AMD: Die zweite Ryzen-Generation ist (fast) da

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AMD: Die zweite Ryzen-Generation ist (fast) da

Beitrag von doelf » 13 Apr 2018, 16:27

AMD hat die Spezifikationen und Preise für die zweite Ryzen-Generation (Codename: Pinnacle Ridge), welche am Donnerstag (19. April 2018) in den Handel kommt, bekannt gegeben. Pinnacle Ridge basiert auf einer verbesserten Zen-Architektur (Zen+) und wird von GlobalFoundries mit Strukturgrößen von 12 nm (Fertigungsprozess: 12LP FinFET) produziert.

Wer erwartet, dass mit dem DIE-Shrink von 14 auf 12 nm der Stromverbrauch des Ryzen weiter sinkt, hat sich geirrt: Das neue Spitzenmodell Ryzen 7 2700X setzt mit 105 Watt sogar zehn Watt auf die bisherigen Flaggschiffe drauf. Dies wird vermutlich auch der Grund sein, warum AMD vorerst auf einen Nachfolger des Ryzen 7 1800X verzichtet. Ein Ryzen 7 2800X dürfte erst folgen, sobald der 12-nm-Prozess weiter perfektioniert ist und eine Turbotaktrate von 4,5 GHz innerhalb eines TDP-Bereichs von 105 Watt erlaubt.

Die vier neuen Modelle und ihre Vorgänger:
  • Ryzen 7 1800X (8 Kerne/16 Threads; 3,6 - 4,0 GHz; 20 MiB L2/L3-Cache; 95 W TDP) - Listenpreis: 349 US-Dollar / Straßenpreis: 285 Euro
  • Ryzen 7 2700X (8 Kerne/16 Threads; 3,7 - 4,3 GHz; 20 MiB L2/L3-Cache; 105 W TDP) - Listenpreis: 329 US-Dollar / Straßenpreis: 319 Euro
  • Ryzen 7 1700X (8 Kerne/16 Threads; 3,4 - 3,8 GHz; 20 MiB L2/L3-Cache; 95 W TDP) - Listenpreis: 309 US-Dollar / Straßenpreis: 257 Euro
  • Ryzen 7 2700 (8 Kerne/16 Threads; 3,2 - 4,1 GHz; 20 MiB L2/L3-Cache; 65 W TDP) - Listenpreis: 299 US-Dollar / Straßenpreis: 289 Euro
  • Ryzen 7 1700 (8 Kerne/16 Threads; 3,0 - 3,7 GHz; 20 MiB L2/L3-Cache; 65 W TDP) - Listenpreis: 299 US-Dollar / Straßenpreis: 237 Euro
  • Ryzen 5 2600X (6 Kerne/12 Threads; 3,6 - 4,2 GHz; 19 MiB L2/L3-Cache; 95 W TDP) - Listenpreis: 229 US-Dollar / Straßenpreis: 225 Euro
  • Ryzen 5 1600X (6 Kerne/12 Threads; 3,6 - 4,0 GHz; 19 MiB L2/L3-Cache; 95 W TDP) - Listenpreis: 219 US-Dollar / Straßenpreis: 170 Euro
  • Ryzen 5 2600 (6 Kerne/12 Threads; 3,4 - 3,9 GHz; 19 MiB L2/L3-Cache; 65 W TDP) - Listenpreis: 199 US-Dollar / Straßenpreis: 195 Euro
  • Ryzen 5 1600 (6 Kerne/12 Threads; 3,2 - 3,6 GHz; 19 MiB L2/L3-Cache; 65 W TDP) - Listenpreis: 189 US-Dollar / Straßenpreis: 149 Euro
Wie obige Liste zeigt, bleibt es bei maximal 8 Kernen und 16 Threads. Die 7er-Modelle verfügen über 4 MiB L2- und 16 GiB L3-Cache, bei den 5er-CPUs gibt es nur 3 MiB L2-Cache. AMD hat die Basistaktraten im Vergleich zur Vorgängergeneration um bis zu 300 MHz angehoben, die Turbotaktraten steigen um maximal 500 MHz. Beim Ryzen 5 2600X fällt der Zugewinn mit 0 MHz beim Basistakt und 200 MHz beim Turbotakt äußerst bescheiden aus, während der Ryzen 7 2700X seinen Vorgänger um 300 und 500 MHz übertrifft. Offenbar soll das neue Aushängeschild die Lorbeeren einfahren und dafür nimmt AMD einen höheren Stromverbrauch in Kauf.

Der zweikanalige Speicher-Controller unterstützt nun DDR4-2933 (PC4-23466U), womit die Speicherbandbreite von 42,7 auf 46,9 GB/s ansteigt. Hinsichtlich des maximalen Speicherausbaus bleibt es bei 64 GiB. Auch die PCIe-Ausstattung - 24 Lanes der dritten Generation, davon 16 für die Grafikkarte - bleibt unverändert. Pinnacle Ridge nutzt - wie sein Vorgänger - den Sockel AM4 und läuft nach einem UEFI-Update auch auf Motherboards mit den AMD-Chipsätzen X370, B350 und A320. Von Hause aus geeignet sind Hauptplatinen mit den neuen Chipsätzen X470 und B450.

Die zweite Ryzen-Generation wirkt auf den ersten Blick recht unspektakulär, denn der Wechsel zur 12-nm-Fertigung scheint außer leichten Taktsteigerungen nicht viel zu bringen. Diese würde man zwar gerne mitnehmen, aber nicht für die Aufschläge, welche die Händler aktuell von den Vorbestellern verlangen. Leider sind diese Straßenpreise nicht einmal aus der Luft gegriffen, sondern orientieren sich an AMDs offiziellen Listenpreisen. In der Preisliste fallen die Aufschläge mit maximal 20 US-Dollar recht bescheiden aus, doch bei der ersten Ryzen-Generation liegen Listen- und Straßenpreise so weit auseinander, dass man für die neuen CPUs zwischen 46 und 62 Euro mehr zahlen muss. Ob sich das lohnt, müssen erste Tests zeigen.

Quelle:
https://www.amd.com/en-us/press-release ... apr13.aspx
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