Britische Behörden verlieren 25 Millionen Datensätze

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doelf
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Britische Behörden verlieren 25 Millionen Datensätze

Beitrag von doelf » 21 Nov 2007, 16:44

Großbritannien ist sichtlich erregt und das hat nichts mit dem heutigen Fußballspiel zu tun. Es geht vielmehr um zwei CDs mit den Datensätzen von rund 25 Millionen Einwohnern, die in der Post verloren gegangen sind. Sie enthalten Adressen, Geburtsdaten, Sozialversicherungsnummern und Bankdaten jedes Bürgers, der in Großbritannien Kindergeld bezieht. Und Premierminister Gordon Brown ist nach der dritten schweren Datenpanne beim HMRC in arge Erklärungsnöte geraten.

Was war passiert? Bei der britischen Finanzbehörde "Her Majesty's Revenue and Customs" (HMRC) ging eine Anfrage des Londoner National Audit Office ein, dort wurden Informationen über die Kindergeldempfänger im Lande benötigt. Ein Mitarbeiter des HMRC ging sofort ans Werk und kopierte die komplette, umverschlüsselte Datenbank auf zwei CDs, dabei wurden von National Audit Office nur einige bestimmte Daten angefordert. Um sein inkompetentes Vorgehen noch zu steigern, schickte der Mitarbeiter die beiden CDs zur Poststelle, ohne weitere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Als die Daten auch nach Tagen noch nicht beim National Audit Office eingetroffen waren, wurden die Daten auf Nachfrage nochmals komplett und unverschlüsselt auf zwei CDs gebrannt und ein zweites Mal verschickt, diesmal allerdings zumindest als zurückverfolgbare Lieferung. Während das zweite Paket beim National Audit Office ankam, bleibt die erste Sendung auch weiterhin verschollen. Für Kriminelle sind solche Datensätze im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert und abgesehen von einer Untersuchung und den fälligen Kündigungen kann die britische Regierung derzeit kaum konstrukive Vorschläge machen.

Bereits in den vergangenen Monaten gingen im HMRC immer wieder Daten verloren. Zunächst wurde ein Laptop verschlampt, auf dem sich Datensätze von rund 15.000 Personen befanden, danach ging eine CD verloren, welche Informationen über die Kunden der Lebensversicherung "Standard Life" enthielten. Diese Bankrotterklärung des Datenschutzes in Großbritannien sollten wir hierzulande allerdings nicht zu sehr belächeln, denn auch deutsche Behörden fielen beim Umgang mit unseren Daten unlängst wieder unangenehm auf.

Quelle:
http://www.timesonline.co.uk/tol/news/u ... 912937.ece

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The Grinch
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Beitrag von The Grinch » 21 Nov 2007, 17:08

Hauptsache man hat London komplett mit Videokameras bestückt!
So bleibt zwar kein (oder kaum) Spielraum für "Verbrecher", aber reichlich für BLÖDHEIT :roll:

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ThePreacher
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Beitrag von ThePreacher » 21 Nov 2007, 19:55

Ein halbwegs sicheres System lässt solchen unverschlüsselten Datenexport sowieso nicht zu.

"Die Kette ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied." ...oder der dümmste Mitarbeiter

Zumindest dieser Fehler hätte sich wohl vermeiden lassen, wenn ein Datenexport immer nur mit Verschlüsselung vorgenommen werden kann.

Jedes einfache Buchhaltungsprogramm von der Stange macht das so!
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