, wenn man im BIOS-Setup von UEFI auf den BIOS-Mode umstellt.“ :wink:
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Re: AMD: Ryzen hat ein FMA3-Problem

Beitrag von doelf » 21 Mär 2017, 09:38

Aber wie soll sich der Leser auch sonst zurechtfinden?

Beim Systemstart: "Press F2/Delete to enter BIOS" (zum Aufruf des UEFI)
In den Starteinstellungen dann die Wahl : "UEFI Mode" "BIOS Mode"
Und in jedem Read.me Hinweise, wie das UEFI-BIOS zu aktualisieren ist.

Man hätte den Scheiß einfach BIOS-HD nennen sollen ;-)
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Re: AMD: Ryzen hat ein FMA3-Problem

Beitrag von Mausolos » 21 Mär 2017, 12:32

doelf hat geschrieben:
21 Mär 2017, 09:38
Man hätte den Scheiß einfach BIOS-HD nennen sollen ;-)
Du meinst, so wie DVB-T2 HD?

Die Mainboard-Hersteller hätten sich von Anbeginn streng auf den Begriff UEFI festlegen müssen. Vermutlich wollte man aber keinen PC-Spezialisten in Schockstarre versetzen.
Wie solch eine Schockstarre verläuft, konnte ich selbst schon in einem Fachmarkt für Computer & Zubehör erleben. Und das war gar nicht meine Absicht, sondern ergab sich rein zufällig.

Dass „BIOS-HD“ die Lösung gewesen wäre, glaube ich aber nicht. :wink:
Denn schau mal, wie schwer sich Computerzeitschriften damit tun, den Begriff USB 3.1 Gen1 einzuführen.
Die Mainboardhersteller schreiben das mittlerweile in die Produktbeschreibung und -Spezifikation — die Händler schreiben das seit Anbeginn in die Propekte, aber die Fachpresse gibt sich allergrößte Mühe, nur nach USB 3.0 und USB 3.1 Gen2 zu unterscheiden.
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Re: AMD: Ryzen hat ein FMA3-Problem

Beitrag von doelf » 21 Mär 2017, 13:42

USB 3.1 Gen 1 ist ja auch so'n schlechter Witz... Wie hat MSI es zusammengefasst:
USB 3.0 is now called USB 3.1 Gen 1 (Speed up to 5Gbps)
USB 3.1 is now called USB 3.1 Gen 2 (Speed up to 10Gbps)
Quelle: https://www.msi.com/blog/usb-3-1-gen1-gen2-explained
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Re: AMD: Ryzen hat ein FMA3-Problem

Beitrag von Mausolos » 21 Mär 2017, 20:03

doelf hat geschrieben:
21 Mär 2017, 13:42
USB 3.1 Gen 1 ist ja auch so'n schlechter Witz... Wie hat MSI es zusammengefasst:
Das ist leider auch so ein Problem, wie das mit BIOS und UEFI und der Schockstarre.

Es gibt nicht viele Leute, die die Unterschiede zwischen USB3.0 und USB3.1 Gen1 kennen. Und da liegt der Hase im Pfeffer.
USB3.1 Gen1 und USB3.1 Gen2 unterscheiden sich nämlich nur in der max. Übertragungsgeschwindigkeit: 5 bzw. 10 Gbit/s.

Dass in dem msi-blog darauf nicht eingegangen wird, ist ein Armutszeugnis.
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Re: AMD: Ryzen hat ein FMA3-Problem

Beitrag von doelf » 22 Mär 2017, 15:58

Nun ja, Schuld trägt doch eher das USB Implementers Forum, das sämtliche Verweise auf USB 3.0 durch USB 3.1 Gen 1 ersetzt hat:
http://www.usb.org/developers/ssusb/

Wer sich dort umsieht, muss doch zu dem Schluss kommen, dass direkt nach USB 2.0 die Version 3.1 Gen 1 folgte. Tatsächlich wurde USB 3.0 Mitte 2013 durch den 3.1-Standard ersetzt bzw. ist in Form von 3.1 Gen 1 in diesem aufgegangen. Und alles, damit auch wirklich jeder Depp USB 3.1 auf die Verpackung drucken durfte.

Gruß

Michael
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Re: AMD: Ryzen hat ein FMA3-Problem

Beitrag von Mausolos » 22 Mär 2017, 16:55

Unterschiede zwischen USB3.0 und USB3.1 (5Gb/s) hast du jetzt aber auch keine genannt.

Und was die Intention der Fachpresse ist, nur zwischen USB3.0 und USB3.1 (10Gb/s) zu unterscheiden, kann ich nur vermuten:
Sie wollen wahrscheinlich jeden Deppen, der auf die Verpackung USB 3.1 druckt, über Kundenreklamationen dazu nötigen, dies wieder rückgängig zu machen, um im letzten Schritt die Leute des USB-IF dazu zu treiben, die „Language Usage Guidelines“ für USB 3.1 umzuformulieren.

P.S. Die „Deppen“ drucken übrigens «USB 3.1 Gen1, 5Gbps, SuperSpeed» in die Produktspezifikation, auf die Verpackung und in die Prospekte.
Linux :wink:

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