IBM: Die Cloud wächst, der Umsatz schrumpft

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IBM: Die Cloud wächst, der Umsatz schrumpft

Beitrag von doelf » 19 Apr 2017, 16:20

Im dritten Quartal 2016 sah es so aus, als hätte Big Blue endlich die Trendwende geschafft. Der Umsatz war damals nur um 0,28 Prozent gesunken, doch schon im vierten Quartal stieg der Rückgang wieder auf 1,31 Prozent an und zum Jahresauftakt 2017 meldet IBM nun einen Einbruch um 2,83 Prozent. Seit nunmehr zwanzig Quartalen schrumpft der einstige Hardware-Riese zu einem deutlich kleineren IT-Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen.

Die von Firmenchefin Ginni Rometty geleitete Dauerbaustelle hat in den vergangenen Jahren die weniger ertragreichen Hardware-Sparten verkauft und stattdessen Cloud- und Sicherheitsdienste ausgebaut sowie die Entwicklung künstlicher Intelligenz zur Verarbeitung von Big Data vorangetrieben. Das sollte die Wertschöpfung optimieren, also prozentual mehr Gewinn aus dem Umsatz herauskitzeln. Bisher ist dieser Plan allerdings noch nicht aufgegangen: Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist IBMs Umsatz im ersten Quartal 2017 um 2,83 Prozent auf 18,155 Milliarden US-Dollar (Q1/2016: 18,684 Milliarden US-Dollar) gesunken, der Nettogewinn allerdings um 13,11 Prozent auf 1,750 Milliarden US-Dollar (Q1/2016: 2,014 Milliarden US-Dollar) eingebrochen. Der Gewinn je Aktie ist um 11,48 Prozent auf 1,85 US-Dollar (Q1/2016: 2,09 US-Dollar) abgerutscht.

Wenn man sich den Spaß erlaubt und das erste Quartal 2012 zum Vergleich heranzieht, sieht die Entwicklung noch viel dramatischer aus: IBMs Umsatz ist innerhalb von fünf Jahren um 26,42 Prozent und der Nettogewinn sogar um 42,92 Prozent gefallen. Rechnet man jetzt noch die Inflationsrate von 6,2 Prozent mit ein, zeigt sich das wahre Ausmaß der blauen Gletscherschmelze.

Und weil diese Entwicklung keinem Anleger gefallen kann, beschwört IBM seit Jahren die gute Entwicklung seiner strategischen Schwerpunkte: Der Umsatz ist dort um zwölf Prozent auf 7,8 Milliarden US-Dollar gestiegen, wobei insbesondere das Cloud-Geschäft mit einem Plus von 33 Prozent hervorsticht. Es folgt der Mobilbereich mit einer Steigerung um zwanzig Prozent, Sicherheit mit einem Zuwachs von neun Prozent und die Analysedienste konnten um sechs Prozent zulegen.

Offen bleibt jedoch die Frage, wann die strategischen Schwerpunkte stark genug sein werden, um IBM wieder wachsen zu lassen. Die Anleger reagierten auf die Quartalszahlen jedenfalls negativ und ließen IBMs Aktie um 5,44 Prozent auf 160,80 US-Dollar abstürzen.

Quelle:
https://www.ibm.com/investor/events/earnings/1q17.html
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