Die Preise für Arbeitsspeicher ziehen spürbar an

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doelf
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Die Preise für Arbeitsspeicher ziehen spürbar an

Beitrag von doelf »

Nachdem die Kurse für DDR4-Arbeitsspeicher am Spot-Markt in Taiwan letzten Monat erstmals seit August 2021 wieder angezogen waren, hat sich die Preissteigerung über den Jahreswechsel weiter verstärkt. Mit bis zu 11,64 Prozent fallen die Aufschläge unerwartet hoch aus, doch das Erdbeben vom 3. Januar 2022 kann als Ursache wohl ausgeschlossen werden. Eventuell hatten einige Käufer nervös auf einen Corona-Ausbruch im chinesischen Xi'an, wo Micron DRAM-Chips produziert, regiert und ihre Lagervorräte kurzfristig aufgestockt. Die durchschnittliche Preissteigerung fällt übrigens nur halb so hoch aus wie im Januar 2021.

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Seit August 2021 befindet sich der Speichertyp DDR4-2666 16Gb 2Gx8, der am Freitag für durchschnittlich 7,470 US-Dollar gehandelt wurde, auf unserer Beobachtungsliste. Diese Variante ist im Monatsverlauf um 2,26 Prozent teurer geworden, nachdem wir bereits im Dezember einen Aufschlag von 0,38 Prozent verzeichnen mussten. Zwischen September und November war der Kurs stetig gefallen (-5,13%; -1,51%; -7,90%). Zwei gleich schnelle 8Gb-Chips sind mit 7,426 US-Dollar kaum günstiger. Als eTT-Variante (funktionsgetestet, aber ohne konkrete Taktangabe) sind 16Gb-Chips (2Gx8) schon für 5,203 US-Dollar (+7,32%) zu haben.

Die Variante DDR4-2666 8Gb 1Gx8 hatte im Sommer ihren DDR4-2400-Vorgänger beerbt, sie notierte am Freitag mit 3,326 US-Dollar und damit um 11,64 Prozent über dem Kurs von Anfang Dezember. Im ersten Quartal waren die Kurse Monat für Monat kräftig angestiegen (+19,72%; +7,95%; +19,81%), bis Juli folgte dann ein Auf und Ab (-3,35%; +7,10%; -3,93%; +3,03%) und von August bis November sahen wir eine klare Abwärtsbewegung (-3,14%; -15,42%, -3,19%; -10,04%), bevor es im Dezember zu einem Anstieg um 1,68 Prozent kam. Die aktuellen Preise liegen um 7,31 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

Als Auslaufmodell beobachten wir die 4Gb-Chips nur noch in der Variante DDR3-1600/1866 4Gb 512Mx8, hier ist der Kurs im Monatsvergleich um 5,92 Prozent auf 2,736 US-Dollar geklettert. Die Preise der DDR3-Chips waren von Januar bis Mai gestiegen (+12,38%; +41,98%; +11,11%; +12,88%; +1,32%), dann ging es uneinheitlich weiter (-4,06%; +0,34%; -5,57%; -12,10%; -4,41%; +0,81%; -0,58%). Der Blick auf den Vorjahreskurs zeigt weiterhin einen happigen Aufschlag von 46,31 Prozent.

Wechselkurs und Ausblick
Bleibt noch die Frage nach dem Wechselkurs, denn Arbeitsspeicher wird in US-Dollar gehandelt: Am Freitag war ein Euro zum Handelsschluss 1,1362 US-Dollar wert und notierte damit um 0,42 Prozent stärker als Anfang Dezember 2021. Zieht man den Vorjahreskurs zu Rate, hat der Euro allerdings 7,39 Prozent eingebüßt.

Der Ausbruch der Delta-Variante des Corona-Virus im chinesischen Xi'an, aufgrund dessen die chinesischen Behörden am 23. Dezember 2021 einen Lockdown über die Region verhängt hatten, betrifft zwar die DRAM-Fertigung von Micron Technology, doch das Unternehmen erwartet keine großen Auswirkungen auf seine dortigen Aktivitäten. Micron führt in Xi'an Speichertests und das Packaging durch. Zudem spielt Xi'an weder für die weltweite DRAM-Produktion noch für Micron eine sonderlich bedeutende Rolle.

Auch ein Erdbeben mit einer Magnitude von 6.0 auf der Richterskala, welches sich am 3. Januar in Taiwan ereignet hatte, soll keinen signifikanten Einfluss auf die taiwanische DRAM-Produktion gehabt haben. In Taiwan werden ca. 21 Prozent aller DRAM-Chips gefertigt, die Produktionsstätten liegen jedoch nicht in der Nähe des Epizentrums.

Letztendlich vermuten wir ein paar besonders nervöse Einkäufer sowie kurzfristige Zukäufe zur Vorratsaufstockung hinter den Preissprüngen, wobei sich die Lagersituation der Hersteller aufgrund des anhaltenden Chipmangels kaum einschätzen lässt. Das erschwert den Ausblick, dennoch setzen wir auf ein schnelles Abflachen des Preisanstiegs.

Bezüglich der genannten Preise bitten wir zu beachten, dass hier von einzelnen Chips und keinesfalls von bestückten Modulen die Rede ist. Da diese Chips zunächst verarbeitet und danach verschifft werden, vergehen normalerweise einige Wochen, bevor sich Preisänderungen auch hierzulande bemerkbar machen.

Quelle:
https://www.dramexchange.com/
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Re: Die Preise für Arbeitsspeicher ziehen spürbar an

Beitrag von doelf »

Hinweis zum Erdbeben ergänzt.
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Re: Die Preise für Arbeitsspeicher ziehen spürbar an

Beitrag von doelf »

Hinweis zum Lockdown in Xi'an ergänzt.
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